Aufbruch nach Überwasser
Eine neue Aufgabe wartet auf ihn

Münster-Coerde -

Pfarrer André Sühling (St. Franziskus) arbeitet künftig in der 21 500 Mitglieder großen Pfarrei Liebfrauen-Überwasser. Auch dort ist es ihm wichtig, „von den Engagierten zu lernen und mit ihnen zu fragen, wo unser Auftrag als Kirche vor Ort liegt“, erklärt er im Interview.

Donnerstag, 26.09.2019, 20:00 Uhr
Pfarrer André Sühling verabschiedet sich am 24. November in der Gemeinde St. Franziskus und wird am 19. Januar in sein neues Amt als Pfarrer der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser eingeführt.
Pfarrer André Sühling verabschiedet sich am 24. November in der Gemeinde St. Franziskus und wird am 19. Januar in sein neues Amt als Pfarrer der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser eingeführt. Foto: pd

André Sühling (46) wird neuer Pfarrer in der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser. Seine Amtseinführung ist am 19. Januar um 10 Uhr in der Überwasserkirche. Aus der Gemeinde St. Franziskus verabschiedet er sich am 24. November im Gottesdienst um 11 Uhr in St. Norbert. Über die Vorbereitungen für die Zeit danach war am Mittwoch auf der Homepage der Franziskus-Gemeinde, wie berichtet, informiert worden. Details sind dort nun nicht mehr aufgeführt. Stattdessen wird darauf verwiesen, dass „unter der Begleitung des Bistums (...) nun die Gremien der beiden Pfarreien St. Franziskus und St. Marien / St. Josef (Kinderhaus / Sprakel) beraten, welche Konsequenzen das für ihre weitere Kooperation in der Seelsorge-Einheit haben wird“. Wie dieser Prozess gestaltet werden soll, muss demnach noch zwischen Bistum und Gemeinden besprochen werden.

Pfarrer Sühling befindet sich in dieser Woche zu einer Tagung in Dresden. Zu seiner neuen Aufgabe befragte ihn Redakteurin Katrin Jünemann .

1. Was reizt Sie an der Aufgabe in der Gemeinde Liebfrauen-Überwasser? Von 7300 Gemeindemitgliedern geht es nun zu 21 500?

Sühling: Zunächst kann ich festhalten: Ich habe gerne in Coerde und im Rump­horstviertel gelebt und gearbeitet, in dem Bewusstsein, nicht „nur“ von 7300 Katholiken her zu denken, sondern von den gut 18 500 Bürgerinnen und Bürgern her, die hier wohnen, weil ich Kirche als zu denen gesandt verstehe, die hier Seite an Seite leben. Das beinhaltet die Bereitschaft, den Blick über den eigenen Tellerrand zu heben und zu fragen: Wie ist Kirche vor Ort gefragt? Das hat zu konkreten Projekten wie zum Beispiel der Familienpatenschaftsinitiative und dem FranKo e.V. in Coerde geführt. Dies reizt mich ebenso an der neuen Pfarrei: Von den Engagierten zu lernen und mit ihnen zu fragen, wo unser Auftrag als Kirche vor Ort liegt. Die erste Begegnung mit den Vertretern und Vertreterinnen der Pfarrgremien sowie mit den Hauptamtlichen am Mittwoch voriger Woche lässt mich ahnen, dass ich auch in Liebfrauen-Überwasser mit motivierten Menschen unterwegs sein darf, die Kirche gestalten wollen, auch wenn mir die Größe der Pfarrei durchaus Respekt abverlangt und mich mit der Frage konfrontiert: Wie werde ich darin mein Pfarrer- und Seelsorger-Sein gestalten?

Stimmt es, dass Ulrich Messing Pfarrverwalter für St. Franziskus wird?

Sühling: So ist es. Nach meiner Verabschiedung, die für den 24. November terminiert ist, wird Pfarrer Messing zum Pfarrverwalter von St. Franziskus ernannt.

Wie geht es mit St. Franziskus weiter: Fusionieren, nicht fusionieren, in welchem Zeitraum wird sich das entscheiden?

Sühling: Als ab Herbst 2010 für die Pfarreien des Bistums der „Stellen- und Strukturplan 2020“ diskutiert wurde, war für die beiden Pfarreien in Kinderhaus und Sprakel sowie für St. Franziskus klar, dass es perspektivisch auf eine intensivere Zusammenarbeit im Laufe der Zeit hinauslaufen würde. Entsprechend treffen wir uns mit den Hauptamtlichen-Teams schon seit Jahren quartalsweise zu Informationsaustauschen. Auch die Pfarreiräte haben sich Anfang 2017 schon mal zu einem „Nachbarschaftstreffen“ gefunden, um sich gegenseitig ihre Pastoralpläne vorzustellen. Zudem war klar, dass mit dem möglichen Ausscheiden eines der beiden Pfarrer die Zusammenarbeit sich intensivieren wird. Wie das konkret gestaltet werden kann, wird mit den Gremien der beiden Pfarreien in Rücksprache mit dem Bistum zu sondieren sein.

Wer übernimmt künftig Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen?

Sühling: Diese Aufgaben und Dienste waren ja auch bisher nicht allein an meine Person als Pfarrer gebunden, sondern wurden immer im Pastoralteam aufgeteilt. Das wird auch künftig so sein.

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