Kneipenvorlesung zu „Fake News“
„Quatsch verbreitet sich schnell“

MÜNSTER-ROXEL -

Was kann man im Netz noch Glauben. Ein Experte gab Auskunft - in der Kneipe.

Freitag, 29.03.2019, 21:30 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 19:10 Uhr
Prof. Dr. Thorsten Quandt referierte in der Gaststätte Brintrup über das Thema „Fake News – Gefahr für unsere Demokratie“.
Prof. Dr. Thorsten Quandt referierte in der Gaststätte Brintrup über das Thema „Fake News – Gefahr für unsere Demokratie“. Foto: ann

„Fake News im Netz – Gefahr für unsere Demokratie?“ Bei der jüngsten Kneipenvorlesung in der Gaststätte Brintrup konnte Prof. Dr. Thorsten Quandt vom Institut für Kommunikationswissenschaften der Westfälischen-Wilhelms-Universität diese Frage weder bejahen noch verneinen. Sicher sei nur: Die anfängliche Euphorie, das Internet könne ein Heilsbringer für die Demokratie sein, habe sich nicht bestätigt, so der Referent. Einem digitalen Bild sei nicht wirklich zu trauen, weil es manipuliert sein könnte.

Aber wer kann zuverlässig ernsthafte Information garantieren? Wahrheiten können verzerrt dargestellt, Fehlinformationen gestreut und vertrauenswürdige Quellen vorgetäuscht sein. Wer blickt da noch durch? Der „normale Bürger“ kaum noch, betonte der Referent, aber die Forschung könne durch gezielte Netzwerkanalysen Erkenntnisse gewinnen. Wenn in sozialen Netzwerken parallele Themen – durch Hashtags auffindbar – in ähnlichen Aktivitätsmustern plötzlich häufig auftauchen und im Zusammenhang mit diesen Inhalten auffallend viele neue Accounts eingerichtet werden, dann sind sich Wissenschaftler sicher, dass Manipulation im Spiel ist. Beispielsweise durch „Bots“. Das sind Software-Roboter, die „liken“ (positiv bewerten), texten oder kommentieren und die sogar käuflich erworben werden können.

Derzeit sei – noch – die Hälfte aller Netz-Nutzer in der Lage zu erkennen, dass es sich um generierte Äußerungen handelt, erklärte Quandt. Was ist also zu tun? „Erwachsen an die Dinge herangehen“, meinte der Fachmann, der qualitativ keinen Unterschied zwischen digitaler und analoger Information sieht. Er betonte: „Nicht gleich auf den Button ,Teilen´ drücken, denn Quatsch verbreitet sich schnell. Überlegungen zur Plausibilität anstellen. Und nicht nur die Zeitungen lesen, die die eigene Meinung vertreten.“

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