Senior schildert Begebenheit an Roxeler Supermarkt
Kindern mit Orangen eine große Freude bereitet

Münster-Roxel -

Dass Früchte Freude schenken können, daran zweifelt ein Roxeler Senior keinesfalls. Er beschenkte einen kleinen Jungen und bereitete damit doppelte Freude.

Donnerstag, 24.12.2020, 20:47 Uhr
Wenn Orangen den Besitzer wechseln, dann kann dies mitunter für große Freude sorgen.
Wenn Orangen den Besitzer wechseln, dann kann dies mitunter für große Freude sorgen. Foto: sch

„Geben ist schöner als nehmen“, meint der Roxeler Senior Willi Thiemann . Zum Beweis für seine These schickte er unserer Zeitung einen Bericht über eine Begebenheit, die sich im Supermarkt am Nottulner Landweg zutrug. „Dies ist eine wahre Geschichte, dafür verbürge ich mich“, unterstreicht Thiemann. Auf jeden Fall ist seine nun folgende Geschichte weihnachtsfesttauglich.

„Es war vor einigen Tagen. Ich war im Supermarkt zum Einkaufen. Im Obstregal sah ich schöne große Orangen. Obwohl sie sehr teuer waren, handelte ich nach meinem Motto: Kauf die Früchte, du gönnst dir doch sonst auch alles. Drei Früchte landeten in meinem Einkaufswagen. Neben mir war eine junge Mutter mit ihrem Sohn. Sie kaufte einen Beutel mit Mandarinen, die als Sonderangebot deklariert waren. Der kleine Bub sah die großen Früchte und bat seine Mutter, sie möge für ihn doch auch eine große Orange kaufen.

Die Mutter versuchte ihrem kleinen Sohn vergeblich zu erklären, dass die Früchte sehr teuer seien und sie kein Geld dafür übrig habe. Der Kleine bettelte aber weiter. Er sagte: ,Der Opa hat doch auch die teuren Orangen gekauft.‘ Sein Wunsch wurde aber nicht erfüllt, und er weinte. Das brach mir das Herz, und ich überlegte, wie ich dem kleinen Jungen eine Freude machen konnte.

Mein Plan war schnell gefunden. Ich stand auf der Lauer. Als die Mutter zur Kasse ging, war ich vor ihr. Ich legte meinen Einkauf auf das Band. Nach mir konnte sie ihren Einkauf auch aufs Band legen. Der Kleine schaute immer nur auf meine drei großen Orangen. Vorsichtig berührte er eine Frucht mit einem Finger. Im scharfen Ton sagte seine Mutter: ,Nimm die Finger zurück. Die Orangen gehören uns nicht.‘

Auf dem Parkplatz stand der Wagen der Mutter in der Nähe meines Fahrzeugs. Absichtlich stellte ich meinen Einkaufskorb so, dass der Junge die Orangen sah. Traurig schaute er auf die großen Früchte. Ich fragte den Kleinen, ob er eine Orange haben wolle. Die Mutter war dagegen. Sie sagte, er solle nicht immer seinen Willen haben und müsse lernen, dass nicht jeder Wunsch erfüllt werde.

Darauf erwiderte ich, dass es mir eine große Freude sei, ihrem kleinen Jungen eine Orange schenken zu dürfen. Als alter alleinstehender Mann sei ich sehr einsam, und es würde mir große Freude bereiten, dem Jungen eine Orange zu geben. Daraufhin nickte die Mutter: ,Dann geben sie ihm eine.‘ Zu ihrem Sohn sagte sie, dass er die Orange zu Hause mit seiner Schwester teilen solle. Meine Frage war: ,Mag deine Schwester auch gern Orangen? Seine Antwort war ,Ja‘. Daraufhin gab ich ihm eine zweite Orange und sagte: ,Du schlachtest heute zu Hause die Orange und teilst sie mit deiner Schwester. Morgen könnt ihr euch dann die zweite Orange teilen.‘

Der dankbare Blick des kleinen Jungen rührte mich zu Tränen. Er sagte: ,Danke! Du bist aber ein lieber Opa.‘ In meinem Herzen sagte mir eine Stimme: ,Das hast du richtig gemacht.“

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