Illusionsmaler Steffen Jünemann
Fünf Elemente zum Bewundern

Münster-Roxel -

Nach Kanada hatte es den Roxeler Steffen Jünemann ein weiteres Mal verschlagen: Dort schuf der Illusionsmaler auf der Wand eines Wohn- und Geschäftshauses ein modernes Kunstwerk.

Freitag, 08.11.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 10.11.2019, 18:26 Uhr
Das Interesse war groß, als das Wand-Kunstwerk Steffen Jünemanns fertig war. Zahlreiche Interessierte ließen und lassen sich den Besuch der „Fünf Elemente“ nicht entgehen.
Das Interesse war groß, als das Wand-Kunstwerk Steffen Jünemanns fertig war. Zahlreiche Interessierte ließen und lassen sich den Besuch der „Fünf Elemente“ nicht entgehen. Foto: Jünemann

In der kanadischen Stadt Sherbrooke in der Provinz Quebec ist etlichen Bewohnern die Stadt Münster und sogar deren Ortsteil Roxel nicht gänzlich unbekannt. Zumindest dem Namen nach. Und zumindest den Menschen, die sich für zeitgenössische Kunst in ihrer Stadt interessieren. Wie kann das sein?

Die Stadtverwaltung von Sherbrooke beschloss vor 15 Jahren, ihre an Sehenswürdigkeiten und Denkmälern nicht eben reiche Stadt attraktiver zu gestalten. Jedes Jahr wurde ein Künstler beauftragt, ein bleibendes Kunstwerk zu schaffen, das in der Stadt für Bewohner und Touristen ein Hingucker sein sollte. Der Schwerpunkt sollte dabei auf Wandmalerei liegen.

Nicht zufällig lud die Stadt im Jahr 2014 die „Global Mural Association GMA“, die internationale Vereinigung der Wand-Illusionsmaler, zu ihrem Jahreskongress ein. Und hier kommt Roxel ins Spiel: Bei einem Wettbewerb der Teilnehmer um das beliebteste Wandbild – die Bewohner der Stadt wurden gefragt – erhielt der Roxeler Illusionsmaler Steffen Jünemann die meisten Stimmen. In seinem Atelier hatte er unter Mitwirkung von Sendener Schülern ein Bild vorbereitet. Es vermittelt die Illusion, dass zwei Schüler, die in den aus Stein gemeißelten Buchstaben „Peace“ stehen, eine Leine festhalten, an der bunte Kinderbilder hängen.

Bis dahin waren von der Kommission in Sherbrooke Entwürfe ausgewählt worden, die die Historie abbilden und lokale Ereignisse der Vergangenheit darstellen. Nun sollte es moderner und zeitgenössischer werden. Mit seinem Werk überzeugte Steffen Jünemann die Jury, der nächste Auftrag für ein Kunstwerk ging somit nach Roxel: Auf der großen fensterlosen Hauswand eines Wohn- und Geschäftsblocks sollte ein Blick in die Zukunft geworfen werden.

Steffen Jünemann, dem Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen sehr wichtig sind, kreierte das Motiv „Fünf Elemente“: Lebensgroß steht ein Paar vor einem Wohnblock, in dem im Keller ein wärmendes Feuer, im Dach ein Fenster zum Himmel, ein Baum als Verbindung zur Erde und eine große Wasserblase zu sehen sind. „Ich wollte den Kontrast zwischen modernem Leben und den vier Säulen der Grundelemente der Antike aufzeigen“, erklärt er. Inzwischen ist es fertig und wird von den Bewohnern von Sherbrooke geradezu bewundert.

Vorbereitet hatte der Künstler das Werk wie immer in seinem Hallen-Atelier in Roxel. Ein Atelier, das ihm übrigens nicht mehr zur Verfügung steht. Er hofft, Ersatz zu finden, damit sein Standort Münster auch weiterhin mit der internationalen Kunstszene der Illusionsmaler in Kontakt bleibt.

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