Sportabzeichen-Stützpunkt Roxel
Rüstige Senioren mischen mit

Münster-Roxel -

Am 16. Mai wird die neue Sportabzeichen-Saison in Roxel eingeläutet. Drei „alte Hasen“, die jeweils schon mehr als 40 Mal das Sportabzeichen errungen haben, sind dann wieder mit von der Partie.

Donnerstag, 11.04.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 18:02 Uhr
Sportliches Trio (v.l.): Franz-Josef Baute, Rudolf Dietrich und Ingrid Kleinschmidt schwelgen in Erinnerungen. Seit vielen Jahrzehnten haben sie Jahr für Jahr am Roxeler Stützpunkt das Sportabzeichen erworben.
Sportliches Trio (v.l.): Franz-Josef Baute, Rudolf Dietrich und Ingrid Kleinschmidt schwelgen in Erinnerungen. Seit vielen Jahrzehnten haben sie Jahr für Jahr am Roxeler Stützpunkt das Sportabzeichen erworben. Foto: ann

„No Sports!“ Winston Churchills Worte gelten für Ingrid Kleinschmidt , Rudolf Dietrich und Franz-Josef Baute nicht. Im Gegenteil, sie sind „alte Hasen“ in Sachen Sportabzeichen und legen am Stützpunkt Roxel regelmäßig die Leistungsnachweise ab. Schon in wenigen Wochen geht es dort wieder los.

Dietrich, der Senior der Runde, ist über 90 und hat 48 Mal die sportlichen Anforderungen erfüllt. Franz-Josef Baute – über 70 Jahre alt – trainiert demnächst auf sein 45. Abzeichen, und Ingrid Kleinschmidt, die ihren 80. Geburtstag feierte, hat es bereits 41 mal geschafft. Warum die rüstigen Roxeler Senioren das machen? „Ich will fit bleiben“, sagt Ingrid Kleinschmidt. „Es tut mir gut“, antwortet Franz-Josef Baute. „Ehrensache“, sagt wiederum Rudolf Dietrich. Sein erstes „Reichssportabzeichen“ (so hieß es damals) machte er als Seekadett im Alter von 17 Jahren in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs . In den Nachkriegsjahren gab es noch keinen Sportverein in Roxel, da sei „gepöhlt“, also ganz zwanglos und informell gekickt worden. 1958 wurde der BSV gegründet, und kurz darauf trat Rudolf Dietrich in den Verein ein.

1962 wurde er, von Beruf Bankkaufmann, der erste Übungsleiter mit einer Lizenz in Roxel. Er führte die Männer- und die Jugendturnabteilung. Als Rudolf Dietrich 1966 mal wieder das Sportabzeichen machen wollte, musste er mit einem Passbild zum Stadtsportamt und bekam gegen eine Gebühr von zwei D-Mark ein 13-seitiges Heft, in dem die erzielten Ergebnisse jeder Disziplin mit Stempeln und zwei amtlichen Unterschriften quittiert werden mussten. Dort war zu lesen, dass „Sport eine Steigerung der Lebensfreude und eine Stärkung des körperlichen Selbstgefühls bedeutet“ und „ein Prüfstein und eine Anerkennung für (. . .) körperliche Allgemeinbildung“ sei.

Ein offizieller Stützpunkt des Landessportbunds wurde Roxel erst ab 1967, von da an arbeitete Rudolf Dietrich als Stützpunktleiter eng mit Heinz Franke zusammen. Allerdings waren damals die Bedingungen für das Sportabzeichen deutlich anders. Es gab die Auszeichnung in Gold, Silber und Bronze, und man erhielt sie erst nach einer bestimmten Anzahl von Wiederholung über mehrere Jahre.

Im Laufe der Zeit sind etliche Sportarten dazu gekommen wie Turnen, Schwimmen, Radfahren oder Ringe werfen, die man wahlweise auch gegeneinander austauschen kann. Die Anforderungen wurden immer wieder verändert. Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft und Koordination sind die Messwerte für die sportlichen Leistungen, die sich inzwischen allerdings immer weniger Menschen abverlangen. Höhepunkt der Sportabzeichen-Abnahmen waren die 1970er-Jahre. „Da war was los! In einem Jahr haben wir 218 Abzeichen verliehen“, erinnert sich Dietrich lebhaft. „Ganze Fußball-, Handball- und Volleyballmannschaften und Gymnastikgruppen haben damals trainiert. Beim Wettbewerb des Stadtsportbundes für alle Vereine in Münster hat Roxel immer die vordersten Plätze belegt. Heute erscheinen gruppenweise – gemäß ihrer Dienstvorschrift – Polizisten, Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Zolls.“

Die drei „alten Hasen“ bedauern das und hoffen auf regen Zuspruch in der anstehenden Saison. Die beginnt am 16. Mai auf der Sportanlage an der Tilbecker Straße. Erstmalig wird es dann auch die Abnahme für Sechs- bis Siebenjährige und für 85- bis 90-Jährige geben.

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