Sprakeler Heimathaus feiert das 30-jährige Bestehen
Vom Flachs zum Leinen

Münster-Sprakel -

Großer Bahnhof rund um den Sprakeler Heimathof: Mit einem Jubiläumsfest, an dem rund 150 Zuschauer teilnahmen, wurde das 30-jährige Bestehen des Hofes gefeiert. Ein buntes Programm mit zahlreichen Attraktionen fehlte dabei nicht.

Sonntag, 13.09.2015, 23:09 Uhr

Zwei historische Ackerschlepper zogen die Erntewagen, auf denen die Ehrengäste zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Heimathofs anrollten.
Zwei historische Ackerschlepper zogen die Erntewagen, auf denen die Ehrengäste zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Heimathofs anrollten. Foto: jans

Auf zwei prächtigen Ackerwagen, gezogen von historischen Treckern, fuhren die Ehrengäste vor. Mit dieser ganz besonderen „Prozession“ eröffnete der Heimatverein Sandrup-Sprakel-Coerde am Sonntagnachmittag die Feiern zum 30-jährigen Bestehen des Heimathofs . Gleichzeitig war dies die Auftaktveranstaltung der 37. Münsterischen Kultur- und Heimattage.

150 Zuschauer erlebten dabei einen Nachmittag unter dem Motto „Vom Flachs zum Leinen“. Alfred Bölling , 1. Vorsitzender des Heimatvereins, hatte gemeinsam mit zahlreichen Helfern ein vielfältiges Programm erarbeitet. Er begrüßte alle Gäste nach der Ankunft der Treckerparade. Anschließend verlas Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink ein Grußwort von Oberbürgermeister Markus Lewe , Schirmherr der Kultur- und Heimattage. Heidbrink wünschte vom Wagen herunter „viel Freude, viele Freunde und gutes Gelingen!“

Pfarrer Ulrich Messing erinnerte an die aktuelle Situation vieler Flüchtlinge. „Ich wünsche uns, dass wir mit diesen Menschen teilen“, erklärte er. Es gelte, jenen Menschen, die jetzt eine Heimat suchten, eine Heimat zu geben.

Alfred Bölling ließ in einem kurzen Redebeitrag die 30-jährige Geschichte des Heimathauses Revue passieren. Er erinnerte passend zum „ Tag des offenen Denkmals “ daran, wie aus dem ehemaligen Schröderschen Kotten der jetzige Gebäudekomplex des Heimathofs wurde. Bölling dankte allen an diesem Projekt Beteiligten und hob insbesondere das Engagement der Vereinsmitglieder bei der Beseitigung der Flutschäden im Jahr 2014 hervor.

Auch einen Blick auf die nächsten Jahre des Vereins wagte Bölling: „Mein Ziel wird es bleiben, die Kinder zu gewinnen, dann ist mir vor der Zukunft nicht bange!“

Offenbar ist Bölling dabei schon auf einem guten Weg: Anja Feldmann, Leiterin des Kindergartens St. Marien, und ihre Kollegin Heike Dickert überreichten ihm nämlich ein großes Transparent, das „ihre“ Kinder nach den regelmäßigen Besuchen auf dem Heimathof gestaltet haben. Es zeigt mit Fingerfarben gemalte Bilder der Tiere des Hofes sowie – na klar – eine große „30“. Bölling war begeistert. In bester Laune mischte er sich anschließend unter die Tänzerinnen und Tänzer des westfälischen Volkstanzkreises. Der Akkordeon-Kreis des Heimatvereins und die „Original Kinderbacher Musikanten“ sorgten für fröhliche Begleitung.

Bei dem Hoffest bot Imkerin Antonie Averbeck, Vorsitzende des münsterischen Imkervereins, erstmals den hofeigenen Honig an. Die katholische Frauengemeinschaft sorgte mit einem Kuchen- und Schnittchenstand für lange Warteschlangen unter den Besuchern. Mitglieder der Abteilung Textil des befreundeten Heimatvereins Greven zeigten entsprechend des Festmottos, wie aus Flachs Leinen entsteht. Und für manche Lacher sorgten Elisabeth Georges sowie Hannes Demming von der Niederdeutschen Bühne, die Conrad Hansens Einakter „Pustekoken“ aufführten.

Die Jüngsten hatten außerdem Spaß beim Ponyreiten oder beim Bestaunen historischer Ackerfahrzeuge, wobei die Väter meist ebenfalls staunten. Gemeinsam trafen sich alle dann an einem der vielen bunten Tische am Heimathof. „Heimat – das Gefühl von Zuhause“, so ein Leitspruch des Vereins anlässlich der Aufstellung von fünf historischen Eichenholzstelen, bei der Josef Asselmann mitwirkte, wurde einmal mehr Wirklichkeit.

Eine Festchronik zum 30-jährigen Bestehen des Heimathauses wird Prof. Dr. Elmar Lange in der Reihe „Heimatblätter“ veröffentlich.

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