Abschied von der Nicolaikirche
Raum für Gedanken und Wünsche

Münster-Roxel -

Das evangelische Gotteshaus in Roxel wird Ende Mai entwidmet. Es weicht einem Neubauprojekt. Damit die Gemeinde Abschied nehmen und zugleich in die Zukunft blicken kann, liegt ab sofort ein Erinnerungsbuch aus.

Mittwoch, 10.04.2019, 20:00 Uhr
Aufbruchstimmung vor der Nicolaikirche (v.l.): Die Geistlichen Christoph Tobias Nooke und Johannes Krause-Isermann sowie der Presbyteriumsvorsitzende Volker Neveling und Pfarrsekretärin Annette Giesen laden alle Interessierten dazu ein, ihre Gedanken ins Erinnerungsbuch einzutragen.
Aufbruchstimmung vor der Nicolaikirche (v.l.): Die Geistlichen Christoph Tobias Nooke und Johannes Krause-Isermann sowie der Presbyteriumsvorsitzende Volker Neveling und Pfarrsekretärin Annette Giesen laden alle Interessierten dazu ein, ihre Gedanken ins Erinnerungsbuch einzutragen. Foto: sch

Bei der Gemeindeversammlung am 3. April wurde über den bevorstehenden Abschied von der Nicolaikirche mit starken Emotionen diskutiert. Daraus macht auch Pfarrer Johannes Krause-Isermann keinen Hehl. Denn so manchem in der evangelischen Kirchengemeinde Roxel, Albachten, Bösensell tut es weh, sich Ende Mai vom angestammten Gotteshaus trennen zu müssen. Dem wollen die Verantwortlichen jetzt mit der Auslegung eines Erinnerungsbuchs Rechnung tragen. Es liegt ab sofort für alle Gemeindeglieder aus.

In das Buch mit dem Titel „Nicolaikirche 1965 – 2019: Erinnerungen und Aufbruch“ können Interessierte aus der Kirchengemeinde persönliche Beträge zu Begebenheiten rund um das Gotteshaus an der Paul-Gerhardt-Straße und zu dessen Geschichte eintragen. Dieses wird seit dem Jahr 1965 von den evangelischen Christen genutzt und soll – wie berichtet – in Kürze einem Neubau weichen, in dem es nach der Fertigstellung wieder Platz für die Gemeinde gibt. Zum Abschied von der Nicolaikirche wird es am 26. Mai einen Entwidmungsgottesdienst geben.

Auch Ausblicke auf die Zukunft der Gemeinde und vieles andere mehr können in dem violett eingebunden Erinnerungsbuch Platz finden, das bis dahin während der Öffnungszeiten im Eingangsbereich der Kirche bereitliegt. Und bei Bedarf kann Pfarrsekretärin Annette Giesen all denen, die etwas ins Buch eintragen möchten, während ihrer Arbeitszeiten ebenfalls Zugang verschaffen.

Wenn, wie in Kürze in Roxel, eine Kirche und ein Gemeindehaus entwidmet würden, dann verliere eine Gemeinde zwangsläufig ein Stück Heimat, sagt Pfarrer Krause-Isermann. Es handele sich um einen Vorgang, der Schmerz und Trauer wecke, andererseits aber auch viele Erinnerungen aufleben lasse. „Diese Erinnerungen sollen bleiben, auch über den Abschied vom Kirchgebäude hinaus“, unterstreicht der Geistliche. Dazu diene das Erinnerungsbuch. In dieses könnten alle Mitglieder der Gemeinde – auch solche, die sich ihr nicht so eng verbunden fühlten – ihre Gedanken, Hoffnungen und Wünsche sowie Erinnerungen an die vergangenen fünfeinhalb Jahrzehnte Nicolaikirche Roxel, an Gemeindefeste, an Gruppenarbeit und vieles andere mehr niederschreiben. Auch Fotos seien dazu willkommen.

Laut Pfarrer Krause-Isermann soll das Erinnerungsbuch nicht nur Vergangenes aufleben lassen und festhalten. Vielmehr soll es auch ein Symbol des Übergangs und des anschließenden Neubeginns sein, da die Kirchengemeinde und ihre Einrichtungen an die Paul-Gerhardt-Straße zurückkehren werden: „Der Standort bleibt erhalten.“ Das Buch sei deshalb auch „ein Zeichen der Kontinuität“. Bei der Entwidmung soll es aus der Kirche hinaus- und später in den neuen Kirchraum hineingetragen werden. Bis zu dessen Einweihung wird es im Albachtener Matthias-Claudius-Haus der evangelischen Gemeinde aufbewahrt, wo es ebenfalls für Einträge von Gemeindemitgliedern bereitliegen wird.

Zum feierlichen Entwidmungsgottesdienst am 26. Mai um 11 Uhr in der Nicolaikirche wird neben den beiden Gemeindepfarrern Johannes Krause-Isermann und Dr. Christoph Tobias Nooke auch Superintendent Ulf Schlien erwartet. Der Gottesdienst, in den sich mehrere Gruppen der Gemeinde einbringen wollen, soll in den kommenden Wochen vorbereitet werden.

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