Tobias Klostermanns „Stille Reisen“
Landschaften aus luftiger Höhe

Münster-Mecklenbeck -

Der Mecklenbecker Fotograf Tobias Klostermann schießt seine Fotos nur allzu gerne aus dem Passagierkorb von Gasballonen. Welch sehenswerte Aufnahmen dabei zustande kommen, zeigt er bei einer Ausstellung in Nottuln-Darup.

Dienstag, 25.09.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 20:00 Uhr
Zeitloser Blick auf die Lippe-Auen in der Nähe von Lünen: Auch dieses Foto zählt zu den Aufnahmen die Tobias Klostermann ab dem 7. Oktober bei seinen „Stillen Reisen“ präsentiert.
Zeitloser Blick auf die Lippe-Auen in der Nähe von Lünen: Auch dieses Foto zählt zu den Aufnahmen die Tobias Klostermann ab dem 7. Oktober bei seinen „Stillen Reisen“ präsentiert. Foto: Klostermann

Wer sich mit Tobias Klostermanns Aufnahmen auseinandersetzt, kommt nicht umhin, ihn als Fotokünstler zu bezeichnen. Als solcher ist der Mecklenbecker einer der besonderen Art: Er hat ein Faible dafür, Landschaftsfotos aus luftiger Höhe zu schießen, aus dem Passagierkorb von Gas- und Heißluftballonen. Einblick in sein Schaffen gibt der Mecklenbecker bis Ende März 2019 bei einer Langzeitausstellung in Nottuln-Darup.

„Stille Reisen – Fotografische Blicke aus dem Gasballon“ heißt die Ausstellung im Kultur- und Begegnungszentrum „Alter Hof Schoppmann“. Sie wurde bereits im Oktober 2017 eröffnet und umfasst drei Zyklen. Der dritte davon wird ab dem 7. Oktober gezeigt. 23 seiner großformatigen Fotos wird Klostermann dabei präsentieren. Sie lösen die bislang gezeigten Aufnahmen ab. Es wird einen kompletten Wechsel geben.

Beim dritten Ausstellungszyklus der „Stillen Reisen“ wird der 43-jährige freischaffende Fotograf und Foto-Design-Student Aufnahmen zeigen, die bei vier verschiedenen Ballonfahrten entstanden. „Ich werde sie so zusammenstellen, dass sie quasi eine Reise ergeben“, sagt Klostermann. Mit dabei sein werden Fotos, die das Mitglied des münsterischen Freiballonsport-Vereins auf seiner jüngsten Gasballonfahrt am 8. Juli schoss. Nach dem Start in Nienberge führte sie ihn zu früher Stunde anfangs auch über den münsterischen Westen. Dabei taten sich ihm die dortigen Stadtteile im nächtlichen Lichterschein auf.

Um 3.41 Uhr fotografierte er aus 550 Metern Höhe das Roxeler Zentrum. Um 3.51 Uhr schwebte der Ballon dann 780 Meter hoch über dem Albachtener Ortskern. Tobias Klostermann fing den sehenswerten Anblick natürlich ebenfalls mit seiner Digitalkamera und dem bevorzugten lichtstarken analogen Teleobjektiv ein.

Bei seinen Ballonfahrten schießt der Mecklenbecker stets mehrere Hundert Fotos, von denen dann etwa fünf bis zehn Prozent so interessant sind, dass er sich mit ihnen beschäftigt. Die farbigen Digitalfotos wandelt er am Computer fast immer in Schwarz-Weiß-Aufnahmen um. Mit Gespür für besondere Stimmungen arbeitet er mit der Hilfe von Fotoprogrammen Details heraus, sucht nach dem „Bild hinter dem Bild“. Da könne es schon mal sein, dass er ein Foto zwei bis drei Stunden bearbeite, um ein optimales Ergebnis zu erzielen, erläutert Klostermann. „Manchmal gelingt es mir, zeitlos wirkende Bilder zu schaffen: Fotografien, die über den Moment ihrer Entstehung hinaus zu etwas Bleibenden werden wollen.“

Derartig zeitlos erscheint auch ein Foto, das bei der Ballonfahrt am 8. Juli um 5.22 Uhr auf einer Höhe vom 1480 Metern zwischen Lünen, Werne und Bergkamen entstand: Es zeigt die Lippe-Auen, über denen sich eindrucksvoll morgendlicher Nebel entfaltet.

Gasballonfahrten wirkten entschleunigend auf ihn, gesteht Klostermann. Er genieße diese „Luftreisen“, bei denen es anders als beim Flugzeug keine trennenden Fensterscheiben gebe und wohlige Ruhe herrsche: Man sei draußen und könne ganz besondere Fotos schießen, was ihn zu nächtlicher Stunde umso mehr fasziniere.

Die Ballonfahrt im Juli sollte nach einer Fahrtstrecke von rund 120 Kilometern ins Bergische Land, in die Nähe von Engelskirchen, führen. Dabei stieg das Luftgefährt bis in eine Höhe von 1650 Metern auf und Tobias Klostermann traute dort droben anfangs seinen Augen nicht: Schwalben umkreisten den Ballon. „Das war beeindruckend.“

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Klostermanns Ausstellung „Stille Reisen – Fotografische Blicke aus dem Gasballon“ ist im Nottuln-Daruper Kultur- und Begegnungszentrum „Alter Hof Schoppmann (Am Hagenbach 11) zu sehen. Der dritte Zyklus wird ab dem 7. Oktober präsentiert. Dazu sind alle Fotofreunde um 15 Uhr eingeladen.

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