Denkmalgeschützte Kapelle am Roxeler Stodtbrockweg
„Ein Kleinod am Wegesrand“

Münster-Roxel -

Sie wurde bereits im Jahre 1854 erbaut und kann sich auch heutzutage durchaus noch sehen lassen: die Wegekapelle am Hof Stodtbrock.

Mittwoch, 27.02.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 18:10 Uhr
Blick auf die Wegekapelle am Stodtbrockweg, die aufgrund ihrer ein wenig versteckten Lage mitunter übersehen wird.
Blick auf die Wegekapelle am Stodtbrockweg, die aufgrund ihrer ein wenig versteckten Lage mitunter übersehen wird. Foto: sch

So manchem wird sie gar nicht bekannt sein, denn sie liegt unauffällig und ein wenig versteckt unter hohen Bäumen an einer Wegbiegung des Stodtbrockwegs: Die Rede ist von der denkmalgeschützten Kapelle des Hofes Schulze Stodtbrock. Einer, der sich mit ihrer Geschichte auskennt, ist Roxels Orts-Chronist und Ehrenvorsitzender des Heimat- und Kulturkreises Franz Weitzel . Aus seiner Sicht führt es nicht zu weit, die Kapelle als „Kleinod am Wegesrand“ zu bezeichnen.

Vor der Eingemeindung Roxels in die Stadt Münster sei die Wegekapelle stets Station der örtlichen Fronleichnams-Prozession gewesen, weiß Weitzel. Erbaut wurde sie im Jahre 1854 im Auftrag des Ehepaars A. Schedding und C. Poppe. Damals stand sie allerdings an anderer Stelle unweit des Hofes. Schedding habe auf den Hof eingeheiratet und nach dem Tode seiner Ehefrau in zweiter Ehe die Schwester des damaligen Roxeler Pastors Bernhard Poppe geheiratet, so Weitzel. Ihren jetzigen Standort soll die Kapelle aber erst gegen 1900 gefunden haben, indem sie dorthin versetzt wurde. Laut Weitzels Unterlagen dürfte es auf dem alten Schulzengut Stodtbrock zu früheren Zeiten eine Vorgängerkapelle gegeben haben.

Beim Neubau der backsteinernen Wegekapelle mit Sandsteinelementen, rundbogiger Eingangstür und Pyramidendach wurde im Innenraum der Altarstein beziehungsweise die obere Altarplatte in den neuen Altar eingemauert. Das steinerne Kruzifix darüber, unter der sich eine Kreuzigungsgruppe mit den Heiligen Maria, Johannes und Magdalena befindet, soll angeblich aus der Zeit des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen (1606 – 1678) stammen. Die Kosten des Kapellenneubaus im Jahre 1854 sollen zwischen 200 und 300 Taler betragen haben.

Früher hielt nicht nur die Prozession an der Wegekapelle an, es wurden dort auch Gottesdienste gehalten, Kinder getauft und Maiandachten durchgeführt. Im Jahre 1967 gab es eine durchgreifende Instandsetzung. Und nach Angaben der städtischen Denkmalbehörde wurde die Wegekapelle im Jahr 2012 letztmals restauriert. Ihren Denkmalwert begründen die städtischen Experten damit, dass die Kapelle „hohe familien- und religionsgeschichtliche Bedeutung“ habe sowie als „spätklassizistisch-frühhistorischer Bau mit wertvollen barocken Ausstattungsteilen“ zu bewerten sei.

Wer demnächst am Stodtbrockweg vorbeikommt, für den dürfte es sich vermutlich lohnen, einmal einen Blick auf die kleine Wegekapelle zu werfen.

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