„Tag des offenen Denkmals“
Am Pantaleonplatz sollten einst Hochhäuser stehen

Münster-Roxel -

Ums Roxeler Ortszentrum ging es bei einem interessanten Rundgang, der dort anlässlich des bundesweiten Denkmaltags angeboten wurde.

Montag, 09.09.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 18:20 Uhr
Gunnar Teske (r.) hatte allerhand über den Roxeler Pantaleonplatz und die dortige Villa Höping zu berichten.
Gunnar Teske (r.) hatte allerhand über den Roxeler Pantaleonplatz und die dortige Villa Höping zu berichten. Foto: sn

Der Pantaleonplatz, das Zentrum von Roxel, war einst ein Bauernhof. Viele vor allem ältere Roxeler wissen es noch: Dort gab es den Hof Schulze Höping, der später zur „Keimzelle“ des modernen Roxels werden sollte. All das und vieles mehr erfuhren zahlreiche Interessierte, die am „ Tag des offenen Denkmals “ Dr. Gunnar Teske zuhörten.

Um „moderne Umbrüche“ ging es bei diesem Rundgang. Teske, der Archivar ist, belegte, dass so ein Umbruch mitten in Roxel stattgefunden habe. Und das weitere verhindert wurden.

Sowohl die „Villa Höping“, als auch der denkmalgeschützte Ziegelspeicher daneben, seien „extrem repräsentativ“ gebaut worden. Viele Elemente finde man sonst nur bei Bauten von Adelshäusern. Die Nutzungsgeschichte war wechselhaft: So wurden im Speicher im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter untergebracht, erst Franzosen, dann Russen. Eine „düstere Phase“ sei das gewesen, so Teske.

Auch gut informierte Roxeler konnte das ein oder andere noch überraschen. Die 1922 errichtete „Villa Höping“ etwa, die die Teilnehmer auch von innen besichtigten, sei von den Architekten Rüschenschmidt und Schräder entworfen worden, die auch die Von-Bönninghausen-Villa an der Windthorststraße kreierten, heute Sitz des Lackmuseums.

Nach Aufgabe des Hofes blieben die Villa und der Speicher erhalten. Um sie herum entstand der Mittelpunkt des Stadtteils. „Man hat hier ein richtiges Zentrum geschaffen“, meinte Gunnar Teske. Die Pläne seien einst ganz anders gewesen: Direkt am Pantaleonplatz habe die Stadt in den 1970er-Jahren Hochhäuser geplant – mehrgeschossige Komplexe, die dem Einwohnerwachstum Tribut zollen sollten. Doch ein Bürgerarbeitskreis verhinderte das. Mehrgeschossige Häuser gibt es nun weiter südlich.

Auch zwischen Pienersallee und Tilbecker Straße entstand ein neues Viertel. „Dort hat sich wirklich etwas verändert“, meinte Teske. Die Moderne sei in Roxel, das einst landwirtschaftlich geprägt war, angekommen. Die Tradition bleibe dagegen am Pantaleonplatz durch die historischen Gebäude bestehen. Architekt Andreas Deilmann habe etwa die Villa Höping „behutsam“ saniert, so Teske. Dort residieren nun eine Ingenieurgesellschaft und eine Rechtsanwaltskanzlei.

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