Amüsantes über ein Hundeleben in Roxel
Die Hündin und ihr Herrchen

MÜNSTER-ROXEL -

„Wer erzieht hier eigentlich wen?“: Aus dem Blickwinkel seiner Hündin Chaka hat der Roxeler Gernot Beger die Welt betrachtet. Dabei ist ein witziges Buch entstanden.

Donnerstag, 29.11.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 30.11.2018, 18:02 Uhr
Aus dem Blickwinkel seiner Rhodesian-Ridgeback-Hündin Chaka hat der Roxeler Autor Gernot Beger die Welt betrachtet. Dabei ist ein witziges Buch über Zwei- und Vierbeiner entstanden. Ob Chaka das auch weiß?
Aus dem Blickwinkel seiner Rhodesian-Ridgeback-Hündin Chaka hat der Roxeler Autor Gernot Beger die Welt betrachtet. Dabei ist ein witziges Buch über Zwei- und Vierbeiner entstanden. Ob Chaka das auch weiß? Foto: jans

Chaka guckt. Mal fragend, mal genervt und mal nachdenklich. Die Rhodesian-Ridgeback-Hündin schaut insbesondere ihr Herrchen Gernot Beger manchmal sinnend an. Ob sie ahnt, dass der 68-jährige Roxeler mit Banker-Vergangenheit ein Buch über sie geschrieben hat?

„Wer erzieht hier eigentlich wen?“ heißt Begers humorvolle Beschreibung der „Welt vom anderen Ende der Hundeleine“, so der Untertitel. Der Autor wird in dem Buch nämlich zu Chaka, die uns ihr Hundeleben in Roxel präsentiert. Mit dabei sind unter anderem Gernot und dessen „Kochgruppe“ sowie eine weibliche „Glühweintruppe“ und jede Menge Hunde.

Es gibt den „lebendigen Adrenalinspeicher“ und Dalmatiner-Rüden Jumper, den Mischlingsrüden Einstein oder auch Lily, einen „wichtigtuerischen Zwergpinscher“ aus dem Tierheim. Eine Welpenschule, Staatsanwalt Klagehorst und Nachbar Schwengelbeck („trägt einen genagelten Zeigefinger“) kommen auch vor. Mit Verweis auf die komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Hund wendet sich Chaka im Vorwort an das verehrte Hundepublikum: „Meine Erfahrungen mit den Zweibeinern sind da bestimmt hilfreich“, schreibt sie.

Und dann geht es los: „Alles hängt vom Wohlwollen der Zweibeiner ab. Als Hund bist du letztlich ein Luxussklave“, stöhnt Chaka. Dann beschreibt sie ihre täglichen Abenteuer. Die sind natürlich nicht ganz konfliktfrei. Zum Beispiel trifft sie auf Brutus, „eine sabbernde englische Bulldogge, der man einen Strickpulli übergezogen hat“. Das freche Vieh grinst Chaka an, und die macht dem Hund im Pullover bellend klar, dass er nix zu melden hat.

Autor Beger zeichnet so mit liebevoll-witzigem Chaka-Blick die Welt nach, in der Hunde und Menschen nun mal miteinander auskommen müssen. Inzwischen kann er sich auch eine Fortsetzung seines Chaka-Buches vorstellen.

Der in Neuss geborene Beger hat lange in Düsseldorf gearbeitet. Vor sechs Jahren stieg er aus dem Bank-Geschäft aus. Er lernte seine Frau kennen und zog nach Roxel. Dort kam er dann auf den Hund, sprich: Er legte sich Chaka zu, mit der er schnell die Gegend sowie die zwei- und vierbeinigen Nachbarn kennenlernte. Denn: „Sie müssen ja rausgehen mit so einem Tier.“

„Für mich war klar, ich fange jetzt an zu schreiben“, wusste der frisch gebackene Pensionär. Er hatte darin schon Erfahrung: 2009 erschien sein erstes religionskritisches Sachbuch. Zwei weitere Sachbücher schrieb er danach. Anschließend folgte Beger dem Rat seiner Frau und machte das Zusammenleben mit seinem Hund zum Buchthema. Aber, so der Roxeler: „Es gibt mittlerweile Tausende von Hundebüchern!“

Allerdings fand er nur eines, das aus der Perspektive des Vierbeiners geschrieben war. Also griff der Autor diese Idee auf und machte sich ans Werk. Zwei Jahre arbeitete er kontinuierlich und stellte für sein Buch die Welt auf vier Pfoten.

Wer das Werk heute in der Hand hält, kann allerdings schnell einem Missverständnis erliegen. Man sieht Beger (kniend) und Chaka (stehend) auf dem Titelbild. Die beiden schauen sich an, und irgendwie sieht das Ganze ziemlich nach dröger Hundeschule aus. Beger weiß das selbst und betont schmunzelnd: „Das ist kein Sachbuch.“ Hier erklärt kein Herrchen, wie man das Stöckchen zu werfen hat. Hier spricht nur Chaka. Und die beschließt „ihr“ Buch mit den Worten: „Auch künftig werden wir . . . einen Dreh finden, wie man Herrchen und Frauchen dazu bekommt, das zu tun, was wir Vierbeiner wollen. Und sie in dem Glauben lassen, sie hätten entschieden.“

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Wer erzieht hier eigentlich wen?“ (Klecks Verlag Oktober 2018, 202 Seiten)

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