Patient ärgert sich über lange Wartezeit
„Wie lange darf man beim Arzt warten?“

Münster-West -

Münsters Hausärzte haben in diesen Zeiten alle Hände voll zu tun und nicht immer auf Anhieb punktgenau Zeit. Das scheinen vereinzelte Mitbürger mitunter nicht akzeptieren zu wollen.

Freitag, 23.04.2021, 23:00 Uhr aktualisiert: 24.04.2021, 11:04 Uhr
Das Impfen kostet Hausarztpraxen in diesen Tagen viel Zeit.
Das Impfen kostet Hausarztpraxen in diesen Tagen viel Zeit. Foto: dpa

Dass die Corona-Krise und die damit verbundenen Aufgaben niedergelassenen Ärzten und ihren Mitarbeiterteams enorme Anstrengungen abverlangen, dürfte mittlerweile vielen Bürgern bekannt sein. Warteschlangen vor Arztpraxen sind – insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Impfungen – mancherorts derzeit keine Seltenheit. Das Gros der Patienten bringt Verständnis auf. Nichtsdestotrotz scheint es Einzelne zu geben, die sich darüber mokieren.

Per E-Mail beschwerte sich ein, wie er angibt, „Kassenpatient“ darüber, dass er vor seiner Hausarztpraxis in Münsters Westen in dieser Woche eineinviertel Stunden vergeblich habe warten müssen, um einen Blutabnahmetermin wahrzunehmen. Es gehe ihm nicht um die Zeitverzögerung im Einzelfall, sondern um die grundsätzliche Frage: „Wie lange muss ein Kassenpatient auf eine Blutentnahme warten? Welche Zeit ist da zumutbar?“, schreibt er.

Vom betreffenden Mediziner war zu erfahren, dass Hausärzte in diesen Zeiten dringend Entlastung gebrauchen könnten. Es würden jede Menge Überstunden gemacht. Patienten müssten behandelt werden, es gebe akute Fälle, es werde geimpft und getestet. „Wir sind am Rande unserer Kapazitäten“, so der Mediziner. Erst am vergangenen Samstag habe er 100 Corona-Impfungen vorgenommen, nur zweimal sei ihm dafür Dank ausgesprochen worden. Eine Lanze brechen müsse man in jetzigen Zeiten für die Arzthelferinnen. Sie seien permanent im Stress, unter Druck und leisteten Erstaunliches. Der Blutabnahme-Patient, das sei dokumentiert, sei 15 Minuten zu spät zum Termin erschienen und habe nicht eineinviertel Stunden, sondern 50 Minuten gewartet.

Es gebe mitunter eine Differenz zwischen der tatsächlichen und der gefühlten Wartezeit, sagt Andreas Daniel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Wie lange jemand beim Arzt warten dürfe, dazu gebe es keinerlei Regelung. Aufgrund der derzeitigen angespannten Situation in vielen Hausarztpraxen mit Impfungen und Testungen könne man nur um Verständnis bitten.

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