Graffiti-Schmierereien an Roxeler Autobahnbrücken
Täter sind nur selten zu fassen

Münster-Roxel -

So mancher ärgert sich über die mit Graffiti-Schmierereien verunstalteten Autobahnbrücken in Roxel. Doch gereinigt werden sollen sie aktuell nicht.

Donnerstag, 20.09.2018, 11:08 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 20.09.2018, 11:08 Uhr
Weitgehend zugesprayt und beschmiert: die Autobahnbrücke an der Bredeheide in Roxel.
Weitgehend zugesprayt und beschmiert: die Autobahnbrücke an der Bredeheide in Roxel. Foto: sch

Ist es grobe Sachbeschädigung im öffentlichen Raum oder in Teilen sogar schon Kunst? Beim Thema „Graffiti“ scheiden sich bekanntlich die Geister. Und es gibt Leute, denen das Treiben illegaler Graffiti-Sprayer alles andere als gefällt. So auch dem Roxeler, der die Redaktion unserer Zeitung anrief und sich fürchterlich darüber ärgerte, dass die Autobahnbrücken am Rande seines Heimatorts „völlig verunstaltet“ seien. Warum man „das Geschmiere“ nicht beseitige, wollte er wissen.

Bei den Brücken, die der Bürger im Auge hat, handelt es sich um diejenige, die am Rohrbusch und die, die an der Bredeheide über die Bundesautobahn 1 führt. Beide wurden in der Tat von Graffiti-Sprayern heimgesucht. Sie besprühten und beschmierten die durchsichtigen Geländerplatten und die Seitenelemente, was laut Frank Ahlmann, Fachstellenleiter im städtischen Ordnungsamt, „eine Straftat nach Paragraph 303a des Strafgesetzbuchs“ darstellt. Illegales Graffiti-Sprayen sei vielerorten ein Problem, dessen Verursacher von der Polizei verfolgt würden. Allerdings könnten die Täter nur äußerst selten ermittelt werden. Das liege daran, dass sie meist nicht auf frischer Tat ertappt würden. Selbst wenn die Sprayer ihre „Markenzeichen“ – im Fachjargon „Tags“ genannt – hinterlassen hätten, sei es schwierig, ihnen die begangenen Straftat gerichtsfest nachzuweisen. Denn es könne schlichtweg behauptet werden, dass ein Nachahmer am Werke gewesen sei.

Laut Ahlmann bemüht sich das Ordnungsamt, Graffiti-Verunreinigungen innerhalb Münsters zu beseitigen. Es gebe regelmäßige Reinigungen. Dabei müssten allerdings „Prioritäten gesetzt“ werden, da pro Jahr lediglich 100 000 Euro zur Verfügung stünden. In die Außenbereiche, wie zu den beiden Roxeler Brücken, dringe man deshalb kaum vor. Für diese sei die Stadt allerdings auch gar nicht zuständig.

Geht es um den Unterhalt und die Pflege der beiden Brückenbauwerke, dann ist die Autobahnmeisterei Münster des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen der richtige Ansprechpartner. Graffiti-Schmierereien seien „ein Massenproblem“, das Tausende Quadratmeter von Brücken und Lärmschutzwänden betreffe, sagt deren Betriebsleiter Stefan Rickershenrich. Das Problem sei so groß, dass die Autobahnmeisterei die unerwünschten „Werke“ der Schmierfinken nur noch dann beseitige, wenn diese mit rechtsradikalen, rassistischen, fremdenfeindlichen oder gar obszönen Botschaften verbunden seien. „Dann schreiten wir sofort ein“, sagt Rickershenrich. Alles andere mache keinen Sinn, denn meist werde eine Stelle, die gereinigt worden sei, schon nach kurzer Zeit von Sprayern erneut heimgesucht.

Die beiden Roxeler Brücken werde die Autobahnmeisterei nach dem derzeitigen Stand nicht in Angriff nehmen, kündigt Rickershenrich an: „Da belassen wir es beim Status Quo.“ Auch er verweist darauf, dass die Polizei bemüht ist, illegalen Graffiti-Sprayern das Handwerk zu legen, was erfahrungsgemäß aber nicht allzu häufig gelinge.

Zum Thema

Wer Graffiti-Schmierereien und ihre Verursacher zur Anzeige bringen will, kann sich an Christoph Kunstlewe vom Polizeipräsidium Münster (' 0251 / 27 529 72, E-Mail: christoph.kunstlewe@polizei.nrw.de) wenden.

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