Heimatkult
Löwenzahnromantik und Giebelflair

Münster-Roxel -

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah: Auf zwölf Kalenderblättern blicken die Roxeler Fotofreunde auf das Jahr 2019 mit prachtvollen Augenblicksmomenten aus dem Stadtteil. Ab sofort ist der elfte Roxeler Fotokalender erhältlich.

Sonntag, 04.11.2018, 15:42 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 02.11.2018, 17:04 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 04.11.2018, 15:42 Uhr
Ab sofort erhältlich: (v.l.) Paul Ottmann, Dieter Pferdekamp, Christian Weinheimer, Hedwig Außendorf, Harald Humberg, Brigitte Kintrup, Wolfgang Schürmann Martin Heinrich und Klaus Wethmar stellten am Freitag den Kalender in der Pfarrbücherei vor.
Ab sofort erhältlich: (v.l.) Paul Ottmann, Dieter Pferdekamp, Christian Weinheimer, Hedwig Außendorf, Harald Humberg, Brigitte Kintrup, Wolfgang Schürmann Martin Heinrich und Klaus Wethmar stellten am Freitag den Kalender in der Pfarrbücherei vor. Foto: Peter Sauer

In den wenigen Tagen, an denen es 2018 Schnee gab, hat Martin Heinrich zwischen Mecklenbeck und Roxel eine stimmungsvolle Winterlandschaft eingefangen mit Fernweh auslösenden Gelb- und Ockertönen am Abendhimmel. Die unterschiedlichen Grüntöne des Frühlingserwachens bildete Wolfgang Schürmann am Haus Vögeding ab, genau dort „wo zwischen Hainbuche, Schlehe und Weide Anette von Droste Hülshoff Buttermilch trank und mit ihrem Freund promenierte“, wie er zu berichten weiß.

Das sind nur zwei von zwölf herausragenden Fotomotiven des neuen Kalenders der Roxeler Fotofreunde, der am Freitag in der Pfarrbücherei vorgestellt wurde. Die Juroren Hedwig Außendorf, Brigitte Kintrup und Klaus Wethmar wählten aus mehreren 100 Bildern einstimmig die schönsten Motive aus.

Die elfte Ausgabe des engagierten Kalenderprojektes, bietet ein paar Neuerungen.

Menschen kamen in den bisherigen Kalender-Editionen nicht so häufig vor – bislang. So lichtet Paul Ottmann vor dem Osterfeuer im Rüschenfeld auch die beiden Schattenumrisse zweier Besucherinnen stimmungsvoll ab. „Ich habe meine Kamera so eingestellt, dass man die Funken gut fliegen sieht.“ Mitten drin im vom Menschen umringten Lambertussingen auf dem Pantaleonplatz bildete Ottmann ab, wie zeitlos beliebt die alte Tradition ist.

Eines der schönsten Motive zeigt drei Kinder, die auf einer Wiese nahe des Hofes Lütke-Brintrup sitzen und in sich ruhend kleine Sträuße pflücken. „Nur an zwei Wochen im Jahr blüht der Löwenzahn dort so“, betonte Ottmann die Auswahl seines Motivs.

Die Büste von Annette von Droste-Hülshoff des Bildhauers Anton Rüller hat Martin Heinrich mal ganz ohne den dort oft vorzufindenden Vogelkot vor die Kamera bekommen. Wie aquarelliert sieht der Himmel in der Weizenfeld-Aufnahme von Dieter Pferdekamp aus.

Das Deckblatt des Kalenders.

Das Deckblatt des Kalenders. Foto: Peter Sauer

Richtig suchen muss man in Roxel, wo Dieter Pferdekamp den neubarocken Giebel des Wohnhauses der Familie Essmann-Gillhaus von 1903 abgelichtet hat. Auch Elemente des Jugendstils finden sich an der Havixbecker Straße wieder.

Erstmals Technik zeigt sich auf dem November-Blatt: Martin Heinrich gelang es mit raffinierter Langzeitbelichtung, dass Windräder, Hochspannungsmasten und die A1 von der Brederheide aus betrachtet in ungewöhnlich verschwimmenden Farben friedlich vorbeiflirren. So wie der November ja zumeist ein Monat im Umbruch der Jahreszeiten ist.

Neu ist auch, dass die Monatsblätter ohne schwarzen Rand sind. Das tut dem Kalender sehr gut. Die exzellenten Fotos können sich so noch besser „entfalten“.

Zum Thema

Den Kalender gibt es bei der Post, bei Schreibwaren Kintrup sowie in den beiden örtlichen Apotheken – in einer Gesamtauflage von über 300 Exemplaren. Es gibt ihn für 7,90 Euro im DIN-A-5-Format. Im größeren DIN-A-3-Format kostet er 12,90 Euro. Unter roxelbilder.de sind die Wettbewerbsbilder im Internet zu sehen.

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