Raststätte Münsterland-West: gefährlicher LKW-Parkplatzmangel
Knapp an der Katastrophe vorbei

Münster-Roxel -

Viele Trucker finden auf der Raststätte Münsterland-West seit Jahren keinen Parkplatz. Mindestens einmal bestand dadurch Lebensgefahr.

Freitag, 05.04.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 20:17 Uhr
Die LKW-Parkplätze auf der Raststätte Münsterland-West sind schon seit Jahren überfüllt, erinnert sich Bernhard Ueding (kleines Bild), der lange auf der Raststätte arbeitete.
Die LKW-Parkplätze auf der Raststätte Münsterland-West sind schon seit Jahren überfüllt, erinnert sich Bernhard Ueding (kleines Bild), der lange auf der Raststätte arbeitete. Foto: Gunnar A. Pier/jans

„Wir hatten damals schon das Problem mit den LKW“, sagt Bernhard Ueding und beugt sich über einen Jahrzehnte alten Plan der Raststätte Münsterland-West. Der 82-Jährige weiß, wovon er spricht. Er arbeitete seit ihrer Eröffnung im Jahr 1968 auf dieser Rastanlage.

Am nebligen Morgen des 1. November 1968 ging Ueding zu seinem ersten Arbeitstag dort. Zehn Minuten brauchte er zu Fuß vom elterlichen Hof an der Altenroxeler Straße bis zum brandneuen Rasthof am ebenfalls neuen Teilstück der A 1, das das Münsterland mit dem Norden verband.

Vier Schweine

Der gelernte Metzger war in den nächsten Jahren verantwortlich für den Lebensmitteleinkauf und die Fleischvorbereitung in der Raststätte. Vier Schweine und ein halbes Rind holte Ueding jede Woche vom Schlachthof in Münster und zerlegte die Ware in der Raststätte selbst.

Für die 150 Menschen, die im Restaurant und im Selbstbedienungsbereich der Raststätte Platz hatten, gab es kräftig was auf die Gabel. Gulasch wurde oft geordert, große Schnitzel kamen auf die Teller, und Suppe ging sowieso immer. Der Renner waren aber die Mettbrötchen. „So schnell konntest du gar nicht schmieren“, erinnert sich Ueding.

In letzter Sekunde

Bald lernte er die Fernfahrer und deren hartes Leben kennen. Schon damals sei der Platz für Brummis auf der Raststätte knapp gewesen. Das hätte an einem Freitag im November 1973 fast zur Katastrophe geführt. Ueding atmet tief durch, bevor er davon berichtet. „Als wenn eine Bombe explodiert war“, habe an diesem Abend plötzlich ein Knall das Raststättenareal erschüttert. Was war geschehen? Ein Tanklastzug mit 60 000 Litern Benzin hatte zügig die Raststätte angefahren. Erst in letzter Sekunde erkannte der Fahrer, das vor ihm ein Teil eines Schwertransportes, der in einer Parkbucht nicht genügend Platz gefunden hatte, in die Fahrbahn ragte. Der Fahrer des Tankwagens machte eine Vollbremsung. Das Knallen der Bremsen hörten die Menschen auf der Raststätte. Sie liefen heraus und fanden den Tanklaster mit qualmenden Reifen. Beißender Gummigeruch lag über dem Rastplatz. Der Tanklaster-Fahrer stand unter Schock.

Platzprobleme

Es gab über die Jahre zwar mehrere Planungen zur Parkplatz-Erweiterung, die Ueding alle detailliert aufzählen kann. Letztlich griffen sie aber nicht, und die Platzprobleme für LKW auf der Raststätte bestehen weiter. „Ich habe viele Gespräche mit den Fernfahrern geführt“, sagt Ueding angesichts der aktuellen Diskussion um eine Erweiterung der Rastanlage. Und er betont: „Die müssen Parkplätze haben, absolut.“

Uedings Blicke schweift weiter über den Plan und ihm fallen noch weitere Kritikpunkte zum Verkehr vor Ort ein. Zur geplanten Wohnbebauung am Haferfeld samt neuer Kita meint er trocken: „Das ist ein Witz.“ Viel zu laut sei da die Autobahn. Auch moderne Schallisolierungen dämpften „das Pfeifen“ von der nahen A 1 nicht. Zur ebenfalls strittigen Nordumgehung Roxels fordert Ueding eine Bürgerinformation. Dann schaut der Mann, der noch heute auf dem Hof in der Nähe der Raststätte wohnt, wieder auf das Zentrum seiner Karte. Dort sind die Konturen der Raststätte und ihrer Parkplätze festgehalten. „Die Entscheidung fällt nicht hier. Die Entscheidung fällt in Berlin“, sagt Ueding.

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