Abschiebung in Roxel
Georgische Familie morgens um vier Uhr abgeholt

Münster-Roxel -

In Roxel ist eine georgische Familie mit abgelehntem Asylbescheid frühmorgens zur Rückführung in die Heimat abgeholt worden. Das ärgert Bekannte der Familie.

Freitag, 21.12.2018, 01:00 Uhr aktualisiert: 21.12.2018, 07:53 Uhr
Abschiebung in Roxel: Georgische Familie morgens um vier Uhr abgeholt
(Symbolbild) Foto: dpa

Für Unverständnis und Verärgerung hat nach Informationen unserer Zeitung bei einigen Roxelern ein Vorfall gesorgt, der sich vergangene Woche in ihrem Stadtteil ereignete: Dort wurde eine vierköpfige Familie aus Georgien mit einem elf- und einem sechsjährigen Kind in ihr Heimatland abgeschoben. Ihr Asylantrag war abgelehnt worden.

Besagte Rückführung sei frühmorgens um vier Uhr durchgeführt worden, obwohl es einen Erlass des NRW-Ministeriums für Inneres und Kommunales gebe, der Abschiebungen bei Familien mit Kindern unter 14 Jahren im Zeitraum zwischen 21 Uhr abends und sechs Uhr morgens verbiete, ärgert sich eine Roxeler Bekannte der georgischen Familie. Diese sei im Ort „sehr gut integriert“ gewesen.

Ein Kind habe die Realschule besucht, eines sei in die Grundschule eingeschult worden. Darüber hinaus hätte die Familienmutter als ausgebildete Krankenschwester demnächst auch hierzulande ihrem Beruf nachgehen können. Die Schulen, die die Kinder besucht hätten, seien nicht über die Abschiebung informiert worden.

Klage wurde gerichtlich abgewiesen 

Auf Anfrage war von der Stadt Münster zu erfahren, dass die Familie, deren Asylantrag vom Bundesamt für Migration abgelehnt wurde, ausreisepflichtig gewesen sei. Klagen gegen den Ablehnungsbescheid seien vom Verwaltungsgericht abgewiesen worden. Für die Georgier, die im Jahr 2015 über Frankreich nach Deutschland eingereist seien, habe es keine Bleibeperspektive gegeben. Die Familie sei insgesamt sechs Mal zur freiwilligen Ausreise aufgefordert worden. „Da keine Reaktion erfolgte, musste die Abschiebung betrieben werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

Die dafür zuständige Landesbehörde habe einen Flug gebucht, für den die Familie zwischen 6.45 Uhr und 9.15 Uhr am Düsseldorfer Airport präsent sein musste. Damit diese ausreichend Zeit gehabt habe, alles Notwendige zu packen und den Kindern die Situation zu erklären, sei die Familie – auch unter Berücksichtigung der Fahrzeit nach Düsseldorf – gegen vier Uhr früh abgeholt worden, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Einen verbindlichen Erlass des Landes, dass dies nicht zulässig sei, gebe es nicht – lediglich eine schriftliche Bitte. Werde dieser nicht entsprochen, so seien die Gründe dafür aktenkundig zu machen. Darüber hinaus sei es Ausländerbehörden gesetzlich untersagt, Betroffenen Abschiebetermine mitzuteilen.

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