Prozessionsweg St. Mauritz
Wohin mit der „Vergänglichkeit“?

Münster-Roxel -

Der Roxeler Künstler Klaus Wethmar hat aus einer im Sturm umgefallenen Linde eine Skulptur für den Prozessionsweg von St. Mauritz erstellt.

Freitag, 16.08.2019, 20:00 Uhr
So sieht sie aus, die vierteilige Skulptur „Vergänglichkeit“, die der Roxeler Künstler Klaus Wethmar aus dem Stamm einer 150 Jahre alten Linde vom Prozessionsweg von St. Mauritz geschaffen hat. Ein Initiativkreis regt an, das Sturmholz-Kunstwerk in der Nähe des einstigen Baumstandorts zu installieren.
So sieht sie aus, die vierteilige Skulptur „Vergänglichkeit“, die der Roxeler Künstler Klaus Wethmar aus dem Stamm einer 150 Jahre alten Linde vom Prozessionsweg von St. Mauritz geschaffen hat. Ein Initiativkreis regt an, das Sturmholz-Kunstwerk in der Nähe des einstigen Baumstandorts zu installieren. Foto: sch

Es war im Februar vergangenen Jahres, als ein heftiger Sturm den Prozessionsweg von St. Mauritz heimsuchte. Starker Wind riss eine alte Linde um. Sie wurde dort im Jahre 1868 angepflanzt und zählte zu dem Urlinden des nach Telgte führenden Pilgerwegs. Ein stattlicher Teil des Baumes entging der Entsorgung und wurde vom Roxeler Künstler Klaus Wethmar in enger Kooperation mit der Initiative Prozessionsweg zu einer Skulptur verarbeitet. Für dieses Sturmholz-Kunstwerk wird nun ein passender Standort gesucht.

Der Prozessionsweg-Initiative sei er schon seit längerer Zeit verbunden, sagt Wethmar. Sie habe die Idee an ihn herangetragen, etwas aus der rund 150 Jahre alten Linde zu machen. Diese sei übrigens nicht die einzige Linde gewesen, die der Sturm niedergestreckt habe. Wethmar, der sich nach eigenen Angaben nicht als Künstler, sondern als „Ideengestalter“ versteht, nahm sich der Sache an. Er verarbeitete ein Reststück des Baumes zu einer mannshohen Skulptur, der er den Titel „Vergänglichkeit“ gab.

Im Sägewerk in Greven wurde der im Inneren bereits teilweise hohle Stamm der Linde in vier mannshohe Segmente geteilt. Diese bearbeitete der Roxeler, um die Maserung des Holzes deutlich herauszustellen. Obendrein trug er bescheidenen Wetterschutz auf. Die vier Lindensegmente sollen mit ihren Ständern fest im Boden verankert an einem geeigneten Platz aufgestellt werden.

Erste Ideen, wo die „Vergänglichkeit“ Platz finden könnte, gibt es laut Wethmar bereits. Der Initiative Prozessionsweg schwebt vor, die Skulptur ganz bewusst im Freien aufzustellen, sodass die vier hölzernen Segmente dem natürlichen Verfall preisgegeben werden – und damit sukzessiv Vergänglichkeit deutlich werden lassen. Dies könnte entweder im Umfeld des ehemaligen Standorts der alten Linde der Fall sein. Oder auch andernorts. Beispielsweise auf der Grünfläche zwischen dem Pfarrhaus und der St.-Mauritz-Kirche, wo sich bis zum Jahre 1860 der einstige Kirchspielfriedhof befand.

„Berücksichtigt man, dass bei der Einführung der Wallfahrt von Münster nach Telgte 1660 die erste Station der Wallfahrt auf eben diesem Kirchhof an Sankt Mauritz stand, so macht diese Aufstellung auch mit Blick auf die örtliche Tradition besonders Sinn“, heißt es in einem kurzen Exposé der Prozessionsweg-Initiative. Das 150 Jahre alte Baumholz biete eine faszinierende Projektionsfolie für die Auseinandersetzung mit dem Thema Leben, Tod und Vergänglichkeit.

Die Installation des vierteiligen Sturmholz-Ensembles im freien Raum lasse sich absolut sicher realisieren, sagt Klaus Wethmar: „Da kann nichts passieren.“ Obendrein werde es im Falle des Falles in regelmäßigen Abständen auf seine Standfestigkeit überprüft.

Erklärtes Anliegen des Initiativkreises ist es nun, die Diskussion über einen möglichen Aufstellungsort für die Skulptur in Gang zu bringen: Wird ein solch unkonventioneller Zuwachs auf dem Kirchengrund begrüßt? Wo könnte ein passender Aufstellungsort sein? Wie könnte das Umfeld der Skulptur gestaltet werden? So lauten mit Blick auf die „Vergänglichkeit“ drei zen­trale Fragen. Die Initiative hofft auf einen „regen Austausch mit den Mitgliedern der Kirchengemeinde und den Menschen vor Ort in Mauritz“.

Unterstützung für ihr Projekt wurde der Prozessionsweg-Initiative bereits von der Stadt Münster signalisiert. Sie bittet allerdings darum, einen möglichen Skulpturen-Standort mit ihr abzustimmen, da auch denkmalrechtliche Belange zum Tragen kommen könnten.

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