Bahnübergang Bösenseller Straße
Erneuerung lässt auf sich warten

Münster-Roxel -

Mitarbeiter der Bahn sorgen seit längerer Zeit dafür, dass am Schienenübergang Bösenseller Straße die Behelfsschranken herunterfahren. Ein Ende der Einsätze ist noch nicht in Sicht.

Dienstag, 09.10.2018, 20:00 Uhr
 Posten sorgen am Bahnübergang Bösenseller Straße dafür, dass die Behelfsschranken beim Durchfahren der Züge herunterfahren. Dafür müssen sie die Elektronik am Übergang bedienen.
 Posten sorgen am Bahnübergang Bösenseller Straße dafür, dass die Behelfsschranken beim Durchfahren der Züge herunterfahren. Dafür müssen sie die Elektronik am Übergang bedienen. Foto: sch

So mancher dürfte sich in den vergangenen Monaten und Jahren darüber gewundert haben: Bei einem Unfall im Jahr 2015 wurde der Bahnübergang an der Bösenseller Straße stark beschädigt. Es ist zwar längst wieder passierbar, doch die Technik ist immer noch nicht wiederhergestellt. Mitarbeiter der DB-Fahrwegdienste GmbH in Duisburg müssen den Übergang in Handarbeit bei der Durchfahrt von Zügen sichern.

Neben dem Gleis am Bahnübergang befinden sich ein Aufenthalts-Container und eine Dixie-Toilette. Sie wurden für die Männer installiert, die dort als Bahnübergangsposten ihren Dienst absolvieren. Wochentags werde in zwei Schichten gearbeitet, am Wochenende sogar in drei Schichten, war auf Anfrage von der Fahrwegdienste GmbH zu erfahren. Die Mitarbeiter – es ist jeweils ein Posten im Einsatz – kämen nicht aus Münster, reisten für ihre Arbeit von auswärts, beispielsweise aus Hamm, nach Roxel, an – und das mittlerweile seit Jahren.

Handarbeit ist gefragt

Nach Auskunft der Düsseldorfer DB-Pressestelle haben die an der Bösenseller Straße tätigen Mitarbeiter die Aufgabe, den Bahnübergang abzusichern: Damit es bei der Durchfahrt der Züge zu keinen Kollisionen mit querenden Fahrzeugen, Passanten oder Radlern komme, müssten sie sogenannte Behelfsschranken manuell herunterfahren lassen.

Dazu muss an der zentralen Elektroniktafel stets ein Schlüssel eingesteckt und umgedreht werden. „Das ist auf jeden Fall besser, als eine Sicherung per Flatterband“, sagt der Bahn-Sprecher. Darüber, wann die Züge anrollen, werden die Posten bereits im Vorfeld telefonisch unterrichtet.

Obendrein gibt es noch einen zweite Absicherung für den Bahnübergang: Ein Nachwarnsystem wird aktiv, falls der diensthabende Mitarbeiter aus irgendeinem Grund seine Aufgabe nicht verrichten kann. Kontakte am Gleis sorgten in so einem Fall für eine Notschließung, war zu erfahren.

Ein Ende ist nicht absehbar

Wie lange die Männer ihrem Dienst am Roxeler Bahnübergang noch nachkommen müssen, lässt sich nach Auskunft des Bahnsprechers derzeit noch nicht sagen. Es sei noch keine Entscheidung im Hinblick auf eine Erneuerung des Übergangs gefallen. Es gebe Gespräche mit der Stadt Münster und dem Landesbetrieb Straßen, denn diese seien gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz verpflichtet, jeweils ein Drittel der dafür notwendigen Kosten zu tragen. Wann es am Übergang weitergehe, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

Michael Grimm, Leiter des städtischen Tiefbauamts, bestätigt dies. Die Kreuzungsbeteiligten seien in Gesprächen. Die Stadt Münster solle für die Erneuerung des Bahnübergangs an der Bösenseller Straße einen Anteil von rund 300 000 Euro beisteuern und hoffe auf Zuschüsse: „Wir haben Landesmittel beantragt.“ Einen Termin dafür, wann der Übergang endlich wieder auf Vordermann gebracht werden kann, vermag auch Michael Grimm nicht zu nennen.

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