Kreuzbund-Gruppe Roxel
„Sucht ist keine Endstation“

Münster-Roxel -

30 Jahre im gemeinsamen Kampf gegen Suchterkrankungen: Die Roxeler Kreuzbund-Gruppe feierte ihr Jubiläum im Pfarrzentrum St. Pantaleon.

Dienstag, 25.09.2018, 18:02 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 25.09.2018, 18:02 Uhr
Die Kreuzbundgruppe St. Pantaleon um Dieter Babetzky (5.v.l.) – hier mit einigen Gästen – kümmert sich schon seit 30 Jahren um Menschen, die den Mut haben, ihrer Sucht zu begegnen. Sie unterstützt zudem auch noch die Angehörigen von Suchtkranken.
Die Kreuzbundgruppe St. Pantaleon um Dieter Babetzky (5.v.l.) – hier mit einigen Gästen – kümmert sich schon seit 30 Jahren um Menschen, die den Mut haben, ihrer Sucht zu begegnen. Sie unterstützt zudem auch noch die Angehörigen von Suchtkranken. Foto: cro

Für Angehörige ist die Situation oft genau so unerträglich wie für die Betroffenen: Die Rede ist von Sucht. Sei es nun die Volksdroge Alkohol, von der allein in Deutschland 1,3 Millionen Menschen abhängig sein sollen, seien es andere Drogen. Das Leben wird auf den Kopf gedreht und man stellt sich Fragen, ob denn alles noch richtig ist. Oft spielt Scham eine nicht zu unterschätzende Rolle.

An dieser Stelle greift der Kreuzbund ein: Ohne Scham und ohne Berührungsängste können sich Suchtkranke und ihnen Nahestehende mit ebenfalls Betroffenen austauschen. Auch in Roxel, angegliedert an die Gemeinde St. Pantaleon, findet sich eine Gruppe des Kreuzbundes. Bereits seit 30 Jahren arbeitet sie, meist von den Roxelern und der Gemeinde unbeachtet – und doch wollte die Gruppe nun doch ihr rundes Jubiläum feiern.

„Wir richten uns an Betroffene und deren Angehörige, wollen ein niederschwelliges Angebot schaffen”, so die Öffentlichkeitsbeauftragte Verena Krotoszynski. Und man wolle aufzeigen, dass Sucht keine Endstation ist. „Es ist nichts, wofür man sich schämen muss. Vielmehr erfordert es Mut und Stärke, sich der Sache zu stellen und etwas dagegen zu tun.”

Der Vorsitzende der Gruppe, Dieter Babetzky, ließ in seiner Begrüßungsrede die Vergangenheit des Kreuzbundes und der Roxeler Gruppe noch einmal Revue passieren. „Alkohol gibt es schon seit dem Mittelalter, doch 1810 wurde alles anders. Alkohol wurde billig und verfügbar.” So wurde 1896 der erste Mäßigkeitsverein von Pfarrer Josef Neumann gegründet, der Grundstein des Kreuzbundes. Heute habe er rund 13 000 Mitglieder, in Roxel seien es momentan 26.

Ein Mitglied der ersten Stunde, das als Angehörige eines Suchtkranken zum Kreuzbund kam, war Ruth Günnewig. Sie berichtete von ihren Erfahrungen mit der Sucht im familiären Umfeld und den Anfängen des Kreuzbunds in Roxel. „Freunde und Bekannte müssen von der Sucht wissen, man steht sonst im Abseits”, so die Seniorin. Doch man müsse auch selber zu der Krankheit stehen: „Ich will aber auch betonen, dass eben die Angehörigen durchaus etwas trinken dürfen, das ist kein Stigma.”

Zum Thema

Die Kreuzbundgruppe St. Pantaleon trifft sich jeden Montag zwischen 19.30 und 21 Uhr im Pfarrheim. Infos gibt es im Internet (www.kreuzbund-muenster.de).

...
Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6076998?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F
Das perfekte Dinner: Nachtisch-Fluch mit Happy End
V.l.: Filippi, Eduardo „Eddi“, Hanni, Gastgeberin Eva und Claus
Nachrichten-Ticker