Marienschule Roxel
Brücke contra Straßensperrung

Münster-Roxel -

Die Roxeler Grundschule platzt schon jetzt aus allen Nähten. Da verwundert es nicht, dass sich die Politik mittlerweile mit einer Erweiterung der Marienschule befasst.

Donnerstag, 27.09.2018, 18:34 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.09.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 27.09.2018, 18:34 Uhr
Blick auf die Straße „Auf dem Dorn“, die Marienschule (l.) und die ehemalige Augustin-Wibbelt-Schule (r.) trennt. Damit beide Gebäude miteinander verbunden werden können, schlägt eine Studie den Bau einer Brücke beziehungsweise eine Teilsperrung der Straße vor.
Blick auf die Straße „Auf dem Dorn“, die Marienschule (l.) und die ehemalige Augustin-Wibbelt-Schule (r.) trennt. Damit beide Gebäude miteinander verbunden werden können, schlägt eine Studie den Bau einer Brücke beziehungsweise eine Teilsperrung der Straße vor. Foto: sch

Prognosen zufolge könnte die Marienschule in den kommenden Jahren beträchtlich wachsen. Möglicherweise könnte es im Zeitraum 2020 bis 2025 an der Roxeler Grundschule sogar fünf Eingangsklassen geben. Vor diesem Hintergrund darf sich die Politik in den kommenden Monaten Gedanken im Hinblick auf eine Erweiterung der Schule machen. Dazu wurde bereits eine Studie durchgeführt.

„Handlungsbedarfe zur Erweiterung von Schulgebäuden“ heißt ein umfangreiches Papier des Amts für Schule und Weiterbildung, mit dem sich die politischen Gremien bis Mitte Dezember befassen dürfen. Darin wird auch über die Machbarkeit einer Erweiterung der schon jetzt aus allen Nähten platzenden Roxeler Grundschule aufgeklärt. Diese braucht dringend neue Räumlichkeiten.

Egal, ob die Marienschule mit ihren derzeit 415 Schülern ausreichend Raum für eine Vier- oder eine Fünfzügigkeit braucht: Sie ist in der glücklichen Situation, direkt nebenan die ehemalige Augustin-Wibbelt-Schule mitnutzen zu können. Allerdings sind für eine Erweiterung des Raumprogramms in beiden Schulgebäuden Umbaumaßnahmen notwendig. Komplett neu gebaut werden muss nicht.

Im Augustin-Wibbelt-Gebäude sind nach Auskunft von Rektorin Kerstin Ahlers bereits die vierten Klassen und das Lehrerzimmer untergebracht. Außerdem nutzen die Viertklässler den Pausenhof der einstigen Förderschule. Räumlich getrennt sind die Immobilien allerdings durch die schmale „Tempo 30“-Straße „Auf dem Dorn“. Sie verhindert, dass beide Schulstandorte eine Einheit bilden können.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Studie zur Erweiterung der Grundschule zwei mögliche Lösungen ins Spiel bringt, um die Komplexe miteinander zu vereinen: „Eine gewünschte Verbindung der Marienschule Roxel mit dem Gebäude der ehemaligen Augustin-Wibbelt-Schule kann voraussichtlich durch eine Sperrung der Straße ,Auf dem Dorn‘ in Teilbereichen für den Durchgangsverkehr oder in Form einer Brücke als Verbindung zwischen den Obergeschossen erfolgen“, heißt es in dem Papier. In Planungsgesprächen der Fachverwaltung seien diese Alternativen „intensiv erörtert und fachlich geprüft worden“. Eine abschließende Bewertung sei derzeit aber noch nicht möglich.

„Wir würden auf jeden Fall eine Brücke favorisieren“, sagt Schulleiterin Kerstin Ahlers. Diese könne sehr viel vereinfachen und eine große Erleichterung darstellen. Denn bislang sei es so, dass die Schüler die trennende Straße auf keinen Fall alleine überqueren dürften.

Der Bau einer Brücke würde laut Schulamt mit Kosten in Höhe von rund 575 000 Euro zu Buche schlagen. Er scheint aber aufgrund des Höhenunterschieds zwischen den beiden Schulgebäuden „aus bautechnischer Sicht unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit nicht realisierbar“, heißt es. Deshalb gibt das Amt die Empfehlung, „den Ansatz einer teilweisen Straßensperrung weiter zu verfolgen und planerisch zu konkretisieren“. Welcher Vorschlag im Falle des Falles realisiert werden soll, dürften die anstehenden kommunalpolitischen Diskussionen zeigen.

Sicher ist, dass für eine Erweiterung der Marienschule umfangreiche Umbauten notwendig werden. Die Kosten dafür beziffert das Schulamt im Falle einer künftigen Vierzügigkeit der Schule mit 4,4 Millionen und Falle der Fünfzügigkeit mit rund 4,57 Millionen Euro. Allerdings gibt es mit Blick auf den Zeitraum 2020 bis 2025 ein großes Fragezeichen: „Eine verbindliche Aussage dazu, ob vier oder fünf Eingangsklassen zu bilden sind, kann im Voraus nicht getroffen werden“, so das Schulamt.

Aktuell sind drei von vier Jahrgängen der Marienschule vierzügig. Ein Jahrgang ist fünfzügig. 220 der Grundschüler besuchen zudem die offene Ganztagsbetreuung. Es besteht reichlich Platzbedarf. „Wir brauchen viele Räume“, stellt Rektorin Kerstin Ahlers klar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6080176?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F
Nachrichten-Ticker