Nigeria-Projekt des Roxelers Matthias Rincke hat erfreulichen Abschluss gefunden
Das Altenheim hat endlich Strom

Münster-Roxel -

Es hat geklappt: Dem Engagement von Matthias Rincke und diverser Unterstützer ist es zu verdanken, dass an einem Altenheim in Nigeria eine Photovoltaikanlage installiert werden konnte. Nicht nur die Schwestern des Ordens „Missionary Sisters of the Divine Image“ freuen sich darüber.

Mittwoch, 29.07.2020, 23:21 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 05:04 Uhr
Da das einfache und wenig tragfähige Dach des Altenheims die Last der Module nicht tragen konnte, musste für die Installation nebenan eine Art Remise gebaut werden.
Da das einfache und wenig tragfähige Dach des Altenheims die Last der Module nicht tragen konnte, musste für die Installation nebenan eine Art Remise gebaut werden.

Manchmal dauern ehrgeizige Projekte länger, als ursprünglich angenommen. Umso schöner ist es dann, wenn sie zu einem erfreulichen Ende kommen. Über ein solches kann sich der Roxeler Matthias Rincke freuen: Im April vergangenen Jahres hatte er sich – wie berichtet – vorgenommen, im westafrikanischen Nigeria, in der Ortschaft Amurie Omanze im Bundesstaat Imo, ein neu erbautes Altenheim per Photovoltaikanlage auf einfachem Niveau mit Strom zu versorgen. Vor wenigen Wochen konnte das Projekt trotz diverser Hindernisse endlich in die Tat umgesetzt werden.

Schon vor längerer Zeit hatte Rincke, Geschäftsführer der Roxeler Heinze & Rincke GmbH, einer Fachfirma für Heizungs- und Sanitäranlagen, Kontakte zur afrikanischen Ordensfrau Schwester Vivian vom katholischen Orden „Missionary Sisters of the Divine Image“ (MSDI) geknüpft. Dabei tauchte die Frage auf, ob Rincke dabei helfen könne, das von den Schwestern getragene Heim für bedürftige alte Menschen mit Strom zu versorgen.

Der Roxeler Elektroinstallationsmeister ließ seine Kontakte spielen und schaffte es, auf Spendenbasis eine deutsche Photovoltaikanlage im Wert von rund 14 000 Euro aufzutreiben. Im Sommer vergangenen Jahres brachte Rincke diese dann nach Hamburg, wo sie nach Nigeria verschifft wurde. Da die Korruption dort „extrem hoch“ sei und man um das sichere Ankommen der Anlage in Amurie Omanze fürchtete, wurde kein Container in Anspruch genommen. Stattdessen kaufte die Ordensschwester in Hafennähe einen uralten Lkw – „eine Schrottkiste, voll mit Graffiti und kaum noch fahrtüchtig“, wie Rincke berichtet. Im Lkw, der per Auto-Fähre nach Lagos gebracht wurde, konnte die wertvolle Photovoltaikanlage hinter anderen Sachspenden wie Krankenbetten, Matratzen und anderem mehr gut versteckt werden.

„Der Lkw kam problemlos durch den Zoll, und ein Familienmitglied von Schwester Vivian hat sich mit dem Schrotthaufen auf den zirka 800 Kilometer langen Weg von Lagos nach Amurie Omanze gemacht“, weiß Matthias Rincke. Dort konnte das betagte Gefährt sogar mit kleinem Gewinn weiterverkauft werden.

Weniger erfreulich war, dass es wenig später Probleme beim Aufbau der Photovoltaikanlage gab: Da diese auf dem dafür ungeeigneten Dach des Altenheims nicht installiert werden konnte, musste nebenan eine einfache kleine Remise gebaut werden. Dort konnten die Module der Anlage, die aus einem 10kWh-Stromspeicher und einer 25 Quadratmeter großen Kollektorfläche für Sonnenergie besteht, problemlos montiert werden.

Doch dann das nächste Hindernis: Als Ende vergangenen Jahres alles stand, und der Strom fließen sollte, stellte sich heraus, das der Wechselrichter – das Herzstück der Anlage, das den Gleichstrom der Module in nutzbaren Wechselstrom umwandelt – nicht genutzt werden konnte. Er war mit einen Pin-Code geschützt. „Die afrikanischen Monteure vor Ort hatten keine Möglichkeit, ihn zu entsperren. Es fehlte der kompatible Laptop mit der notwendigen Software“, erläutert Matthias Rincke. Da auch der im entfernten Südafrika ansässige Kundendienst des Herstellers nicht helfen konnte, musste MSDI-Schwester Vivian schließlich in Nigeria einen ähnlichen Wechselrichter besorgen.

„Am 30. Mai dieses Jahres war dann endlich alles so weit. Die Anlage funktioniert“, freut sich Matthias Rincke. Nun können im Altenheim die Beleuchtung, einige Ventilatoren und ein kleiner Medikamenten-Kühlschrank betrieben werden. Es bleibt sogar noch etwas Strom, der ein paar Straßenlaternen in der unmittelbaren Nachbarschaft leuchten lässt.

Matthias Rincke ist froh über den erfolgreichen Ausgang des Projekts und darüber, dass verschiedene münsterische Spender mit rund 7000 Euro dafür sorgten, dass der Transport der Anlage über die Bühne gebracht werden konnte.

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