Iranische Familie muss nach Spanien zurück
Harsche Kritik an Flüchtlingsabschiebung

Münster-Roxel -

Im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge ist eine fünfköpfige Familie aus Roxel nach Spanien zurückgebracht worden. Die Flüchtlingsfamilie war Ende vergangenen Jahres über dieses Land nach Deutschland eingereist.

Mittwoch, 03.07.2019, 19:00 Uhr

Die fünfköpfige iranische Familie, die – wie berichtet – seit September in Roxel wohnte, ist am Mittwoch nach Spanien rückgeführt worden. Dies geht aus einer Mitteilung der Stadt Münster hervor. Bei der Roxeler Flüchtlingshilfe stößt die Abschiebung auf harsche Kritik. Ihren Angaben zufolge soll eines der Kinder „definitiv nicht reisefähig“ gewesen sein.

„Die Stadt Münster musste eine Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge umsetzen und am 3. Juli eine fünfköpfige iranische Familie nach Spanien abschieben. Dort war die Familie 2018 eingereist. Von Spanien war sie nach Deutschland weitergereist und hatte hier Asyl beantragt. Im Dezember 2018 wurde sie der Stadt Münster zugewiesen. Nun wurde sie nach dem sogenannten Dublin-Verfahren wieder in das EU-Land überstellt, in das sie zuerst eingereist ist“, stellt das städtische Presseamt klar. Diese Entscheidung sei gerichtlich überprüft und bestätigt worden. 

Im Zuge des Dublin-Verfahrens, für das allein das Bundesamt zuständig sei, sei lediglich Amtshilfe geleistet worden: „Die Rückführung nach Spanien startete vom Flughafen Düsseldorf. Für die Fahrt nach Düsseldorf musste die Familie am Morgen so früh in ihrer Wohnung abgeholt werden, dass das Flugzeug sicher erreicht werden konnte“, erläutert das Presseamt.  Sowohl das Bundesamt als auch das Gericht hätten festgestellt, dass gesundheitliche Gründe einer Abschiebung nach Spanien nicht entgegen stünden. Das Bundesamt habe sämtliche nach der gerichtlichen Entscheidung nachgereichten Unterlagen auf etwaige Abschiebehindernisse überprüft.

Nach Darstellung der Flüchtlingshilfe soll die iranische Familie gegen 7 Uhr aus ihrer Unterkunft abgeholt und per Bus zum Flughafen gebracht worden sein. Zur Mittagszeit seien die Iraner dann nach Madrid geflogen worden. „Wir sind fassungslos, wie hier von der Ausländerbehörde vorgegangen wurde“, heißt es in einer Mitteilung der Flüchtlingshilfe. „Die gesundheitliche Situation eines der Kinder und die große soziale Verankerung der Familie in Roxel wurde damit einfach ignoriert.“ Das könne man nicht akzeptieren. Auf humanitärer und auch auf sachlicher Ebene habe Münsters Ausländerbehörde „Fakten geschaffen auf eine Weise, die inakzeptabel ist und auch einen Richtungswechsel der ansonsten flexiblen Vorgehensweise der Behörde aufzeigt“.

Am Mittwochabend riefen die Flüchtlingshilfe, die Schulpflegschaft der Roxeler Mariengrundschule, die St.-Pantaleon-Gemeinde sowie das münsterische Bündnis gegen Abschiebungen zu einer Mahnwache vor der Pfarrkirche in Roxel auf.

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