Erfahrungsaustausch und Hilfe
„Jeder kann abhängig werden“

Münster-Roxel -

Rückhalt und Erfahrungsaustausch gibt es bei den montaglichen Treffen der Kreuzbundgruppe.

Mittwoch, 01.01.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 18:00 Uhr
In der Kreuzbundgruppe Roxel gibt es Erfahrungsaustausch und Hilfe.
In der Kreuzbundgruppe Roxel gibt es Erfahrungsaustausch und Hilfe. Foto: Siegmund Natschke

„Jeder kann abhängig werden“, sagt Dieter Babetzky , der Leiter der Kreuzbundgruppe Roxel, einer Gemeinschaft für Alkoholkranke, die auch in der Zeit nach Weihnachten aktiv ist. Am Montag trafen sich im St.-Pantaleon-Pfarrzen­trum Betroffene, die über ihre Erfahrungen sprachen. Welche Versuchungen gab es in der Weihnachtszeit? Gab es Rückfälle? Was raten Betroffene, die es „geschafft“ haben anderen, die noch nicht soweit sind?

„Wer nicht süchtig ist, der versteht uns nicht“, sagt Babetzky. Dass jedes Getränk eines zu viel ist und sogar minimale Alkoholbestandteile im weihnachtlichen Gebäck oder Lebkuchen zum Rückfall führen können. Alkoholkranke wissen jedoch um die Probleme anderer Betroffener. Und wann dieses Problem eigentlich beginnt: „Wenn man mehr trinkt, öfter trinkt, wenn man Gelegenheiten sucht zu trinken“, erklärt Babetzky. Diese Gelegenheiten gibt es gerade in der Weihnachtszeit zuhauf: Da sind die Weihnachtsfeiern mit Kollegen, der Glühweinstand gleich nebenan oder der Besuch an den Feiertagen, der selbst alkoholische Getränke zu sich nimmt.

Aber auch das sagt Babetzky: „Bei uns ist die Rückfallquote zu Weihnachten nicht höher“. In der Kreuzbundgruppe seien alle „stabil“.

Babetzky selbst rührt seit über 20 Jahren keinen Tropfen mehr an. Und so kann er Betroffenen auch raten, was zu tun ist. Etwa sich einer Therapie zu unterziehen. Verschiedene Formen gebe es: stationäre, ambulante und auch Therapien in einer Tagesklinik. Wenn diese beendet seien, beginne der Alltag – und die erneuten Versuchungen: „Dann kommen wir.“ Rückhalt und Erfahrungsaustausch gibt es bei den montaglichen Treffen der Kreuzbundgruppe. Jeder hat die Abhängigkeit selbst erlebt: „Wir sind alle da rausgekommen.“ 

Am Montag waren auch neue Gesichter dabei. Ganz offen sprachen sie über ihre Ängste, ihre Erfolge in der Bekämpfung der Alkoholkrankheit, aber auch über mögliche Rückfälle.

Damit diese Offenheit gewährleistet bleibt, ist für alle Verschwiegenheit das oberste Gebot. Was in der Gruppe erzählt wird, das bleibt in der Gruppe. Weitere Infos unter ✆  0151/10 71 74 16 (Dieter Babetzky) und im Internet unter www.kreuzbund-muenster.de.

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