Kälte in den Ställen
Strategien gegen Frost

Münster-Nord -

Auf den Höfen am Stadtrand hat Kälte eine andere Bedeutung als in Wohnhäusern. Frieren die Wasserleitungen in den Ställen ein, funktionieren die Tränken nicht.

Montag, 26.02.2018, 18:02 Uhr

Im Außenklimastall von Hof Ontrup können sich die Schweine in Ruhekisten zurückziehen und dort gegenseitig aufwärmen.
Im Außenklimastall von Hof Ontrup können sich die Schweine in Ruhekisten zurückziehen und dort gegenseitig aufwärmen.

Der Winter hat die Natur im Griff, Minus-Temperaturen inzwischen Tag und Nacht. Die bisher kälteste Nacht ist vorüber. Entwarnung geben die Meteorologen bis Mitte der Woche aber noch nicht. Auf den Höfen am Stadtrand hat Kälte eine andere Bedeutung als in Wohnhäusern. Frieren die Wasserleitungen in den Ställen ein, funktionieren die Tränken nicht.

Auf Hof Ahlert in Sandrup ist am Montagvormittag wieder alles okay. Christoph Ahlerts Tränken laufen, auch die im Offenstall. Den Kühen macht die Kälte anscheinend nichts. Hauptsache, das Wasser läuft. Eine Tränke, die frühmorgens noch zugefroren war, hat er mit warmen Wasser losgekriegt. Ein Knackpunkt könnte in den nächsten Tagen bei extremen Minus-Graden noch das Wasser für den Melkroboter werden. Denn der braucht das Wasser, um nach jeder Benutzung das Melkgeschirr zu spülen. Ahlert sieht dem noch relativ gelassen entgegen. Erst ab etwa minus 15 Grad rechnet er mit Problemen. Frieren die Wasserleitungen seines Offenstalls zu, wird er Wasser in die Schaufel seines Frontladers füllen und die Kühe nach und nach versorgen. „Das dauert dann schon mal zwei Stunden extra“, sagt der Landwirt.

Hof Ahlert

Hof Ahlert

Auf ein Wasserfass, das etwa 300 Liter fasst, greift Dieter Bölting auf dem Reiterhof am Rande der Rieselfelder zurück. Er transportiert das Fass mit dem Frontlader bis zu den Pferdeställen (Außen- und Laufstall), an denen es gebraucht wird. Auch die Shettys im Offenstall bekommen jetzt so ihr Wasser. Etwa 40 Pferde müssten momentan mit dem Fass und Eimern per Hand getränkt werden. Das dauert etwa zwei Stunden.

Ansonsten hat er an Frost bereits beim Bau der Anlage bedacht. In den Böden der Boxen an der Reithalle hat er die Wasserleitungen unterirdisch in Windungen im Beton verlegt; in einem Kreislaufsystem – es läuft von oben nach unten und taucht alle zwei Boxen wieder auf. Bis minus fünf Grad reiche das. Der Stall für die Schulpferde habe bis minus acht Grad keine Probleme, weil er nach Osten geschlossen ist. Und im alten Stall hat Dieter Bölting nachträglich ein Kreislaufsystem angelegt: Dort ist ein Heizstab integriert, an dem das Wasser vorbeiläuft.

 

Sein Sohn Dominik Bölting passt an seiner Teichanlage, auf der sich schmucke Enten tummeln, auf die Pumpe auf: Sie läuft Tag und Nacht und hält das Wasser in Bewegung. Sollte der Teich dennoch über die Hälfte zufrieren, wird er eine zweite Pumpe in Betrieb nehmen. Denn auch Meeresenten zählen zu den gefiederten Bewohnern der gepflegten Anlage: Sie tauchen auch unter das Eis – und brauchen genügend offene Fläche, um wieder aufzutauchen. Dominik Bölting kennt seine Tiere genau: „Je kälter es ist, desto mehr Zeit verbringen sie im Wasser.“ Das gilt nicht so ganz für die kleine Zwergente aus dem Tierheim: Sie hält sich eher an die Hühner, und die können nicht schwimmen.

Dominik Bölting

Dominik Bölting

ein bisschen mehr, weil sie mehr Energie brauchen.“ Auch er tränkt seine Hühner momentan jeden Tag.

Hof Niermann

Hof Niermann

Im Außenklimastall auf Hof Ontrup in Sprakel können sich die Schweine in Ruhekisten zurückziehen, wenn es ihnen zu kalt wird. Die normalen Mastschweine machten das auch gern. Anders die Ibericos. Wie der Name schon vermuten lässt, stammt die alte Rasse von der iberischen Halbinsel. „Sie liegen fast alle draußen – eng beieinander, aber nicht in den Ruhekisten.“ Das Wasser des Stalls wird im Kreis gepumpt und geheizt. „Aber minus 15 Grad wird es spannend“, meint Karl-Heinz Ontrup.

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