Bundesweite Clubs kritisieren das Projekt „Verteilerstraße Roxel“
„Nordumgehung nicht zeitgemäß“

Münster-Roxel -

Geht es nach den Vorstellungen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), dann darf die geplante Ortsumfahrt für den münsterischen Stadtteil Roxel nicht gebaut werden . . .

Mittwoch, 27.03.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 12:09 Uhr
Geht es nach den Vorstellungen von ADFC und VCD, dann muss der Öffentliche Personennahverkehr auf Bus und Schiene, wie hier am Roxeler Bahnhaltepunkt, nachhaltig gestärkt werden. Auch die Anbindung des Haltepunkts an den Radverkehr soll verbessert werden.
Geht es nach den Vorstellungen von ADFC und VCD, dann muss der Öffentliche Personennahverkehr auf Bus und Schiene, wie hier am Roxeler Bahnhaltepunkt, nachhaltig gestärkt werden. Auch die Anbindung des Haltepunkts an den Radverkehr soll verbessert werden. Foto: sch

Als bundesweit tätige Vereine, die sich ökologisches Handeln beziehungsweise die Einleitung einer Verkehrswende auf die Fahnen geschrieben haben, stehen der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ( ADFC ) und der Verkehrsclub Deutschland ( VCD ) alles andere als in Verdacht, den motorisierten Individualverkehr zu fördern. Somit verwundert es nicht, dass sich die beiden Clubs in einer gemeinsamen Stellungnahme vehement gegen das Zukunftsprojekt „Verteilerstraße Roxel“ aussprechen. Sie fordern, es zu den Akten zu legen.

Nach Ansicht der münsterländischen Vertretungen von ADFC und VCD ist die „Verteilerstraße“ – der Allgemeinheit besser als „Nordumgehung Roxel“ bekannt – gänzlich überflüssig: Die aktualisierte Planung zum Neubau der Straße „konkretisiert eine längst nicht mehr zeitgemäße Planung aus dem Jahr 2009, die einerseits Maßnahmen zur Vermeidung eines Verkehrskollapses in Münster sowie vor allem Anforderungen an den Klimaschutz konterkariert“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme. Konzepte zur Förderung des Radverkehrs und des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) würden schlichtweg nicht berücksichtigt.

15 Prozent weniger Verkehr

Außen vor gelassen werde in der aktuellen bürgerschaftlichen und politischen Diskussion um die Nordumgehung zudem, dass sich der Verkehr auf der zu entlastenden Strecke um 15 Prozent verringert habe, geben ADFC und VCD in ihrem Papier zu bedenken. Darin wird unter anderem auch die Meinung vertreten, dass der Bau einer Ortsumgehung dem Kfz-Verkehr „die Tore in Richtung Innenstadt“ öffnen, ihn verstärken und dem Roxeler Ortskern „keine spürbare Entlastung“ bescheren werde. Zudem könne die Nutzung von Bus, Bahn und Rad unattraktiv werden.

Vor diesem Hintergrund fordern die beiden Mobilitätsclubs, auf den Bau der Nordumgehung gänzlich zu verzichten. Stattdessen soll „nachhaltige Nahmobilität“ geschaffen, also der Öffentliche Personennahverkehr per Bus und Schiene ebenso wie Velorouten ausgebaut werden. Im Ortskern von Roxel sollen „flankierende Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung“ durchgeführt werden, um diesen lebenswerter zu gestalten.

Anbindung des Radverkehrs an Bahnhaltepunkt Roxel

Darüber hinaus muss nach Ansicht der Clubs die Anbindung des Radverkehrs an den Bahnhaltepunkt Roxel verbessert und ein „leistungsfähiger ÖPNV zwischen Roxel und Münster“ geschaffen werden. Auch vom „Ausbau einer attraktiven, leistungsfähigen Infrastruktur“ für Radfahrer im betreffenden Bereich ist die Rede. All das soll in den Masterplan „Mobilität Münster 2035 plus“ eingebunden werden.

Laut ADFC und VCD besteht beim Verzicht auf die Nordumgehung die „einmalige Chance, für Roxel und die angrenzende Stadtregion ein wirklich zeitgemäßes Verkehrskonzept zu entwickeln“. Im Kern gelte: „Autoverkehr reduzieren ist eine bessere Lösung als ihn umzuleiten.“

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