Zur Geschichte der St.-Pantaleon-Kirche
Aus 600 Plätzen sind 300 geworden

Münster-Roxel -

War das Roxeler Gotteshaus, als es zur Jahrhundertwende 1900 erbaut wurde, überdimensioniert?

Donnerstag, 24.01.2019, 19:00 Uhr
Blick in die St.-Pantaleon-Kirche: Im Roxeler Gotteshaus gibt es seit rund zwei Jahren nur noch rund 300 Sitzplätze. Das reicht aus für die beiden Sonntagsgottesdienste.
Blick in die St.-Pantaleon-Kirche: Im Roxeler Gotteshaus gibt es seit rund zwei Jahren nur noch rund 300 Sitzplätze. Das reicht aus für die beiden Sonntagsgottesdienste. Foto: sch

Hat sich Dieter Pferdekamp geirrt? In einem Bericht in unserer Zeitung über die Geschichte der St.-Pantaleon-Pfarrkirche hatte der Ehrenvorsitzende des Roxeler Heimat- und Kulturkreises am 9. Januar die Behauptung aufgestellt, dass Roxels katholisches Gotteshaus, als es zur Jahrhundertwende 1900 erbaut und in Betrieb genommen wurde, für das damalige kleine Örtchen Roxel „total überdimensioniert“ gewesen sei. Dem tritt Ludwig Heidbrink, Pfarrsekretär der St.-Pantaleon-Gemeinde, nun entschieden entgegen.

„Unsere Kirche ist eher für die Zahl der heutigen Gottesdienstbesucher als für die der damaligen Zeit überdimensioniert“, legt Heidbrink in einem Schreiben an die Redaktion dar. Seit der jüngsten Renovierung der Pfarrkirche, die vor zwei Jahren stattgefunden habe, gebe es dank des Abbaus von Bänken nur noch rund 300 Sitzplätze im Roxeler Gotteshaus, zuvor seien es etwa 600 gewesen. Die Anzahl der jetzigen Sitzplätze sei bei einem Kirchenbesucher-Aufkommen von 200 bis 300 Personen je Sonntag bei zwei Gottesdiensten und einer Gemeindemitgliederzahl von etwa 5000 Katholiken in Roxel auch angemessen, meint Heidbrink.

Zur Zeit des Kirchbaus im Jahre 1898 habe es jedoch ganz anders ausgesehen: Damals habe Roxel laut einer Statistik von Orts-Chronist Dr. August Schröder nur 1600 Gemeindemitglieder gehabt, 99 Prozent davon seien katholisch gewesen. Der Kirchenbesuch an den Sonntagen habe nach Angaben des damaligen Roxeler Hauptschullehrers Joseph Pieners jedoch bei durchschnittlich 700 Personen gelegen. Zu diesem Zeitpunkt seien die Verantwortlichen der Kirchengemeinde davon ausgegangen, dass Roxel in Zukunft noch wachsen werde, und dass von daher mit der Anzahl von rund 1000 Gottesdienstbesuchern an den Wochenenden zu rechnen sei.

„Laut meiner Eltern-Generation mussten in den 30er- Jahren des 20. Jahrhunderts noch viele Personen während der Messe stehen, weil alle Plätze besetzt waren. Die Aussage über einen spärlichen Kirchenbesuch in früherer Zeit kann man daher aus den vorliegenden Zahlen und auch angesichts der damals bestehenden Sonntagspflicht zum Messbesuch sicher so nicht stehen lassen“, stellt Ludwig Heidbrink klar.

Dass der Kirchenbesuch sich trotz der Verdreifachung der Gemeindemitglieder halbieren würde, sei für die Planer der um die Jahrhundertwende 1900 neu erbauten St.-Pantaleon-Pfarrkirche „absolut unvorstellbar“ gewesen, erläutert der Pfarrsekretär. Unbestritten sei jedoch, dass sich Roxel im Vergleich zu anderen Gemeinden einen für die damalige Zeit sicherlich „üppigen Kirchenbau“ geleistet habe.

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