Letzte Gemeindeversammlung in der Nicolaikirche
Zukunft bringt Abriss und Aufbau

MÜNSTER-ROXEL -

Es war ein Abschied, aber es war auch ein Aufbruch.

Freitag, 05.04.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 17:08 Uhr
Dr. Christoph Nooke (3.v.l.) und Johannes Krause Isermann (r.), die derzeitigen Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Roxel, Albachten, Bösensell, Superintendent Ulf Schlien (6.v.l.) und sein Stellvertreter Uwe Völkel (nicht im Bild) sowie das Presbyterium stellten in der Gemeindeversammlung die Zukunft der Nikolaikirche (kl. Bild) vor.
Dr. Christoph Nooke (3.v.l.) und Johannes Krause Isermann (r.), die derzeitigen Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Roxel, Albachten, Bösensell, Superintendent Ulf Schlien (6.v.l.) und sein Stellvertreter Uwe Völkel (nicht im Bild) sowie das Presbyterium stellten in der Gemeindeversammlung die Zukunft der Nikolaikirche (kl. Bild) vor. Foto: ann/jans

Es war eine Gemeindeversammlung „in schwerer Zeit“, so formulierte es Uwe Völkel, stellvertretender Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Münster. Er moderierte mit dem Vorsitzenden des Presbyteriums, Volker Neveling , die letzte Gemeindeversammlung in der Roxeler Nicolaikirche.

Rund 50 Mitglieder der evangelischen Gemeinde Roxel, Albachten, Bösensell informierten sich über das weitere Vorgehen in Sachen Kirchenabriss und Neubau (wir berichteten). Anwesend waren auch die beiden derzeitigen Pfarrer Johannes Krause-Isermann und Dr. Christoph Nooke, das Presbyterium, Superintendent Ulf Schlien sowie der Investor und Bauherr Dipl.-Ing. Thomas Vennemann. Die Bekanntgabe der Entwidmung der Kirche – letzter Gottesdienst wird am 26. Mai (Sonntag) um 11 Uhr sein – und ihres Abrisses nach Pfingsten sorgten dafür, dass die Stimmung emotional aufgeheizt war.

Wo bleibt die evangelische Gemeinde in ihrer kirchenlosen Zeit? Dass Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Trauerfeiern sowie die Gottesdienste an vier Sonntagen im Matthias-Claudius-Haus stattfinden sollen und ein Mal im Monat ein Gottesdienst in der Friedhofskapelle in Roxel, ließ Unmut aufkommen. „Kein schönes Zeichen“ empörten sich einige. Mehrfach wurde der Wunsch nach einer gemeinsamen Nutzung der Pantaleonkirche geäußert. Ein Vorschlag, dem – wie gesagt wurde – auch viele Roxeler Katholiken positiv gegenüberständen. Da die gewohnten Gottesdienstzeiten dort belegt seien, müsse man in dem Fall auf „unpopuläre Zeiten“ ausweichen, hieß es. Das Presbyterium plant nun eine neuerliche Anfrage. Das Pfarrheim der Pantaleonkirche würde in Kürze ebenfalls grundlegend umgestaltet, so dass der Raum dort keine Option sei, wurde betont. Einige Gemeindeglieder bedauerten, dass die vom Heimat-und Kulturkreis vorgetragene Idee, ein Pfarrheim in gemeinsamer Trägerschaft einzurichten, nicht verfolgt und der Ökumene damit keine weitere Chance eingeräumt worden sei.

Gedrückte Stimmung

Volker Neveling informierte über den Verbleib der Gegenstände aus der Kirche, die die Denkmalbehörde begutachtet hat und die in dem zukünftigen, deutlich kleineren Raum keinen Platz finden werden. Die leicht gedrückte Stimmung versuchte Pfarrer Krause-Isermann mit ein wenig Zuversicht aufzuhellen. „Blicken Sie nach vorne“, forderte er die Gemeinde auf. „Kirche ist doch mehr als ein Raum. Die Gemeinschaft ist viel wesentlicher und der Standort bleibt Ihnen“, betonte Krause Isermann.

Bauherr Dipl.-Ing. Thomas Vennemann stellte mit einigen Skizzen die Ansicht und den Grundriss des geplanten Neubaus vor. Auf 200 Quadratmetern sind für maximal 60 bis 70 Menschen zwei Gruppenräume für Gottesdienste und andere Aktivitäten vorgesehen. Geplant sind zudem ein Pfarrbüro, ein Sekretariat, eine kleine Küche, Toiletten, eine Garderobe, Abstellräume und ein Foyer. Für einige wenige Wohnungen im geplanten Neubau sei der Zugang von der Nicolai­straße vorgesehen.

„Im Detail haben Sie bei Farben, Formen und Materialien jetzt noch die Chance mit zu gestalten“, ermunterte Volker Neveling die Gemeindeglieder zur Mithilfe und dankte dem Presbyterium zudem für den engagierten ehrenamtlichen Einsatz bei vielen komplizierten Entscheidungen in der Planungsphase.

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