Partizipations-Projekt im Jugendzentrum
Roxeler Nachwuchs kann in Eigenregie 2000 Euro verwalten

Münster-Roxel -

So viel Eigenverantwortlichkeit und Partizipation wie möglich soll ein neues Projekt den jungen Besuchern das Roxeler „Anja“-Jugendzentrums bescheren. „Wir legen den Fokus auf mehr Verantwortung“, erklärt Mitarbeiter Tobias Niemann.

Montag, 09.03.2020, 22:11 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 17:58 Uhr
Tobias Niemann und Jana Hollmann starten ein Partizipations-Projekt für Kinder und Jugendliche im Anne-Jakobi-Haus.
Tobias Niemann und Jana Hollmann starten ein Partizipations-Projekt für Kinder und Jugendliche im Anne-Jakobi-Haus. Foto: sn

Demokratie erleben, das können die Jungen und Mädchen bald hautnah im „Anja“, dem Kinder- und Jugendzentrum des Anne-Jakobi-Hauses. „Wir legen den Fokus auf mehr Verantwortung“, erklärt Mitarbeiter Tobias Niemann . Es soll eine neue Gruppe gebildet werden, die eigenverantwortlich über ein Budget von 2000 Euro entscheiden darf. Gesucht sind Ideen, die damit verwirklicht werden können.

Schon jetzt werde Partizipation im Anne-Jakobi-Haus großgeschrieben, erläutert Niemann. So gibt es jetzt schon „Mini-Mitarbeiter“, das sind Kinder und Jugendliche, die sich im Haus ehrenamtlich engagieren. „Sie kaufen etwa für den Hot-Dog-Tag ein und helfen bei der Abrechnung“, nennt „Anja“-Mitarbeiterin Jana Hollmann ein Beispiel. Auch das Programm könnten sie mitbestimmen. Möglichkeiten gibt es im „Anja“ viel. Man kann Billard, Kicker und Playstation spielen, und es gibt feste Angebote wie Kochen, Tanzen, Kreativarbeiten und verschiedene Sportarten. Immer entscheiden die Kinder, wozu sie am meisten Lust haben und was sie machen wollen. Die Mitarbeiter sind für sie da.

Jetzt geht das Anne-Jakobi-Haus noch einen Schritt weiter. Mit der neu zu gründenden Gruppe und dem „Haushalt“ von 2000 Euro können die Kinder und Jugendlichen Demokratie im Haus umsetzen. Was die Jungen und Mädchen mit dem Betrag machen, das dürften sie selbst entscheiden, so Jana Hollmann: „Da wollen wir gar nicht allzuviel vorgeben.“ Aber es solle etwas für die Gemeinschaft sein, für diejenigen, die die Einrichtung besuchen. Es sollen alle etwas davon haben. Der Betrag könne auch aufgeteilt werden, das entscheide die Gruppe ebenso eigenverantwortlich.

Es gilt das Mehrheitsprinzip. „Die Kinder und Jugendlichen lernen Demokratieprozesse kennen und erleben Mehrheiten“, sagt Niemann. Und auch wie es sei, mal in der Minderheit zu sein. Alle Kinder und Jugendlichen ab sechs Jahren seien eingeladen, bei dem Projekt mitzumachen. Das erste Gruppentreffen findet am Mittwoch (11. März) ab 17 Uhr im Anne-Jakobi-Haus statt. Dort wird der weitere Ablauf erklärt. Wann und wie oft sich die Gruppe in diesem Jahr noch trifft, wird auch Gegenstand einer demokratischen Entscheidung sein. So viel Eigenverantwortlichkeit und Partizipation wie möglich soll durch das neue Projekt erreicht werden. Und vielleicht lernen die Jungen und Mädchen ja auch, dass Demokratie viel Spaß machen kann.

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