Zwei Anlagen am Rande Roxels in Bösensell geplant
Windräder in der Diskussion

Münster-Roxel/Senden-Bösensell -

Die Gemeinde Senden versagt dem beantragten Bau von zwei 240 Meter hohen Windenergieanlagen nördlich von Bösensell an der Grenze zu Roxel ihr Einverständnis. Das hat der Gemeindeentwicklungsausschuss beschlossen.

Freitag, 28.08.2020, 16:32 Uhr
Windräder, wie hier ein Exemplar zwischen Roxel und Nienberge, sind von weitem sichtbar, und das stört so manchen.
Windräder, wie hier ein Exemplar zwischen Roxel und Nienberge, sind von weitem sichtbar, und das stört so manchen. Foto: Oliver Werner

Die Gemeinde Senden versagt dem beantragten Bau von zwei 240 Meter hohen Windenergieanlagen nördlich von Bösensell an der Grenze zu Roxel ihr Einverständnis. Das hat der Gemeindeentwicklungsausschuss aufgrund planungsrechtlicher Bedenken der Verwaltung am Donnerstagabend mit den Stimmen von CDU und FDP beschlossen.

Grüne, SPD und UWG folgten der Argumentation nicht. Aus ihrer Sicht hätte die Gemeinde unter anderem wegen der gemeinsam verabschiedeten Sendener Klimaschutzresolution ihr Einverständnis erteilen müssen. Besagte Windräder sorgen aufgrund ihrer Größe auch im Westen Münsters für kontroverse Diskussionen.

„Es geht hier nicht darum, ob wir für oder gegen Windkraft sind, sondern ob der Bauantrag rechtens ist“, erläuterte der Ausschussvorsitzende Gerd Gebauer (CDU) gleich zu Beginn der Beratung. Die Gemeinde müsse ihr Einvernehmen versagen, betonte Bürgermeister Sebastian Täger, „weil wir einen Flächennutzungsplan haben, der an den Stellen keine Windkraftanlagen vorsieht.“

Philipp Scholz (Grüne) erinnerte an das gemeinsam beschlossene Flächenszenario, das Windenergieanlagen auf den Flächen (westlich/nord-westlich der Gärtnersiedlung) zulässt. „Wir sehen nicht, dass die Wohnbauentwicklung in Bösensell durch den Bau der Windkraftanlagen eingeschränkt wird“, resümierte Scholz.

„Das Flächenszenario würde nur gelten, wenn wir einen neuen Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht hätten“, entgegnete Sascha Weppelmann. Gleichwohl räumte der Fraktionssprecher der CDU ein, dass die vorgesehenen Anlagen den vom Bund vorgegebenen Abstand von 1000 Metern einhalten. Die Frage, ob genügen Abstand zu „Siedlungslagen“ eingehalten werde, sei allerdings noch nicht geklärt worden. Deshalb könne kein gemeindliches Einvernehmen erteilt werden.

Georg Hülk (SPD) vertrat die Auffassung, dass der bestehende Flächennutzungsplan „obsolet“ sei. Überdies fehlten den Abstandsregelungen des Landes und des Bundes entsprechende Ausführungen; auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes sei nicht in Sicht. Von daher sei unter Berücksichtigung des Klimapakets und der Privilegierung der Windkraft im Außenbereich das Einvernehmen zu erteilen.

Uwe Kasten (FDP) erinnerte an die grundsätzlichen Kritik der Liberalen bezüglich der Windkraftnutzung. „Der Kölner Dom ist 157 Meter hoch. Und es sind 240 Meter hohe Anlagen geplant“, gab Kasten zu bedenken. Es handele sich um „ziemliche Monster“. Überdies sei die 1500-Meter-Abstandsregelung zur Wohnbebauung nicht vom Tisch.

„Es wird so oder so eine Prüfung des Kreises geben. Und es kann sein, dass der Kreis das gemeindliche Einvernehmen ersetzt und eine Baugenehmigung erteilt“, verdeutlichte Bürgermeister Sebastian Täger die letztlich begrenzte Tragweite des Beschlusses.

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