Beatrix Temlitz übergibt 2512 Unterschriften an Markus Lewe
Klares Ja zur Gesamtschule Roxel

Münster-Roxel -

Der öffentliche Druck wächst, auch weite Teile der Bevölkerung in Münsters Westen stehen hinter der Forderung, auf dem Roxeler Schulcampus eine Gesamtschule unterzubringen. Das ergab das Ergebnis einer Unterschriftenaktion.

Dienstag, 27.10.2020, 18:39 Uhr
Beatrix Temlitz (2.v.r.) überreichte im Beisein von Philipp Hagemann (2.v..l.) und Angela Stähler die Unterschriftenliste an Markus Lewe.
Beatrix Temlitz (2.v.r.) überreichte im Beisein von Philipp Hagemann (2.v..l.) und Angela Stähler die Unterschriftenliste an Markus Lewe. Foto: Oliver Werner

Keine Frage: 2512 Unterschriften sprechen eine klare Sprache. So viele Bürger unterstützen schriftlich die Forderung nach einer dritten städtischen Gesamtschule in Münster, die am Schulcampus Roxel untergebracht werden soll. Um dieser Forderung weiteren öffentlichen Nachdruck zu verleihen, initiierte die ehemalige Realschullehrerin Beatrix Temlitz eine Unterschriftenaktion. Besagtes Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Liste übergab Temlitz nun im Beisein von CDU-Ratsfrau Angela Stähler sowie dem SPD-Ratsherrn Philipp Hagemann an den Oberbürgermeister Markus Lewe .

Die Idee einer Gesamtschule an der Tilbecker Straße als solche ist nicht neu. Doch nun erfährt die Angelegenheit durch die auslaufende Friedensreich-Hundertwasser-Schule (Sekundarschule der Stadt Münster) eine gewisse Aktualität. Bekanntlich ist das Ende besagter Schule abzusehen. Wenn der aktuelle sechste Jahrgang seinen Abschluss macht, ist die Schule Geschichte.

Allerdings investierte die Stadt in der Vergangenheit stets enorme Summen in den Schulcampus Roxel. Die schulische Infrastruktur ist vorbildlich: Ausreichend gut ausgestattete Unterrichtsräume, eine Mensa, zwei Sporthallen, eine Bezirkssportanlage sowie ein angrenzendes Hallenbad – all das wäre prädestiniert für einen Gesamtschulbetrieb.

Dass es einer weiteren Gesamtschule in Münster bedarf, darüber besteht aufgrund des großen Interesses in der Domstadt kein Zweifel. Eine deutlich höhere Zahl von Bewerbungen steht einer ungleich niedrigeren Zahl an verfügbaren Plätzen gegenüber. Daraus resultierten nicht zuletzt im vergangenen Anmeldeverfahren Hunderte Absagen.

Eventuell wäre eine Gesamtschule in Roxel längst beschlossene Sache, wäre da nicht das Veto aus Havixbeck. Dort sieht man aufgrund der räumlichen Nähe die eigene Gesamtschule aus Konkurrenzgründen gefährdet. Nun liegt der Ball bei der Bezirksregierung, die in diesem Dilemma entscheiden muss.

Über den Erfolg der Unterschriften-Aktion ist Beatrix Temlitz selbst überrascht: „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte sie. „Ich bin allen Helfern, die unermüdlich Unterschriften gesammelt haben, sehr dankbar.“

Die Unterschriften selbst beschränkten sich nicht allein auf Roxel. Befürworter einer Gesamtschule an der Tilbecker Straße kamen auch aus Albachten oder Nienberge. Das verwundert Temlitz nicht. Schließlich kamen aus besagten Stadtteilen damals sehr viele Schüler, als es noch die beiden getrennten Schulformen Haupt- und Realschule gab, nach Roxel.

Dass eine Gesamtschule in Münsters Westen die Existenz der gleichen Einrichtung in Havixbeck gefährden könnte, glaubt die Initiatorin der Unterschriftenaktion nicht. Wie sie hörte, habe es auch dort Absagen an interessierte Eltern gegeben.

Beim Oberbürgermeister lief Beatrix Temlitz erwartungsgemäß offene Türen ein. Bekanntlich besteht bezüglich einer Gesamtschule in Roxel breiter politischer Konsens. Das unterstreicht nicht zuletzt auch die Tatsache, dass bei der Übergabe der Unterschriftenliste die beiden Roxeler Ratsmitglieder zugegen waren.

Allerdings – und das weiß natürlich auch die Roxelerin – muss die Bezirksregierung davon überzeugt werden, dass eine Roxeler Gesamtschule nicht die Existenz ihres Pendants in Havixbeck gefährden darf. Aus diesem Grund besuchte Beatrix Temlitz jüngst auch Regierungspräsidentin Dorothee Feller, um sie über die aktuelle Situation vor Ort zu informieren.

Und was halten die beiden Roxeler Ratspolitiker von der Unterschriftenaktion? Hagemann: „Ich halte diese Aktion aus der Mitte der Bevölkerung für ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit. Der Druck muss aus der Bevölkerung kommen. Die Aktion ist sehr eindrucksvoll.“

In die gleiche Kerbe schlägt Angela Stähler: „Ich finde, dass 2512 ein sehr gutes Ergebnis ist. Es spiegelt den Willen der Elter wider, die in Roxel eine Gesamtschule wollen. Wir als Politik haben alles getan, was wir tun konnten. Wir haben ganz klar unseren Willen ausgesprochen. Bei der Bezirksregierung kommt so nun nicht nur der politische Wille rüber, sondern eine zusätzliche Bestätigung aus der breiten Öffentlichkeit.“

 

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