Drohende Abschiebung stößt auf Kritik
„Vollkommen verantwortungslos“

Münster-Roxel -

Sie fordern ein Bleiberecht für die Familie: Das „Bündnis gegen Abschiebungen“ und die Roxeler Flüchtlingshilfe wollen verhindern, das ein iranisches Ehepaar mit seinen drei Kindern nach Spanien rückgeführt werden soll.

Freitag, 07.06.2019, 20:00 Uhr

Der Fall der fünfköpfigen iranischen Flüchtlingsfamilie, die derzeit in Roxel wohnt und – wie berichtet – auf Anordnung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ( BAMF ) demnächst nach Spanien rückgeführt werden soll, hat das „Bündnis gegen Abschiebungen Münster“ und die Roxeler Flüchtlingshilfe auf den Plan gerufen: In Pressemitteilungen kritisieren sie die drohende Rückführung und fordern ein Bleiberecht für die Familie, die seit September 2018 in Deutschland ist.

In ihren Schreiben weisen die Initiativen darauf hin, dass die Flüchtlingsfamilie über Spanien nach Deutschland eingereist sei und aufgrund der dort erfolgten Erstregistrierung nun nach Spanien rückgeführt werden solle.

In Spanien erwarte die Familie eine erneute Entwurzelung und die Gefahr, obdachlos zu werden. Denn die Plätze in den dortigen Aufnahmeeinrichtungen seien rar , und die maximale Aufenthaltsdauer betrage sechs Monate, heißt es in der Mitteilung des „Bündnisses gegen Abschiebungen“. Eine Familie aus ihrem neu gewonnen Umfeld zu reißen, halte man für „vollkommen verantwortungslos“. Eine Abschiebung könne schwerwiegende Folgen für die Familie haben. Besonders, da die Nachwirkungen einer schweren Krankheit von einem der drei Kinder berücksichtigt werden müssten.

Auch die Roxeler Flüchtlingshilfe verweist in ihrer Mitteilung darauf, dass eines der Kinder nach wie vor unter starken Beschwerden aufgrund einer im Jahr 2016 festgestellten schweren Erkrankung leide. Wenn die Stadt Münster in diesem Zusammenhang darauf verweise, dass Flüchtlinge auch in Spanien Zugang zum dortigen Gesundheitssystem hätten, dann mache dies die Mitglieder der Flüchtlingshilfe einfach nur sprachlos.

Weiterhin heißt es, dass die drei Kinder der iranischen Familie „mittlerweile bestens integriert“ seien. Der älteste Sohn habe innerhalb kürzester Zeit Deutsch gelernt. Er könne im Sommer sogar auf eine Realschule wechseln. Das sei für ihn und seine Unterstützer aus Lehrern und Elternschaft der Roxeler Grundschule ein enormer Kraftakt gewesen. Die Flüchtlingshilfe hofft, dass die Chance der Flüchtlingsfamilie auf eine gesunde und sichere Zukunft hierzulande „nicht jäh zerstört wird“.

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