Hilfe für Flüchtlinge auf Lesbos aus Sprakel
Zahnärztin behandelt auf Lesbos

Münster-Sprakel -

Sachspenden wie Kleidung und Hygiene-Artikel werden aus Sprakel per Lkw auf die griechische Insel Lesbos transportiert. Medizinische Hilfe bringt Dr. Tannaz Westerberg auch mit: Sie wird vor Ort Flüchtlinge zahnmedizinisch behandeln.

Donnerstag, 27.06.2019, 20:00 Uhr
Die Sprakeler Zahnärztin Dr. Tannaz Westerberg (l.) fährt mit ihren Mitarbeiterinnen (v.r.) Sarah Gräfe, Alica Daweke und Alexandra Schneider im Juli eine Woche nach Lesbos , um dort Flüchtlinge zahnmedizinisch zu behandeln. Zugleich hat Westerberg Spenden organisiert: Kleidung, Hygiene-Artikel und Schulmaterialien.
Die Sprakeler Zahnärztin Dr. Tannaz Westerberg (l.) fährt mit ihren Mitarbeiterinnen (v.r.) Sarah Gräfe, Alica Daweke und Alexandra Schneider im Juli eine Woche nach Lesbos, um dort Flüchtlinge zahnmedizinisch zu behandeln. Zugleich hat Westerberg Spenden organisiert: Kleidung, Hygiene-Artikel und Schulmaterialien. Foto: kaj

Ein 40-Tonner startet am ersten Juli-Wochenende in Sprakel Richtung Lesbos. Auf den Lkw passen 33 Europaletten: Sie werden beladen mit Hilfsgütern wie Kleidung, Schuhe, Spielsachen, Hygiene-Artikel und Schulmaterialien. Spenden, die das Sprakeler Ehepaar Westerberg in den vergangen Wochen zusammengetragen hat. Dr. Tannaz Westerberg wird zudem vom 12. bis zum 19. Juli auf die griechische Insel fliegen, um dort Flüchtlinge zahnmedizinisch zu behandeln.

Lesbos sei aus dem öffentlichen Fokus gerückt, sagt sie. „Dabei ist das Leid vor Ort groß.“ 7000 Flüchtlinge – unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und Nordafrika lebten dort, das Camp sei für 3000 Menschen ausgelegt.

Tannaz Westerberg wird auch von Mitarbeitern aus ihrer Praxis begleitet. Insgesamt acht Leute fliegen dem Lkw hinterher, sagt sie. Vor Ort werden sie beim Entladen helfen: Die Spenden werden in ein Lagerhaus der 2017 gegründeten Hilfsorganisation „Refugees4Refugees“ gebracht, die Flüchtlinge aus Lesbos unterstützt. In den sozialen Netzwerken habe sie um Spenden gebeten. Viele seien in ihrer Praxis in Sprakel abgegeben worden. Sie wurden sortiert und von dort in Garagen gesammelt.

Bei der Health-Point Foundation wird Tannaz Westerberg auf Lesbos zahnmedizinisch arbeiten. Etwa 100 bis 130 Patienten würden dort pro Woche behandelt, berichtet sie. Zahnärzte aus Europa seien dort jeweils für eine Woche im Einsatz.

Ihr Mann, Dr. Claus Westerberg, war 2017 zweimal im griechischen Veria auf dem Festland, 70 Kilometer westlich von Thessaloniki und hat dort Flüchtlinge zahnmedizinisch behandelt. Tannaz Westerberg will nun mit ihrem Team auf Lesbos helfen.

1985 flüchtete ihre Eltern mit beiden Töchtern aus dem Iran nach Deutschland. Tannaz war damals neun Jahre alt und sprach kein Wort Deutsch. Die Familie landete in Aachen, 1997 kam die junge Frau zum Studium nach Münster, lernte ihren Mann kennen und lebt seit 2007 in Sprakel. Sie gründeten im Dezember 2014 den Verein „Nima‘s“, der seit Mai 2015 als gemeinnütziger Verein eingetragen ist und Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlich schwachen Familien, aus Familien mit Migrationshintergrund und aus Flüchtlingsfamilien auf ihrem Ausbildungsweg unterstützt.

Das Hilfsaktion für Flüchtlinge auf Lesbos ist das neuste Projekt der Zahnärzte. Noch immer gehen Sach-spenden ein. Auch Unterstützung bei der Finanzierung des insgesamt 6000 Euro teuren Transports ist nach wie vor willkommen.

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