Besondere Ehre für Roxeler Schriftsteller
Als Dorfschreiber im Einsatz

Münster-Roxel -

Der Roxeler Autor Hermann Mensing wurde von einer Jury für den Job des Everswinkler Dorfschreibers erkoren. Am 15. April geht‘s los.

Donnerstag, 14.11.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.11.2019, 18:06 Uhr
Der Roxeler Schriftsteller Hermann Mensing wird im kommenden Jahr als Dorfschreiber drei Monate lang in Everswinkel wohnen und das Leben dort literarisch begleiten.
Der Roxeler Schriftsteller Hermann Mensing wird im kommenden Jahr als Dorfschreiber drei Monate lang in Everswinkel wohnen und das Leben dort literarisch begleiten. Foto: Adolf Riese

Der Roxeler Hermann Mensing wird im kommenden Jahr für die Dauer von drei Monaten im Vitus-Dorf Everswinkel dem Posten des „Dorfschreibers“ übernehmen. Von einer Jury des Kulturkreises Everswinkel wurde er mit einstimmigem Votum dafür auserkoren. Während dieser Zeit wird der Roxeler in der zum Kreis Warendorf gehörigen Landgemeinde Quartier beziehen und das Leben in den beiden Ortsteilen Everswinkel und Alverskirchen literarisch begleiten.

Seit 1984 lebt Mensing, 1949 in Gronau geboten, seinen Traum als freier Schriftsteller. Denn nach einer kaufmännischen Lehre, Reisen durch die weite Welt und dem bestandenem zweiten Staatsexamen (Englisch, Deutsch, Geschichte) wollte er keineswegs Lehrer werden. Zunächst veröffentlichte der Roxeler zahlreiche Romane speziell für Kinder. Auch für den Hörfunk und das Theater verfasste er etliche Arbeiten. Zudem liest er schon lange landesweit sowohl für Grundschüler als auch für Schüler der Klassen fünf und aufwärts – das Kultursekretariat NRW förderte ihn in der Vergangenheit bei diesem Vorhaben. Zudem schreibt er seit 14 Jahren Kurzgeschichten und Romane für Erwachsene.

Ein Werk Mensings ist für das Vitus-Dorf besonders interessant, schließlich sollen die familiären Wurzeln der Roxeler Dichterfürstin Annette von Droste-Hülshoff in Everswinkel liegen. Das hat ihr Ur-Ur-Großneffe Wilderich Freiherr von Droste in seinem im Mai dieses Jahres in Everswinkel vorgestellten Werk „900 Jahre Droste zu Hülshoff“ zu Hülshoff dargelegt.

In Mensings Buch „Mein Prinz“, 2005 im Aschendorff-Verlag erschienen, wird die Geschichte eines westafrikanischen Sklaven am Hofe der adligen Familie erzählt. Heinrich Johann von Droste zu Hülshoff hatte ihn während einer Kavaliersreise gekauft. Nach der Rückkehr in die heimatliche Burg ließ der Freiherr ihn taufen. Er hieß nun Johann Junkerdinck und erwies sich als sehr musikalisch. So wurde er im Jahre 1711 Organist in St. Pantaleon. Wenig später heiratete er die Tochter des Küsters. Die beiden bekamen fünf Kinder.

Die Geschichte handelt von den Gräueln der Sklaverei, vom Fremdsein und von Freundschaft – und vom Segen der Liebe, die in der Lage ist, jede Grenze zu überwinden. Mensing zeichnet – basierend auf historischen Tatsachen – einfühlsam das Leben des Johann Junkerdinck nach.

Manch einer in Everswinkel wird sich auf die drei Monate mit dem Roxeler Autor als „Dorfschreiber 2020“ freuen, die am 15. April ihren Anfang nehmen. Dass auch Hermann Mensing seinem Aufenthalt mit freudiger Spannung entgegensieht, geht aus seiner Stellungnahme zur erfolgreichen Dorfschreiber-Wahl hervor: „Kurz nach halb zwölf schellte mein Telefon. Die Jury-Vorsitzende des Kulturkreises Everswinkel war dran, ihr Telefon war laut gestellt, die Jury hörte mit, jetzt hatte ich den Salat. Zwar war es nicht der Nobelpreis, aber man teilte mir mit, ich sei ab April 2020 bis Juli 2020 Poeta Laureatus in Everswinkel und Alverskirchen. Dorfschreiber also, das freute mich, denn ich wette, dass es dort jede Menge interessanter Geschichten gibt, und ich liebe nichts mehr als Geschichten. Nach all den Jahren ereilt mich also doch noch ein Ruf, der außer ein wenig lokaler Ehre für drei Monate ein regelmäßiges Einkommen verspricht. So etwas haben Schriftsteller selten bis nie. Ich werde es genießen. Wie ich mein Leben dort gestalte, weiß ich noch nicht, aber kommt Zeit, kommt Rat.“

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