Unterwegs auf dem Roxeler Wochenmarkt
Abstände werden eingehalten

Münster-Roxel -

Einkaufen auf dem Wochenmarkt bedeutet ein Stück Normalität – und Abstand halten.

Sonntag, 22.03.2020, 18:12 Uhr
Peter Holkenbrink aus Ostbevern
Peter Holkenbrink aus Ostbevern Foto: Claus Röttig

Der Wochenmarkt auf dem Pantaleonplatz ist durchaus besucht. Man deckt sich mit Käse und Fleisch ein, macht noch kurz halt bei dem Blumenhändler, und vielleicht wandert auch noch eine Tüte Lakritz für den Nachwuchs in die Einkaufstasche. Also in Zeiten von Corona alles so wie immer? Nein. Bei genauem Hinschauen ist doch das eine oder andere anders – und die Marktbesucher geben sich gelassen.

Landwirt Peter Holkenbrink aus Ostbevern ist einer der Standbetreiber. Er verkauft Gemüse und auch Eier – und gibt jedem Kunden neue Verpackungen für die Eier. Das ist ungewöhnlich, wie auch Kundin Agnes Deters feststellt. Denn sie hat den Eierkarton schon im Einkaufskorb, will den nur auffüllen. „Das machen wir heute aber nicht, heute gibt es neue Kartons“, lautete die Ansage.

Der Ostbeverner Landwirt wird noch weitergehen. „Wir werden die leeren Taschen der Kunden demnächst annehmen und hinter den Stand stellen.“ Die werden dann nach Wunsch gefüllt, und alles zusammen wechselt dann den Besitzer.

„Und es wird noch eine Scheibe kommen, die man vorn am Stand montiert.“ So will sich der Landwirt schützen – und den Auflagen nachkommen. Die Versorgung der Kunden soll auf alle Fälle weiter gehen. „Wenn wir in der Krise etwas tun können, dann machen wir das auch“, sagt Peter Holkenbrink.

Kundin Agnes Deters freut sich über das Stück Normalität und die Vernunft der Marktbesucher. „Ich freue mich wirklich, dass alles überhaupt noch funktioniert, denn damit habe ich eigentlich nicht gerechnet.“ Ein Blick auf die Wartenden am Gemüsestand zeigt, was sie meint: Der Abstand von eineinhalb Metern wird eingehalten, auch wenn die Schlange einmal bis zum Ende des Platzes reicht.

Auch am Käsestand ist man froh über die Normalität. „Alles läuft ganz ruhig, vielleicht kauft der eine oder andere ein bisschen mehr ein als sonst“, heißt es. Aber das sei nicht falsch, denn dann müsse man nicht jeden Tag vor die Tür. „Wir nehmen auch das Geld der Kunden ganz normal an.“

Gleich gegenüber ist der Stand von Benedikt Wermelt. Er bringt mit seinen Blumen Farbe ins Leben. „Das ist in solchen Tagen wichtig und gut für das Gemüt“, sagt eine Kundin lächelnd.

Doch es ist eine neue Situation: Denn der eine oder andere ist mit Mundschutz unterwegs. „Ob es etwas bringt, weiß ich nicht, aber zumindest macht er ein gutes Bauchgefühl“, berichtet ein älterer Mann mit Mundschutz. Allerdings komme man sich schon ein bisschen komisch vor, fügt er hinzu: „Wie vermummt, um einen Banküberfall zu begehen.“

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