Reha-Sportgemeinschaft Roxel
Dem Reha-Sport droht das Aus

Münster-Roxel -

Es sieht danach aus, als sollten die Roxeler Reha-Sportler demnächst führungslos sein: Bei der Jahresversammlung zeigte sich niemand bereit, in absehbarer Zeit die Nachfolge von Helmuth Rüschhoff-Nadermann und seiner Mitstreiter zu übernehmen.

Mittwoch, 24.01.2018, 20:01 Uhr

Besorgte Mienen im Vorstandsteam der Roxeler Reha-Sportler : Geschäftsführer Fritz Brockhues, Vorsitzender Helmuth Rüschoff-Nadermann und Schriftführerin Karin Brockhues (v.r. ) wollen in zwei Jahren mit ihrer Vorstandsarbeit aufhören. Die ehemalige Sportwartin Sabine Holtz (2.v.l.) hat schon aufgehört. Ihre Aufgaben übernimmt Stellvertreterin Sabine Ackermann (l.).
Besorgte Mienen im Vorstandsteam der Roxeler Reha-Sportler : Geschäftsführer Fritz Brockhues, Vorsitzender Helmuth Rüschoff-Nadermann und Schriftführerin Karin Brockhues (v.r. ) wollen in zwei Jahren mit ihrer Vorstandsarbeit aufhören. Die ehemalige Sportwartin Sabine Holtz (2.v.l.) hat schon aufgehört. Ihre Aufgaben übernimmt Stellvertreterin Sabine Ackermann (l.). Foto: sn

„Wir werden Probleme bekommen“, stellte Helmuth Rüschoff-Nadermann nüchtern fest. Der Vorsitzende der Reha-Sport-Gemeinschaft Roxel will in zwei Jahren nicht mehr erneut für sein Amt antreten: „Dann war ich 19 Jahre Vorsitzender. Das reicht.“

Ein Nachfolger für Rüschoff-Nadermann ist nicht in Sicht. Auch auf der Jahresmitgliederversammlung in der Gaststätte Brintrup meldete sich kein Interessent. Da auch viele weitere Vorstandsmitglieder aufhören wollen, bleibt demnächst wohl nur eines: die Auflösung des Vereins.

Und dabei war Rüschoff-Nadermann unmittelbar vor seinen warnenden Worten noch von den Mitgliedern im Amt bestätigt worden. Genauso wie Geschäftsführer Fritz Brockhues und Schriftführerin Karin Brockhues . Sportwartin Sabine Holtz trat nicht mehr zur Wahl an. Ihre Aufgaben übernimmt Stellvertreterin Susanne Ackermann.

Der Vorstand konnte sich zumindest über eine einstimmige Entlastung freuen. Die Zahlen können sich auch sehen lassen: Es gab im vergangenen Jahr 445 Übungsstunden mit insgesamt 5585 Teilnehmern. Die Wartelisten seien lang, hieß es weiter. Die Reha-Sport-Gemeinschaft hat derzeit 272 Mitglieder.

Keines von ihnen erklärte sich bereit, zukünftig im Vorstand mitzuarbeiten. Auch Geschäftsführer Fritz Brockhues und Schriftführerin Karin Brockhues kündigten an, in zwei Jahren nicht mehr erneut zur Verfügung zu stehen. „Nur nehmen, aber nicht geben, so kann kein Verein funktionieren“, meinte der Geschäftsführer, der zugleich eine Frist bis zum 30. Juni dieses Jahres setzte, in der sich Interessenten für die frei werdenden Posten noch melden könnten. Nach deren Ablauf sei der Vorstand verpflichtet, die Auflösung des Vereins vorzubereiten. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung würde dann für den Herbst 2019 einberufen. Wenn dann zwei Drittel der Mitglieder der Auflösung zustimmten, werde die Löschung im Vereinsregister beantragt.

„Dann ist der Verein aufgelöst“, so Fritz Brockhues. Einzige Alternative sei, so der Vorsitzende, die „Übernahme“ durch einen anderen Sportverein. Die Reha-Sport-Gemeinschaft könne dort dann vielleicht eine eigene Abteilung bilden, so seine Hoffnung. Noch gab es dazu aber keine Gespräche.

„Wir stehen vor einem Umbruch“, meinte eine Zuhörerin: „Das ist auch eine Generationenfrage.“ Viele bräuchten keinen Verein mehr, um Reha-Sport zu betreiben: „Sie kaufen sich die benötigte Hilfe.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5453641?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F
Jutta van Asselt ist im Theater zu Hause
Jutta van Asselt an einem ihrer Lieblingsplätze – dem Zuschauerraum des Schauspielhauses.
Nachrichten-Ticker