Tombrocks Wegekreuz an der Bredeheide
Schmuckstück am Straßenrand

Münster-Roxel -

Im Jahre 1992 wurde es in die Denkmalliste der Stadt Münster aufgenommen: Die Geschichte des Wegekreuzes der Familie Tombrock geht bis ins Jahr 1760 zurück.

Freitag, 15.11.2019, 19:00 Uhr
Josef Tombrock (l.) und Franz Weitzel am Wegekreuz, das in der städtischen Denkmalliste zu finden ist. In früheren Zeiten richteten es die Nachbarn bei Andachten mit Blumenschmuck her (kl. Foto).
Josef Tombrock (l.) und Franz Weitzel am Wegekreuz, das in der städtischen Denkmalliste zu finden ist. In früheren Zeiten richteten es die Nachbarn bei Andachten mit Blumenschmuck her (kl. Foto). Foto: sch

So manchem, der an der Bredeheide vorbeikommt, dürfte es auffallen: Auf einem Privatgrundstück steht am Rande des Bürgersteigs ein Wegekreuz. Der Roxeler Josef Tombrock sorgt schon seit Jahren dafür, dass es in Schuss bleibt. Er widmet sich der Pflege des Kreuzes und kümmert sich zudem darum, dass ihm Blumenschmuck zu Füßen steht.

Einer, der sich mit dem Kruzifix bestens auskennt, ist Franz Weitzel . Der Roxeler Orts-Chronist hat sich in der Vergangenheit intensiv mit dessen Geschichte befasst und hält es für ein Schmuckstück. Seinen Recherchen zufolge wurde das Kreuz mit seinem hölzernen Korpus bereits um 1760 von einem unbekannten bayerischen Künstler geschnitzt. Auftraggeber war damals der Bauer Schulze Berndt. Er ließ es in der Nähe seines Hofes, an der heutigen Kapellenstraße, errichten. Dort steht heute unter mächtigen Platanen eine Kapelle. Nach Weitzels Ansicht liegt der Gedanke nahe, dass das Kreuz seinerzeit ein Wegweiser für Pilger war, die auf dem Jakobsweg unterwegs waren und durch Roxel kamen.

Da die fromme Roxeler Bauernfamilie im Laufe der Jahrzehnte auch Hofkapellen errichten ließ, wurde im Jahre 1862 von der Witwe M. Anna Schulze Berndt eine solche an der Stelle errichtet, an der sich das Wegekreuz bis dahin befand. Die Familie Tombrock war es dann, die sich fortan um das Kruzifix kümmerte: Sie erwarb es und stellte es an ihrem damaligen Hof an der Bredeheide auf. Dort fand es über die Jahre schließlich seinen jetzigen Standort, der sich auf dem privaten Grundstück von Josef Tombrocks Nichten befindet. Er selbst wohnt gleich gegenüber und hat es bei der Pflege somit stets im Blick.

Tombrocks Tante Elisabeth, die im Jahre 2003 im Alter von 101 Jahren verstarb, sei das wertvolle Wegekreuz ihr Leben lang ein Herzensanliegen gewesen, weiß Franz Weitzel: „Sie pflegte es bis ins hohe Alter und sorgte 1992 auch dafür, dass es in die Denkmalliste der Stadt Münster aufgenommen wurde.“

Josef Tombrocks Nichten wiederum ließen das Kreuz im Jahre 2009 vom Lippstädter Restaurator Klaus Lerchel auf eigene Kosten restaurieren. So verwundert es nicht, dass es sich auch heute noch in einem guten Zustand, als Kleinod am Wegesrand, präsentiert.

Während der Amtszeit des früheren Roxeler Pfarrers Godehard Schilgen war das Wegekreuz auch Ort von Maiandachten und Prozessionen. Nachbarn sorgten damals dafür, dass es dort dann Blumenschmuck gab. Letztmals machte laut Weitzel im Jahr 2004 eine Prozession am Wegekreuz Station.

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