Autobahnrasthöfe Münsterland-Ost und -West
Frischluftschneise bleibt erhalten

Münster-Roxel -

Auf großes Interesse stieß die Info-Veranstaltung des Landesbetriebs „Straßen NRW“ zum Thema „Ausbau der Roxeler Autobahnrasthöfe“. Zahlreiche Bürger sowie Vertreter der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ fanden sich dazu in der Mensa der Friedensreich-Hundertwasser-Schule ein.

Freitag, 26.01.2018, 19:01 Uhr

Theodora Bockem-Rohleder (r., stehend) von der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ trotzte geballter Expertenmacht (v.l.): Roland Krumm, Christian Müller (beide „Straßen NRW“), Moderatorin Sina Vogt, Lanschaftspflegerin Nadine Jung, Ralf von Wittich, Fachbüro „IPW Ingenieurplanung“ und Generalplaner Dr. Heinrich Leßmann.
Theodora Bockem-Rohleder (r., stehend) von der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ trotzte geballter Expertenmacht (v.l.): Roland Krumm, Christian Müller (beide „Straßen NRW“), Moderatorin Sina Vogt, Lanschaftspflegerin Nadine Jung, Ralf von Wittich, Fachbüro „IPW Ingenieurplanung“ und Generalplaner Dr. Heinrich Leßmann. Foto: sn

Es gab viel zu besprechen: Auf dreieinhalb Stunden war die Bürgerinformationsveranstaltung des Landesbetriebs Straßen NRW zum Ausbau der Roxeler Autobahnraststätten Münsterland-West und -Ost angelegt. Die Resonanz war wie erwartet enorm: Die Mensa der Friedensreich-Hundertwasser-Schule füllte sich rasch. Es ging um Lärm, um Fledermäuse und um die Uhrzeit.

Der frühe Termin um 17 Uhr sei eine „Unverschämtheit gegenüber dem Bürger“, sagte Theodora Bockem-Rohleder , Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „Landschaftsschutz Roxel“, die schon seit eineinhalb Jahrzehnten gegen das Projekt kämpft. Viele würden zu dieser Uhrzeit noch arbeiten und wären so von der Bürgerinformationsveranstaltung ausgeschlossen.

Außerdem bemängelte sie: „Es steht ja schon alles fest. Keine Option ist mehr offen.“ Wurde die Bürgerinitiative vor vollendete Tatsachen gestellt?

Dr. Meinolf Rohleder kritisierte zudem, nicht über den jeweiligen Stand des Verfahrens informiert worden zu sein. „Dazu sind wir auch nicht verpflichtet“, sagte Projektleiter Roland Krumm von Straßen NRW. Aber: „Wenn sie fragen, dann antworten wir auch.“

Es habe sich nichts geändert an den Plänen, meinte der Verwaltungsmann. Das bedeutet: Es wird nach den Vorstellungen von Straßen NRW 100 zusätzliche Lkw-Stellplätze geben und 31 weitere Pkw-Stellflächen. Wie wirkt sich das aus? Nach einem Vergleich zwischen dem jetzigen Zustand und dem Fall des Ausbaus ergebe sich „kein Anspruch auf Lärmschutz“, erklärte Ralf von Wittich vom Fachbüro „IPW Ingenieurplanung“. Dennoch ist eine Lärmschutzwand geplant, 614 Meter wird sie lang sein und entlang der Autobahn 1 führen. Dies werde zur Folge haben, dass die Anwohner nur noch ein Zehntel des Verkehrs bemerken würden, sagte Krumm.

„Es geht doch aber nicht nur um Lärm!“, meinte ein Zuhörer. Er sorgte sich um die Frischluftschneise von Münster. Die werde nicht beeinträchtigt, meinte Landschaftspflegerin Nadine Jung, aber es gebe im Falle des Ausbaus Störungen der Fledermaus-Flugbahn, die an der Autobahnraststätte Münsterland-Ost entlangführe. Allerdings seien die Eingriffe als „ausgleichbar“ zu werten.

Für viele unverständlich: Als landschaftspflegerische Ersatzmaßnahme ist kein Projekt innerhalb von Münster vorgesehen, sondern eine Entsiegelung des ehemaligen Militärflughafens von Hopsten. Der liegt im Tecklenburger Land.

Was so manchem am Abend möglicherweise nicht aufgefallen ist: Das Planungsfeststellungsverfahren wird für das Projekt „gesplittet“. Der Ausbau der Autobahnraststätte Münsterland-Ost und der Neubau Münsterland-West werden unterschiedlich voneinander betrieben. Auch zeitlich. Das Planungsfeststellungsverfahren für Münsterland-Ost beginnt noch in diesem Jahr, das für Münsterland-West ein halbes Jahr später, wie Krumm prognostizierte.

Ist beim völligen Neubau etwa mit mehr Widerstand zu rechnen? „Uns wurde immer gesagt, dass nur angebaut wird. Jetzt wird alles abgerissen“, klagte Theodora Bockem-Rohleder. Sie will mit der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ die Lage beraten. Auch ein Anwalt soll bereits eingeschaltet worden sein.

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