Unfall am Bahnübergang Welsingheide
Gibt es bald sichernde Schranken?

Münster-Roxel -

Der schrankenlose Bahnübergang an der Welsingheide ist in jüngster Zeit wiederholt ins Gespräch gekommen. Erst recht, nachdem dort nun ein Kleintransporter mit der Regionalbahn kollidierte . . .

Montag, 12.04.2021, 19:19 Uhr aktualisiert: 13.04.2021, 17:00 Uhr
Nicht mehr viel zu sehen war am Montag vom Unfall, der sich zwei Tage zuvor am Bahnübergang Welsingheide zugetragen hatte.
Nicht mehr viel zu sehen war am Montag vom Unfall, der sich zwei Tage zuvor am Bahnübergang Welsingheide zugetragen hatte. Foto: sch

Nur ein paar zusammengekehrte Blech- und Plastiksplitter sowie Streumaterial zum Binden von ausgetretenem Öl und Kraftstoff waren am Montagmorgen an der Unfallstelle noch vorzufinden. Ansonsten deutete kaum noch etwas darauf hin, dass es am Samstagnachmittag am unbeschrankten Bahnübergang Welsingheide einen offenbar vermeidbaren Unfall gegeben hatte: Ein Handwerker war mit seinem Kleintransporter von der Regionalbahn erfasst worden. Niemand wurde verletzt, doch der Bahnübergang geriet mal wieder in die Schlagzeilen.

Gleich mehrfach hatten sich – wie berichtet – erst vor wenigen Wochen Anlieger mit Bürgeranregungen an die Stadtverwaltung gewandt und aus unterschiedlichen Gründen darum gebeten, den Übergang möglichst bald mit sichernden Schranken auszustatten. Vor dem Hintergrund des jüngsten Vorfalls scheint besagte Forderung aktueller denn je. Nicht minder wichtig dürfte indes auch die Frage sein, wieso es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte?

Hatte sich der Fahrer des Kleintransporters über die Beschilderung hinweggesetzt, die die Welsingheide im betreffenden Bereich deutlich sichtbar für den öffentlichen Verkehr sperrt, lediglich Anliegern das Befahren erlaubt? Angaben dazu konnte Vanessa Arlt , Sprecherin der Polizei Münster, gestern nicht machen. Von Roxelern, die in der Nachbarschaft wohnen, ist indes zu erfahren, dass besagter Teilabschnitt der Welsingheide trotz Verbots gerne von motorisierten Verkehrsteilnehmern als Schleichweg genutzt wird. Denn kontrolliert werde dort eigentlich gar nicht.

Anlieger berichten in diesem Zusammenhang auch davon, dass es bei manchen Verkehrssündern durchaus regelmäßige Praxis ist, die Welsingheide zusammen mit dem Dalkamp und der Altenroxeler Straße als fixe Verbindung ohne Verkehrsampeln zwischen Mecklenbeck und Bösensell/Tilbeck zu nutzen. Wobei dabei natürlich immer wieder Durchfahrverbotsschilder missachtet werden.

Beim Unfall am Samstag um 16.44 Uhr war es nach Angaben von Polizeisprecherin Vanessa Arlt der Fall, dass der in Richtung Oberort fahrende Handwerker den vom Roxeler Schienenhaltepunkt nahenden Zug offenbar zu spät wahrgenommen hatte. Er habe noch versucht, zu bremsen und rückwärts zu fahren. Dabei habe er jedoch den Motor abgewürgt, sodass der Zusammenstoß mit der Regionalbahn nicht mehr vermieden werden konnte.

Während der Kleintransporter schwer beschädigt wurde, traf es die Regionalbahn nur leicht. Sie konnte ihre Fahrt bis zum Hauptbahnhof noch fortsetzen.

Vor dem Hintergrund des jüngsten Geschehens dürfte so mancher gespannt darauf sein, auf welches Echo die Bürgeranregungen gemäß Paragraf 24 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen bei der Verwaltung stoßen. Wird es am Bahnübergang demnächst Schranken geben? Wird unzulässigem Verkehr im betreffenden Abschnitt der Welsingheide ein wirkungsvoller Riegel vorgeschoben?

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