Sozialbüro Roxel
Hilfe in schwierigen Lebenslagen

Münster-Roxel -

Helfen, zuhören, sprechen und beraten: Die Ehrenamtlichen des Roxeler Sozialbüros geben auf vielfältige Art und Weise Unterstützung – und das seit mittlerweile 20 Jahren.

Freitag, 25.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 28.01.2019, 17:10 Uhr
Ist seit 20 Jahren Anlaufstelle für Roxeler in schwierigen Lebenslagen: das Sozialbüro. Ehrenamtliche Mitstreiter sind (v.l.) Walter Imping, Wilfried Temme, Eva van Leyen, Maria Eiling, Georg Ludewig Maria Gravemeyer, Ursula Streitenberger (jetzt ausscheidend) und Lore Heinecke
Ist seit 20 Jahren Anlaufstelle für Roxeler in schwierigen Lebenslagen: das Sozialbüro. Ehrenamtliche Mitstreiter sind (v.l.) Walter Imping, Wilfried Temme, Eva van Leyen, Maria Eiling, Georg Ludewig Maria Gravemeyer, Ursula Streitenberger (jetzt ausscheidend) und Lore Heinecke Foto: ann

Längst volljährig und richtig gut eingespielt: Das Team des Roxeler Sozialbüros ist seit 20 Jahren feste Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenslagen. „Helfen, zuhören, sprechen, beraten, um einen Schritt weiter zu kommen“, ist das Motto. In der Sprechstunde am Dienstagnachmittag von 16 bis 17 Uhr im Pfarrheim St. Pantaleon haben das schon viele Menschen erfahren.

Das Sozialbüro startete erstmals im April 1999. Vier der acht ehrenamtlichen Mitarbeiter aus der Anfangszeit sind immer noch dabei: Maria Eiling , Lore Heinecke , Eva van Leyen und Ursula Streitenberger. Letztere verlässt jetzt allerdings aus Altersgründen die Runde. Nicht ohne ein wenig Wehmut, denn sie hat die Arbeit gern gemacht. Auch hat ihr die vertraute Gemeinschaft, die sich regelmäßig trifft und sich gegenseitig stützt, viel bedeutet.

Eigentlich begann das Sozialbüro unter einem anderen Vorzeichen: Alleinerziehenden Müttern sollte geholfen werden, aber dann wurde Maria Eiling auf das damals neu gegründete ökumenische Sozialbüro in Nienberge aufmerksam und stellte dessen Konzept dem Pfarrgemeinderat vor. „Alle waren gleich Feuer und Flamme“, erinnert sie sich. Nach einer eineinhalbjährigen Vorlaufzeit, angefüllt mit Infogesprächen, Hospitationen, Gesprächsschulungen und der Festlegung einer kleinen Satzung, fiel der Startschuss. „Neue Armut“ war damals das Schlagwort, aber immer war neben der praktischen Hilfe das Gespräch genauso wichtig.

„Die Einsamkeit alter Menschen ist ein wachsendes Problem“, sagt Ursula van Leyen. Wenn das Geld für eine neue Waschmaschine oder zum Bezahlen der Stromrechnung fehlt – das Sozialbüro übernimmt die Kosten zwar nicht, vermittelt aber schon mal Ratenzahlungen und gibt Lebensmittelgutscheine aus, damit eine Rate bezahlt werden kann. „Das Sozialbüro genießt hohes Vertrauen bei städtischen Stiftungen, die wir manchmal anzapfen können“, sagt Walter Imping, der mit Renate Gravemeyer, Georg Ludewig und Wilfried Temme ebenfalls zum Team gehört.

Haben sie Sorge, dass sie von Hilfesuchenden ausgetrickst werden? Zwar ließe sich das nicht völlig ausschließen, aber „Wer noch nie betrogen wurde, der hat noch nie geholfen“, wehrt Maria Eiling die Bedenken ab. Hilfesuchenden wird keine dauerhafte Unterstützung zuteil, wohl aber – wo es not tut – eine unbürokratische, direkte Soforthilfe, „ein Schritt weiter“ eben. Voraussetzung dafür: Der oder die Hilfesuchende muss den Nachweis erbringen, dass er in Roxel wohnt. Die Einkünfte müssen offengelegt und der Sozialhilfebescheid beigebracht werden, Nationalität, Konfession oder Glaubenszugehörigkeit spielen keine Rolle.

„Wir haben immer Wert auf die ökumenische Beratung gelegt“, sagt Walter Imping. „Zu unserer Mitgliederversammlung werden beide Pastoren eingeladen, und beide erhalten den Rechenschaftsbericht. Wir leben ja auch von den Spenden und Lebensmittelgutscheinen beider Kirchen.“ Lore Heinecke ergänzt: „Gelegentlich bekommen wir auch Zuwendungen von Privatpersonen. Wer nicht weiß, was er sich zum Geburtstag wünschen soll, für den hätten wir einen guten Tipp!“

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