Hobby-Fußballer des FC Freitag
Der älteste Spieler ist 80 Jahre alt

Münster-Roxel -

Sie treffen sich seit mittlerweile 38 Jahren regelmäßig zum angestammten Termin, um ihrem Hobby nachzugehen: die Freizeitkicker des Roxeler FC Freitag.

Dienstag, 05.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 12:40 Uhr
Kicken seit fast vier Jahrzehnten jeden Freitagabend mit Begeisterung im Roxeler Sportzentrum: die Hobby-Fußballer des „FC Freitag“.
Kicken seit fast vier Jahrzehnten jeden Freitagabend mit Begeisterung im Roxeler Sportzentrum: die Hobby-Fußballer des „FC Freitag“. Foto: ann

Gut, dass es ein paar verlässliche Tatsachen gibt. Zum Beispiel, dass im Osten die Sonne aufgeht. Oder dass am Sonntag die Glocken läuten. Oder dass in Roxel am Freitag der „FC Freitag“ spielt, egal wie das Wetter ist. Jedenfalls sofern der Boden nicht gefroren ist.

Den beim DFB nicht registrierten Hobby-Fußballclub „FC Freitag“ gibt es seit ziemlich genau 38 Jahren, und seitdem treffen sich – zuverlässig wie eine eingefahrene Lokomotive – etwa 20 bis 25 Männer jeden Freitag um 19.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des Roxeler Sportzentrums.

Natürlich sind sie keine Profis, deshalb bespielen sie auch nur den halben Platz. Gelb kämpft gegen Rot. Die Spieler tragen farbige Westen, um „Freund und Feind“ erkennbar zu machen. Sie spielen mit großer Begeisterung und ganzem Einsatz, aber doch in dem Bewusstsein, dass sie nicht mehr die Allerjüngsten sind.

„Wir hatten mal ein paar hochmotivierte 20-Jährige“, erzählt Spieler Paul Ottmann , der – wie einige seiner Kameraden auch – bereits etliche Sportverletzungen hinter sich hat. „Das hat nicht funktioniert. Wir haben unsere Altersgrenze auf 30 Jahre hochgesetzt. Es sei denn, es möchte mal ein Sohn aus der Runde mitkicken.“

Einige Fußballspieler der ersten Stunde sind immer noch dabei: Detlef Ackmann, Hermann Bröcker, Peter Grobara, Paul Ottmann, Burkhard Spannhorst und Herbert Soechtig. Fast alle waren Nachbarn und wohnten im damaligen Neubaugebiet gegenüber dem Sportplatz. Inzwischen hat sich der „FC Freitag“ verändert, es sind neue Spieler dazugekommen, andere sind weggezogen oder können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen.

Besonders stolz sind sie auf den sportlichen Senior ihrer Runde: Manfred Nürnberg. Er hat gerade seinen 80. Geburtstag gefeiert. Vor zwei Jahren hatte er sich mal das Schlüsselbein gebrochen. Als er danach wieder erschien, schoss er sofort zwei Tore. „Er macht Mut und ist ein Vorbild dafür, wie man älter werden und fit bleiben kann“, sind sich alle einig.

Inzwischen hat der „FC Freitag“ in gewisser Hinsicht durchaus Ähnlichkeit mit der Nationalmannschaft: Acht verschiedene Nationalitäten spielen hier zusammen. „Wir sind der Integrationsverein Nummer eins in Roxel“, betont Spieler Michael Szukaj. Der Inder Shreyas Dave kickt nicht nur beim „FC Freitag“, sondern ist auch der Obmann der Altherren-Fußballer des BSV Roxel.

Adnan Khalaf wiederum hat früher in seinem Dorf in Syrien Fußball gespielt, jetzt kickt er seit einem Jahr in Roxel und freut sich, dass auch sein Sohn dort Training hat. Ein klitzekleiner Mangel an Integration fällt Paul Ottmann dann aber doch auf: „Eigentlich hätten wir auch gern ein paar Frauen hier mit auf dem Platz!“

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