Evangelische Kirchengemeinde Albachten, Roxel, Bösensell
Umzug nach Schwäbisch Hall

Münster-Roxel -

Die Orgel der evangelischen Nicolaikirche in Roxel zieht um: Sie wird künftig in der Lukaskirche in Schwäbisch Hall die Gottesdienste mit ihren Klängen bereichern.

Dienstag, 22.01.2019, 21:00 Uhr
Weit mehr als zwei Jahrzehnte war die Schuke-Orgel der evangelischen Gemeinde in der Roxeler Nicolaikirche zu Hause. Jetzt wurde sie durch die Orgelbauer Paul Niesing und Florian Wenzel aus Lauffen am Neckar für den Umzug nach Schwäbisch Hall in Einzelteile zerlegt.
Weit mehr als zwei Jahrzehnte war die Schuke-Orgel der evangelischen Gemeinde in der Roxeler Nicolaikirche zu Hause. Jetzt wurde sie durch die Orgelbauer Paul Niesing und Florian Wenzel aus Lauffen am Neckar für den Umzug nach Schwäbisch Hall in Einzelteile zerlegt. Foto: ann

Für einen Menschen oder eine Familie ist ein Umzug im Regelfall nicht ungewöhnlich – für eine Orgel allerdings schon. In ihrem Fall wird auch kein Umzugsunternehmen beauftragt, sondern eine Orgelbaufirma. Die zwölfregistrige Orgel der evangelischen Nicolaikirche, mit der seit dem Jahr 1990 die Gottesdienste und Konzerte bestritten wurden, hatte ihren letzten Einsatz am vergangenen Sonntag. Ihren letzten Einsatz in Roxel wohlgemerkt, denn sie zieht um: nach Schwäbisch Hall .

Die Orgel in der dortigen Lukaskirche in die Jahre gekommen. Selbst größte Organistenkunst könne versagende Töne, Missklänge und Nebengeräusche nicht verhindern, war aus dem Umfeld der Kirchengemeinde zu erfahren. Nun ist die Orgel der Nicolaikirche aus der bekannten Berliner Orgelbauwerkstatt Schuke auch nicht mehr neu – vor ihrer Roxeler Zeit wurde sie bereits in St. Lamberti gespielt – aber fachkundige Orgelsachverständige aus dem evangelischen Kirchenbezirk Schwäbisch Hall gaben ihr nach eingehender Prüfung beste Noten.

Mit landeskirchlicher Genehmigung konnte der Kaufvertrag zwischen dem Vorsitzenden des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Roxel, Albachten, Bösensell, Volker Neveling , und der Kirchengemeinderätin der Lukas-Gemeinde, Dorothea Legat, „ohne zähe Verhandlungen“, wie es heißt, befriedigend abgeschlossen werden. In der Lukas-Gemeinde gab es einen „Orgelwein“ mit Orgellogo, dessen Erlös für den Erwerb des neuen Instruments bestimmt war. Ein „Orgelbarometer“ zeigte das kontinuierliche Anwachsen des Spendenaufkommens an.

Die Mitglieder der Roxeler Kirchengemeinde könnte die Tatsache trösten, dass „ihre“ Orgel bereits sehnsüchtig erwartet wird. Für das Instrument wird es zudem einen Aufstieg bedeuten: Die Orgel wird künftig auf einer Empore stehen. Als Ersatz wird in der Nicolaikirche vorerst einmal ein Clavinova-Digitalpiano gespielt.

„Für den späteren Einsatz im Neubau wird aus Platzgründen keine Pfeifenorgel mehr zum Einsatz kommen“, erläutert Volker Neveling. Das Presbyterium sei derzeit dabei, sich über geeignete elektronische Instrumente zu informieren, zumal sich diese im Laufe der Zeit deutlich verbessert hätten. „Noch ist keine Entscheidung gefallen. Die Wahl geschieht selbstverständlich mit sachverständiger Unterstützung. Der Organist wird mitreden“, betont Neveling.

Sachkundig waren auch die beiden Orgelbauer Paul Niesing und Florian Wenzel aus Lauffen am Neckar, die die Schuke-Orgel für den Umzug in für den Laien unübersehbar viele Einzelteile zerlegten, sodass sie schließlich in zwei Lieferwagen passte. „Wir können alles zerlegen, vom rohen Baumstamm bis zur fertigen Orgel“, sagte das Duo. Das Instrument erklingen zu lassen, trauen die beiden Männer sich allerdings nicht: „Wir spielen Klavier“, meinten sie. „Die Orgel ist doch noch mal was anderes.“

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