Landwirtschaftlicher Ortsverband Albachten-Roxel
Mahnmal eines stillen Protests

Münster-Roxel -

Landwirte in Münsters Westen machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Berufsstands. Deshalb wurde jetzt auch in Roxel ein grünes Kreuz aufgestellt.

Donnerstag, 24.10.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 25.10.2019, 18:22 Uhr
Am Rande des Felds an der Tilbecker Straße hat ein Mitglied des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Albachten-Roxel dieses grüne Kreuz aufgestellt. Weitere Kreuze sollen schon bald an anderen Stellen folgen.
Am Rande des Felds an der Tilbecker Straße hat ein Mitglied des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Albachten-Roxel dieses grüne Kreuz aufgestellt. Weitere Kreuze sollen schon bald an anderen Stellen folgen. Foto: sch

So manchem, der in den vergangenen Tagen an der Tilbecker Straße unterwegs war, dürfte es aufgefallen sein: Am Anfang des kleinen Wegs, der ins benachbarten Wohngebiet führt, steht direkt neben dem bewirtschafteten Feld ein grünes Kreuz. Aufgestellt hat es Andreas Averkamp vom Landwirtschaftlichen Ortsverband Albachten-Roxel. Es ist Teil einer mittlerweile bundesweit für Aufsehen sorgenden Aktion, die gegen das Agrarumweltpaket protestiert, das die Bundesregierung Anfang September verabschiedet hat.

Als am Dienstag Hunderte von Treckern zur Protestkundgebung in die münsterische City rollten, war laut Hermann-Josef Richter auch ein Mitglied des Landwirtschaftlichen Ortsverbands mit von der Partie. Zumal die Albachten-Roxeler Landwirte, so der Ortsverbandsvorsitzende, die Protestaktion unterstützen. Auch sie ärgern sich über die ständige negative Stimmungsmache gegen ihren Beruf. Durch die Aufstellung des grünen Kreuzes im Zusammenhang mit der Demo werde das Aufsehen für den Bauernprotest noch größer, meint Hermann-Josef Richter.

Am grünen Kreuz hat dessen Aufsteller einen folienverschweißten Info-Flyer aufgehängt. Dieser erklärt, dass das Kreuz als Mahnzeichen gegenüber Politik und Gesellschaft zu verstehen ist. Es gehe darum, die Verbraucher zum Nachdenken über Landwirtschaft und Agrarpolitik anzuregen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Grüne Kreuze mahnen gegen steigende Auflagenflut, überzogene Bürokratie, Dumpingpreise für Essen, ungebremsten Flächenverbrauch und unfaire Handelspolitik“, heißt es auf dem Info-Flyer. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass Felder, Wiesen und Wälder für die bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleiben und Pflanzen unter strengen gesetzlichen Auflagen durchaus gegen Krankheiten und Schädlinge geschützt werden müssen.

Weiterhin wird erklärt, dass Gülle und Mist für fruchtbare Böden nötig sind, und dass hochwertige heimische Lebensmittel Einfuhren aus Übersee – wie zum Beispiel Fleisch aus Südamerika – vorzuziehen sind: „Wir brauchen keine Importe mit niedrigen Standards.“ Auch in Zukunft müsse es auf dem Höfen in Nordrhein-Westfalen Tierhaltung geben, heißt es ebenfalls. „Bauernfamilien halten ihre Tiere verantwortungsbewusst und mit großer Hingabe. Ihnen ist es wichtig, dass es den Tieren gut geht.“

Bundesweit haben sich bereits etliche Landwirte der Aktion „Grüne Kreuze“ angeschlossen, die unter anderem vom Bayerischen Bauernverband unterstützt wird. Laut Hermann-Josef Richter wird es in Roxel und Albachten demnächst noch mehr grüne Kreuze geben. Die Landjugend werde am Wochenende weitere Exemplare anfertigen und an geeigneten Stellen aufstellen, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbands. Sie sind Mahnmale eines stillen Protests eines um seine Existenz besorgten Berufsstands. Deutschlandweit, so ist aktuellen Publikationen zu entnehmen, soll es bereits mehr als 10 000 grüne Kreuze auf Feldern und Weiden geben.

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