Online statt Absage: Glaubensfragen im Mittelpunkt
Das Droste-Festival geht online

Münster-Roxel -

An was kann man glauben in Zeiten von Fake News und alternativen Fakten, von Verschwörungstheorien und Falschmeldungen? Mit Glaubensfragen beschäftigt sich das diesjährige Droste-Festival – und das wegen der Corona-Krise online.

Donnerstag, 30.04.2020, 08:38 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 09:00 Uhr

Das „Center for Literature“ (CfL) auf Burg Hülshoff hat beschlossen, das Droste-Festival in diesem Jahr digital stattfinden zu lassen, um es nicht ausfallen lassen zu müssen. Unter dem Motto „Believe (in) us“ beschäftigt sich das Literaturfestival in diesem Jahr mit Glaubensfragen.

Vom 5. bis zum 26. Juni wird einmal wöchentlich ein Blog mit verschiedenen literarischen Online-Formaten veröffentlicht, heißt es in einer Pressemitteilung der Annette-von-Droste-zu-Hülshoff-Stiftung.

„Das Thema des diesjährigen Droste-Festivals könnte passender nicht sein“, so Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Vorsitzende der Annette-von-Droste-zu-Hülshoff-Stiftung und LWL-Kulturdezernentin. „Seit Jahren dominieren Diskussionen über sogenannte ‚Fake News‘ oder ‚alternative Fakten‘ den öffentlichen Diskurs. Besonders in Zeiten von Corona leben die Menschen im Spannungsverhältnis zwischen Verschwörungstheorien, Falschmeldungen und gesicherten Wahrheiten. Dabei stellt sich jedem Einzelnen von uns täglich die Frage: An was soll man glauben und, vor allem, wem soll man glauben?“ Daher begrüßt Rüschoff-Parzinger die Entscheidung des „Centers for Literature“, das Festival ins Internet zu verlegen.

„Die Frage, woran wir glauben, ist angesichts der aktuellen weltweiten Krisensituation, ausgelöst durch das Corona-Virus, und der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Konsequenzen dieser Krise wichtiger denn je“, heißt es in einer Pressemitteilung des CfL weiter.

Das Festival folgt dabei vier Leitfragen: Glauben wir an die demokratische Gesellschaft? Glauben wir an die Universalität der Menschenrechte? Glauben wir an die Kraft von Kunst? Was passiert, wenn wir unseren, auch religiösen Glauben zunehmend verlieren?

So werden vom 5. bis zum 26. Juni einmal wöchentlich verschiedene künstlerische Produktionen zu einer der vier Leitfragen veröffentlicht. In einer Vielzahl von Online-Formaten – von Lesungen über Musicals, poetischen Film-Lectures bis hin zu Online-Workshops und Live-Talks – beschäftigen sich Künstlerinnen und Künstler wie Olga Flor, Reyhan Šahin aka Dr. Bitch Ray, Björn Bicker, Edgar Selge, Jakob Walser, Maren Kames, Sivan Ben Yishai, Kinga Tóth, Eran Schaerf, Eva Meyer oder das Performance-Kollektiv dorisdean mit Glaubensfragen.

Die Festival-Produktionen bleiben auch im Anschluss in der Mediathek des CfL verfügbar, heißt es abschließend.

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