Pilzbefall
Abschied von der alten Kastanie

Münster-Sprakel -

Seit Jahrzehnten empfängt die alte Kastanie gegenüber der Haustür die Besucher des Heimathauses. Bereits vor 15 Jahren wurden die großen Hauptäste der Kastanie mit Stahlseilen gesichert, um ihr Stabilität zu geben. Nun ist ein neues Problem hinzugekommen: Die Kastanie ist an dem „Pseudomonas“-Pilz erkrankt.

Donnerstag, 05.01.2017, 21:01 Uhr

Die alte Kastanie rechts wird weichen. Links wächst auf dem Sprakeler Heimathof ein Nachfolger heran. Alfred Bölling und Monika Gausepohl berichteten, dem Vorstand sei die Entscheidung, sich von dem Baum zu trennen nicht, leicht gefallen.
Die alte Kastanie rechts wird weichen. Links wächst auf dem Sprakeler Heimathof ein Nachfolger heran. Alfred Bölling und Monika Gausepohl berichteten, dem Vorstand sei die Entscheidung, sich von dem Baum zu trennen nicht, leicht gefallen. Foto: kaj

Seit Jahrzehnten empfängt die alte Kastanie gegenüber der Haustür die Besucher des Heimathauses . Im Sommer spendet sie Schatten mit ihrem üppigen Laubwerk, im Herbst können die Kinder Kastanien sammeln. Doch jetzt ist es an der Zeit, sich zu trennen.

Bereits vor 15 Jahren wurden die großen Hauptäste der Kastanie mit Stahlseilen gesichert, um ihr Stabilität zu geben. Vor drei Jahren seien die Seile nachgespannt worden, berichtet der Vorsitzende. Nun ist ein neues Problem hinzugekommen: Die Kastanie sei an dem „Pseudomonas“-Pilz erkrankt, habe das münsterische Amt für Grünflächen festgestellt, berichtet Bölling .

Eine Entscheidung, die dem Vorstand des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde nicht leicht gefallen sei, gesteht der Vorsitzende Alfred Bölling. „Wir sind schon traurig.“ Doch die Sicherheit gehe vor. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit Fachleuten gefallen.

In den Niederlanden sei Pseudomonas syringae seit 2002 häufig an Rosskastanien beobachtet und beschrieben worden, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auf ihrer Homepage. Sie beschreibt dort den neuen Krankheitserreger. Der starke Befall habe in den Niederlanden 2005 zur Gründung einer Arbeitsgruppe geführt, um diese neuartige Erkrankung zu untersuchen. Eine Kartierung habe im Jahr 2006 in den Niederlanden einen durchschnittlichen Befall von 40 Prozent der Rosskastanienbäume, in einzelnen Gebieten sogar bis zu 70 Prozent ergeben, so die Landwirtschaftskammer.

Die erkrankte Kastanie am Heimathaus schätzt Alfred Bölling auf rund 80 Jahre. Alarmstimmung kam auf am Heimathof, nachdem im Herbst bereits zwei größere Äste abgebrochen waren, obgleich es in jenem Zeitraum keinen starken Wind gegeben habe, berichtete Bölling. Der Heimatverein will nichts riskieren. Und nun hat sich direkt am Hauptstamm, am Abzweig eines schon mit Seil befestigten größeren Astes, ein Riss gebildet. Dieser Riss blutet, unterhalb dieser Stelle ist der Stamm schon dunkel.

Ein Riss hat sich gebildet, darunter wird der Stamm dunkel

Ein Riss hat sich gebildet, darunter wird der Stamm dunkel Foto: kaj

Eigentlich gab es für nächsten Samstag schon einen Termin, an dem der Baum Stück für Stück abgetragen werden soll. Doch es sei Starkwind angesagt. Dann könne nicht gearbeitet werden, erklärte Alfred Bölling. Vorgesehen sei, den Hauptstamm der Kastanie auf die Weide des Heimathofs zu bringen, denn die Ziegen klettern gerne.

Schon vor Jahren hat der Heimatverein eine zweite Kastanie, kaum neun Meter von der alten entfernt, gepflanzt. Bis ihre Baumkrone die Maiandachten am Mutter-Gottes-Häuschen abdeckt, wird es noch eine Weile dauern.

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