Studie
„Rasthöfe-Ausbau zwingend notwendig“ - zu wenig Lkw-Stellflächen an der A1

Münster-Roxel -

Gemäß einer aktuellen Studie fehlen offiziell 23.347 Lkw-Parkmöglichkeiten an den bundesdeutschen Autobahnen. Da verwundert es nicht, dass Experten von Verkehrsverbänden den Bau weiterer Stellflächen für notwendig erachten – dies auch an den Roxeler Rastanlagen.

Dienstag, 04.02.2020, 21:34 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 07:11 Uhr
Studie : „Rasthöfe-Ausbau zwingend notwendig“ - zu wenig Lkw-Stellflächen an der A1
Foto: Gunnar A. Pier

Den Mitgliedern der Bürgerinitiative „Landschaftsschutz Roxel“ mag es gar nicht ins Konzept passen. Aber aus der Sicht von Benedikt Althaus gibt es keinen Zweifel: Der Ausbau der Rasthöfe Münsterland-Ost und -West sei „zwingend notwendig“, so der stellvertretende Geschäftsführer des Verbands Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen (VVWL) in Münster.

Nur ausgeschlafene Lkw-Fahrer sind sichere Fahrer.

Mitteilung des Verbands

Laut Althaus geht es darum, dass Lkw-Fahrern die Möglichkeit geboten wird, die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten zu können. Und dazu müsse es entlang der Autobahn 1 auch im Bereich der Roxeler Rasthöfe ausreichend Stellplätze geben. Dies diene der Verkehrssicherheit und damit auch der Allgemeinheit. Bekräftigt in dieser Hinsicht wird Althaus vom Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL): „Nur ausgeschlafene Lkw-Fahrer sind sichere Fahrer“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Studie: dramatische Fehlbestand an Lkw-Stellplätzen

Laut BGL fehlen an den bundesdeutschen Autobahnen offiziell 23.347 Lkw-Parkmöglichkeiten. Dies gehe aus der vom Bundesverkehrsministerium unlängst veröffentlichten Studie „Lkw-Parksituation im Umfeld der BAB 2018“ der Bundesanstalt für Straßenwesen hervor. Diese dokumentiere, dass es einen „dramatischen Fehlbestand an Lkw-Stellplätzen“ gebe.

Forderung: Ausbau verstärken

Vor diesem Hintergrund fordert BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt, die Politik in Bund, Ländern und Kommunen auf, „die bereits geleisteten Anstrengungen beim Ausbau von Lkw-Stellplätzen noch weiter zu verstärken“. Auch Engelhardt verweist nachdrücklich auf das Thema Verkehrssicherheit.

Gemäß der Mitteilung des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung dürfte der Fehlbedarf an Lkw-Stellplätzen nach Durchführung der Studie weiter gestiegen sein. Mittlerweile seien fast zwei Jahre vergangen, in denen der Lkw-Verkehr ständig zugelegt habe. Und bis zum Jahr 2030 werde die Verkehrsleistung im Straßengüterverkehr im Vergleich zu 2018 laut einer einschlägigen Prognose des Bundesverkehrsministeriums um weitere 19 Prozent steigen.

Parkplätze in der Region entlang der A1 überlastet

Als Vize-Geschäftsführer des Verbands Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen kennt Benedikt Althaus sich mit der Situation im hiesigen Bereich aus: Die Parkplätze entlang der A1 im Münsterland seien völlig überlastet. Die geplanten 100 neuen Lkw-Parkstände an der Rastanlage Münsterland-West und die 70 neuen Stellflächen an der Anlage Münsterland-Ost deckten aus Sicht des Verbands nur einen Teil der benötigten Kapazitäten, um Berufskraftfahrern die zwingend vorgeschriebenen Ruhepausen zu ermöglichen. Insofern sei der Staat verpflichtet, entsprechende Parkplätze an den hiesigen Autobahnabschnitten vorzuhalten, so Althaus. Selbst mit privaten Autohöfen – beispielsweise in Ladbergen, Werne oder auch Senden-Bösensell – könnten die bestehenden und die geplanten Lkw-Stellflächen den Bedarf nicht abdecken.

Anders als die Roxeler Landschaftsschützer, die sich – wie berichtet – vehement gegen den Ausbau der Rasthöfe Münsterland-Ost und -West aussprechen, geht der VVWL nach Analyse der Planfeststellungsunterlagen davon aus, dass die zulässigen Lärmschutzwerte eingehalten werden. „Auch eine Zerschneidung der Frischluftschneise durch die geplanten Parkplatzerweiterungen sehen wir nicht“, hebt Althaus ergänzend hervor. Darüber hinaus werde nach dem – mittlerweile reduzierten – Ausbau von Münsterland-West zwar eine große, aber keine „Mammut“-Anlage entstehen.

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