„Weil ich Annette so schön finde“
Burg Hülshoff: Kunstwerke aus großzügiger Schenkung im Droste-Museum

Münster-Roxel -

Wer das Foyer des Droste-Museums auf Burg Hülshoff betritt, wird ab sofort von Porträts der wohl bekanntesten Schriftstellerin des Münsterlandes begrüßt.

Freitag, 13.03.2020, 20:09 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 10:58 Uhr
„Weil ich Annette so schön finde“: Burg Hülshoff: Kunstwerke aus großzügiger Schenkung im Droste-Museum
Bei der Übergabe dabei (v.l.): Jörg Albrecht, Liselotte Folkerts, Barbara Rüschhoff-Parzinger und Prof. Dr. Peter Funke. Foto: Kerstin Adass

Rund zehn Gemälde, Zeichnungen und Holzschnitte aus dem 19. und 20. Jahrhundert stellen Annette von Droste-Hülshoff aus verschiedenen Perspektiven dar. Zu verdanken haben das Museum und die Droste-Stiftung die großzügige Schenkung Liselotte Folkertsund ihrem Ehemann Helmut Folkerts, der mittlerweile verstorben ist.  

„Sie haben über viele Jahre mit großer Leidenschaft und Akribie gesammelt“, lobte Kerstin Mertenskötter vom museumseigenen „Center for Literature“. Auch Annette von Droste-Hülshoff habe eine Sammelleidenschaft gepflegt, die typisch für die Biedermeier-Zeit war, erzählte Mertenskötter. Nach der Schenkung der eine Vielzahl von Exponaten umfassenden Sammlung vor einigen Jahren wurde diese zur Beurteilung zunächst zum LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster gebracht. Der Teil, der momentan nicht in den Museen von Burg Hülshoff oder Haus Rüschhaus zu sehen ist, wird in der Speicherstadt in Münster aufbewahrt. Die Schenkung umfasst sowohl Gemälde als auch kleinere Exponate wie Briefmarken und wird auf einen Wert von 120 000 Euro geschätzt.

Die Kunstwerke, die nun den Eingangsbereich des Droste-Museums zieren, wurden von Jochen Herwig aus dem Vorstand der Droste-Stiftung ausgewählt. Aus konservatorischer Sicht seien die Exponate hervorragend erhalten, berichtete Dr. Jörg Albrecht, der sowohl die Geschäftsführung der Droste-Stiftung als auch die künstlerische Leitung des „Center for Literature“ innehat.

Die rund zehn Kunstwerke haben einen großen kulturellen und transmedialen Wert, denn sie verdeutlichen die Bedeutung der Droste für die deutsche Kunst- und Literaturszene. Außerdem können durch die Gemälde Einflüsse verschiedener Künstler und Kunststile nachvollzogen und in Beziehung zum Leben der Roxeler Dichterfürstin Annette von Droste-Hülshoff gesetzt werden.

Liselotte Folkerts beschäftigt sich als Juristin und Autorin schon lange mit dem Lebenswerk der Droste – eine Leidenschaft, die sie aus ihrem Elternhaus erhielt. Ihr Sohn, der sie zur Präsentation der Gemälde auf die Burg Hülshoff begleitete, verriet: „Ich muss feststellen, dass Liselotte schon wieder anfängt zu sammeln.“ „Ich kann es nicht lassen“, bestätigte die gebürtige Münsteranerin lächelnd.

Aufgrund von Umbaumaßnahmen und aus Rücksicht auf das denkmalgeschützte Gebäude dauerte es einige Jahre, bis die Exponate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. Umso glücklicher zeigten sich Liselotte Folkerts und das Team der Droste-Stiftung und des Droste-Museums, dass die Installation im Museum nun abgeschlossen ist. „Ich bin der festen Überzeugung, dass es keinen besseren Ort gibt, um diese Gemälde der Öffentlichkeit zu zeigen“, sagte Stiftungsvorsitzende Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Auch Liselotte Folkerts bereut das Ansammeln der Exponate und die anschließende Schenkung keineswegs: „Ich habe das nicht nur gemacht, weil ich die Gemälde so schön finde, sondern vor allem, weil ich Annette so schön finde.“

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