Die ehemalige Lehrerin Agnes Heidbrink hat ein Buch geschrieben.
Herzschlag eines langen Lebens

MÜNSTER-ROXEL -

Sie lebt mit ihren Erinnerungen. Und nun nimmt sie viele Leser mit auf eine Reise durch die Zeiten.

Donnerstag, 22.11.2018, 05:30 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 18:28 Uhr
Agnes Heidbrink erinnert sich in ihrem Buch „Der Herzschlag meiner Heimat“ an ihr Leben in Roxel. Die 96-jährige ehemalige Lehrerin steuerte für das Buch auch viele persönliche Erinnerungsfotos bei.
Agnes Heidbrink erinnert sich in ihrem Buch „Der Herzschlag meiner Heimat“ an ihr Leben in Roxel. Die 96-jährige ehemalige Lehrerin steuerte für das Buch auch viele persönliche Erinnerungsfotos bei. Foto: ann

Perlen sind kleine Kostbarkeiten, die man im Verborgenen findet. Das Buch von Agnes Heidbrink „Der Herzschlag meiner Heimat“ ist eine solche Perle, die schon länger existiert, aber dennoch nicht sehr vielen Menschen bekannt ist.

Schon vor einiger Zeit hat die ehemalige Lehrerin ihr Buch mit Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in Roxel herausgebracht. „Man gibt so viel von sich preis. An so etwas wie Werbung oder Reklame für mein Buch habe ich nie gedacht. Ich habe es ja auch gar nicht mit dem Gedanken an eine Veröffentlichung geschrieben, sondern mehr für mich und vielleicht für die engere Familie“, sagt die heute 96-Jährige.

„Als ich nicht mehr gearbeitet habe, habe ich manchmal an Sommernachmittagen im Garten gesessen und mich in die Vergangenheit hineinversetzt. Dann habe ich geträumt und die alten Geschichten sozusagen noch einmal erlebt“, erzählt Agnes Heidbrink. Sie ließ den Familienalltag und die häuslichen Pflichten vor ihrem inneren Auge Revue passieren: die Dorfschule mit Lehrer Pieners und die Ferien in Asbeck, woher die Familie ihres Vaters stammte; der Vater, der als Stellmacher keine Zukunft sah und Polizist in Roxel wurde. Sie erinnert sich an das Spielrevier in Roxel und die traditionellen, kirchlich geprägten Feste im Jahreskreis, an einzelne Freunde, an Familien oder Nachbarn, auch an besondere Gebäude, wie die Dorfkirche, das Pfarrhaus, die Brennerei Leuvering, Eilings Mühle oder die Borromäus- Bücherei.

Mobilmachung

In der Zeit des Nationalsozialismus‘ wurden katholische Verbände aufgelöst, und es wurden Jungmädelzeit, Staatsjugendtag und Pflichtjahr Gebot. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs weckte sie Bürgermeister Schulze Höpings Stimme frühmorgens vor dem Schlafzimmerfenster zur Mobilmachung.

Um ihre sehr persönlichen Erinnerungen aufzuschreiben, hat Agnes Heidbrink sich eigens einen Computer gekauft und nach und nach einzelne kleine Texte ausgedruckt. Diese Erinnerungsgeschichten haben dann einige wenige Verwandte gelesen – mit großer Empathie und Begeisterung.

Persönliche Fotos

„Davon wusste ich ja gar nichts“, staunte Großnichte Brigitte, die inzwischen in Bayern zu Hause ist, und riet ihr: „Das musst du veröffentlichen.“ Hergard Schwarte, eine sehr geschätzte Kollegin aus dem Marien-Lyzeum (der heutigen Marienschule) ermunterte sie nachdrücklich, diese Zeitzeugnisse nicht in der Schublade liegen zu lassen. Ergänzen konnte die Autorin ihre Erinnerungen mit vielen persönlichen Fotos, die als historische Dokumente kleine Kostbarkeiten sind und auch schon in fremden Publikationen verwendet wurden. „Leider ohne Quellenangabe“, wie sie bedauernd feststellt.

Zum Thema

Agnes Heidbrink, „Der Herzschlag meiner Heimat“, BiografieVerlag Ruth Damwerth, 160 Seiten, viele Abbildungen; zu beziehen bei Spielwaren Kintrup in Roxel.

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