„Bericht zur Lage der Stadtteilkultur“
Nur Roxel hat kein Bürgerzentrum

Münster-West -

Im Bericht der Stadt Münster über die kulturelle Infrastruktur in den Stadtteilen wird einmal mehr deutlich, dass es im Hinblick auf Begegnungszentren in Roxel und Sentrup nach wie vor Defizite gibt. Besser sieht es in Mecklenbeck und Albachten aus.

Dienstag, 27.11.2018, 20:00 Uhr
Blick auf das Bürgerzentrum „Hof Hesselmann“. Es wird vom Mecklenbecker Bürgerverein getragen und von vielen Initiativen, Vereinen und Gruppen genutzt.
Blick auf das Bürgerzentrum „Hof Hesselmann“: Es wird vom Mecklenbecker Bürgerverein getragen und von vielen Initiativen, Vereinen und Gruppen genutzt. Foto: sch

Geht es um Bürgerhäuser und Begegnungszentren, dann ist es um die münsterischen Stadtteile Albachten und Mecklenbeck gut bestellt. Schlecht sieht es jedoch in Roxel aus, wo es trotz wiederholter bürgerschaftlicher Initiativen nach wie vor kein derartiges Forum gibt. Dies geht einmal mehr auch aus dem „Bericht zur Lage der Stadtteilkultur“ des städtischen Kulturamts hervor, der in diesem Monat die politischen Gremien passiert.

Zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt ist in den vergangenen Jahren in Albachten das „ Haus der Begegnung“ an der Hohen Geist geworden. Es wird als städtische Einrichtung von einem ehrenamtlich tätigen Trägerverein eingeständig verwaltet und betrieben. Das ursprünglich als Forum für die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen des münsterischen Stadtteils konzipierte Haus habe sich seit seiner Eröffnung im Jahre 2007 zu einem „Veranstaltungszentrum mit überregionalem Einzugsbereich“ entwickelt, heißt es im „Bericht zur Lage der Stadtteilkultur“.

Das multifunktionale Gebäude mit seinem großen Veranstaltungssaal und weiteren Mehrzweckräumen diene sowohl als Forum für die Ludgerusschule als auch als kultureller Treffpunkt sowie Kultur- und Veranstaltungszentrum für die aktive Musikszene des Stadtteils. In jüngster Zeit, so heißt es im Bericht weiter, sei eine Aufstockung der Raumkapazitäten im „Haus der Begegnung“ gefordert worden: „Geschuldet ist dies der zunehmenden Schülerzahl und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule, wodurch der Musikschule weniger Räume für ihre Arbeit zur Verfügung stehen.“

Im Stadtteil Mecklenbeck wiederum dient das Bürgerzentrum Hof Hesselmann als Kultur- und Bildungszentrum, als Veranstaltungsort für private Feiern sowie als Treffpunkt für Vereine und Gruppen. Es wird vom Mecklenbecker Bürgerverein gepachtet und ehrenamtlich bewirtschaftet. „Die entstehenden Sachkosten werden hauptsächlich durch die Vermietung der Räume im Untergeschoss erwirtschaftet“, wird im „Bericht zur Lage der Stadtteilkultur“ dargelegt. Nach Angaben des Bürgervereins seien dort zirka 30 Mecklenbecker Gruppen, Vereine und Institutionen zusammengeschlossen. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Belastung und die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements habe der Bürgerverein als Träger des Hofs allerdings Gesprächsbedarf angemeldet.

Im Stadtteil Roxel gebe es – ebenso wie in Sentrup – jedoch kein vergleichbares Bürgerhaus, legt das Kulturamt in seinem Bericht dar und zeichnet zugleich ein ernüchterndes Bild: In Roxel habe die Zahl der im kulturellen Bereich tätigen Akteure, Initiativen und Projekte in den vergangenen Jahren abgenommen. Ehemals profilbildende Veranstaltungen wie zum Beispiel die Kabarettreihe RoKuLa, die in der Mensa des Schulzentrums stattfand, würden aktuell gar nicht mehr durchgeführt.

Keinerlei Angaben werden seitens des Kulturamts dazu gemacht, wie es im Hinblick auf die künftige Entwicklung der kulturellen Infrastruktur Roxels weitergehen könnte.Würde dem münsterischen Stadtteil ein Bürgerhaus beziehungsweise Begegnungszentrum gut zu Gesicht stehen? Die genauen Bedarfe und Potenziale im Stadtteil ließen sich mit aktuellem Kenntnisstand nicht einschätzen, wird im  „Bericht zur Lage der Stadtteilkultur“ offenbart.

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