Grab der Familie Droste zu Hülshoff wurde wieder ansehnlich hergerichtet
„Eine historische Gedenkstätte“

Münster-Roxel -

Viele Roxeler wissen gar nicht, dass es auf ihrem Friedhof eine ganz besondere Grabstätte gibt.

Freitag, 31.07.2020, 22:53 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 17:31 Uhr
Wurde im Auftrag der Annette-von-Droste-zu-Hülshoff-Stiftung jetzt wieder ansehnlich hergerichtet: die Grabstätte der Familie Droste zu Hülshoff auf dem Roxeler Friedhof.
Wurde im Auftrag der Annette-von-Droste-zu-Hülshoff-Stiftung jetzt wieder ansehnlich hergerichtet: die Grabstätte der Familie Droste zu Hülshoff auf dem Roxeler Friedhof. Foto: sch

Lange Zeit machte sie nicht mehr den allerbesten Eindruck, doch mittlerweile kann sie sich wieder sehen lassen: Die Gemeinschaftsgrabstelle der Familie Droste zu Hülshoff auf dem Friedhof an der Tilbecker Straße wurde in den vergangenen Wochen von Wildwuchs befreit, neu bepflanzt und damit wieder ansehnlich hergerichtet. Verantwortlich dafür zeichnet die im Herbst 2012 gegründete Annette-von-Droste-zu-Hülshoff-Stiftung. Manch einer freut sich darüber, so auch Dieter Pferdekamp , Ehrenmitglied des Roxeler Heimat- und Kulturkreises und versierter Ortshistoriker.

Bei der Grabstelle handelt es sich um den Ort, an dem gleich mehrere enge Verwandte und Familienangehörige der berühmten Roxeler Dichterfürstin Annette von Droste-Hülshoff beigesetzt wurden. Während Annette im Jahre 1848 auf Burg Meersburg am Bodensee verstarb und auf dem dortigen Friedhof begraben wurde, fanden im Roxeler Familiengrab unter anderem ihre Mutter Theresia (1853), ihre Schwester Jenny (1859) und ihr Bruder Werner-Constantin (1867) ihre letzte Ruhestätte. Zu den 16 Bestatteten in der Droste-Hülshoffschen Grabstätte zählt als zuletzt beigesetztes Familienmitglied Frauke Heidemann, geborene Stromberg, die im Jahre 2017 verstarb.

Vielen Roxelern sei gar nicht bewusst, dass auf ihrem Friedhof etliche Verwandte und Förderer der Dichterfürstin beigesetzt worden seien, sagt Dieter Pferdekamp, der die Herrichtung der Grabstätte begrüßt. Zwischen der Familie Droste zu Hülshoff und dem Ort Roxel gebe es eine Vielzahl von Verbindungen. Beispielsweise hätten Annette und ihre Schwester Jenny als Stickerinnen an der Roxeler Schützenfahne mitgewirkt.

„Die Schützenbrüder fühlen sich Annette gegenüber besonders verbunden. Zwischen Hülshoff und Roxel, insbesondere auch zwischen den diversen Hülshoff-Generationen und den Roxeler Schützenbrüdern bestand stets eine besondere Beziehung. Nachweislich war Franz Werner von Droste Hülshoff, Vater der Freifrau Jutta, Mitglied im Schützenverein. Ebenso konnte sich dessen Vater Heinrich Johann während des langen Kulturkampfes auf die Roxeler Schützen verlassen“, weiß Dieter Pferdekamp.

Für das Ehrenmitglied des Heimat- und Kulturkreises gibt es keinen Zweifel: „Die Grablege ist durchaus eine historische und literaturgeschichtliche Gedenkstätte von überregionaler Bedeutung für Roxel und natürlich auch für Münster.“ Wäre sie nicht am Bodensee verstorben, dann wäre Annette von Droste-Hülshoff vermutlich auch auf dem Roxeler Friedhof beigesetzt worden.

Nach Pferdekamps Informationen hat sich die St.-Pantaleon-Bruderschaft anlässlich ihres 2021 anstehenden 200-jährigen Bestehens vorgenommen, auf der wieder hergerichteten Grabstätte ein Denkmal mit den Namen der dort beerdigten Hülshoffer aufzustellen.

Lob für die Herrichtung des Grabes gibt es auch von Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff: „Unsere Familie begrüßt es sehr, dass die Annette-von-Droste-zu-Hülshoff-Stiftung als Rechtsnachfolgerin unseres Familienzweigs auf Burg Hülshoff diese Grabstätte herrichtet“, schrieb er unserer Zeitung. Wünschenswert wäre es aus seiner Sicht, wenn am Grab auf die Namen der dort Bestatteten hingewiesen werden könne.

Auf dem Roxeler Friedhof lägen Angehörige, die der großen Dichterin ganz besonders nahe gestanden hätten, unterstreicht Freiherr Droste zu Hülshoff: „Ihre Mutter, die ihr das Leben und eine hervorragende Erziehung schenkte, ihre Schwester und engste Vertraute, in deren Meersburg sie Jahre weilte und große Werke schuf, ihr fürsorglicher Bruder, der ihr großzügig Unterhalt gewährte, ihre kinderreiche Schwägerin, die für sie auf Burg Hülshoff sorgte und zwei begabte Neffen, die auch ihren Nachruhm förderten.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7516826?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F142%2F
Nachrichten-Ticker