Stabwechsel beim Mittagstisch
9000 Essen in sieben Jahren

Münster-Sprakel -

Ursula Große Rüschkamp, die den Mittagstisch für Sprakeler Senioren vor sieben Jahren ins Leben gerufen und seither mit ihrem Team organisiert hat, ist künftig Gast. Sie gibt den Stab an Margret Falkenberg weiter.

Samstag, 14.12.2019, 12:00 Uhr
Ursula Große Rüschkamp (vorne, 6.v.r.) übergab die Leitung des Helfer-Teams an Margret Falkenberg (vorne, 6.v.l.).
Ursula Große Rüschkamp (vorne, 6.v.r.) übergab die Leitung des Helfer-Teams an Margret Falkenberg (vorne, 6.v.l.). Foto: Siegmund Natschke

Wer es hört, der kann es kaum glauben. Doch Ursula Große Rüschkamp nickt: „Es stimmt. Ich höre auf.“ Vor sieben Jahren initiierte sie den Sprakeler Mittagstisch für ältere Menschen im Marienheim. Gut 9000 Essen sind seitdem ausgegeben worden. Immer mittendrin: Ursula Große Rüschkamp, die zusammen mit einem inzwischen 16-köpfigen Team die Organisation übernahm. Den Mittagstisch wird es weiterhin geben, die Leitung geht auf Margret Falkenberg über.

Nun traf sich das Helferteam im Marienheim, um Große Rüschkamp feierlich zu verabschieden. Der Mittagstisch, so wurde deutlich, ist eine richtige Erfolgsgeschichte. Und die begann so: „Ich habe oft ältere Menschen in Sprakel besucht“, erinnerte sich Ursula Große Rüschkamp. Wenn sie gefragt habe, was es denn zu Mittag gebe, sei oft die Antwort „Tütensuppe“ gekommen. Nicht nur das, auch das Alleinsein der Senioren gab ihr zu denken. Das wollte sie ändern. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, das konnte sie mit der Idee des Mittagstisches. Denn wichtig sei neben dem Essen auch, „aus der Einsamkeit herauszukommen“, meinte Große Rüschkamp.

Doch die bange Frage sei anfangs gewesen: „Kommen überhaupt die Sprakeler zum Essen ins Marienheim?“ Und so bekannte die Initiatorin: „Heimlich bin ich damals ausgelacht worden.“ Das ist vorbei, sehr schnell war klar: Diese Idee kam an. Anfangs gab es den Mittagstisch nur zweimal im Monat. Nach noch nicht einmal einem halben Jahr ging man auf einen wöchentlichen Rhythmus über. „Es ist wichtig, die Leute anzusprechen“, sagt Ursula Große Rüschkamp: „Sich Zeit nehmen für sie.“ Und so starten ganz schnell Gespräche, zumal jeder Mittagstisch mit einer Geschichte oder mit Neuigkeiten aus dem Dorf beginnt, die den Senioren erzählt werden. Das bietet Stoff für viele Unterhaltungen.

Die Zahl der ausgegebenen Essen steigt. Allein in diesem Jahr waren es bisher 1516. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 1437. Im Durchschnitt, so Große Rüschkamp, seien das rund 30 Essen pro Woche. Eigentlich alle Speisen, so ist von dem Team zu hören, kämen sehr gut an. Ob dies Hähnchen sei, Grünkohl oder Schweinebraten. Auch Anregungen nehmen die Helfer gerne an.

Nun war also der Zeitpunkt der Übergabe gekommen. Aus persönlichen Gründen höre sie auf, sagte Große Rüschkamp. Sie gab den Staffelstab weiter an Margret Falkenberg: „Ich bin gebürtige Sprakelerin“, sagte die. Seit März dieses Jahres arbeitet Falkenberg mit im Helfer-Team. Erst seit Kurzem ist sie in Rente und wollte sich in diesem neuen Lebensabschnitt beim Mittagstisch einbringen. Sie finde dieses Angebot „wichtig“, und dafür, dass jede Woche etwas Schmackhaftes auf den Tisch kommt, setzt sie sich ebenso wie das gesamte Team mit viel Engagement ein: „Für unsere Senioren tun wir alles“, erklärte Falkenberg. Übrigens: Ursula Große Rüschkamp nimmt nicht komplett Abschied, sie wird weiterhin vorbeischauen, dann aber „nur“ als Gast, der die Speisen genießt.

Einen Mittagstisch gibt es noch in diesem Jahr, und zwar am nächsten Mittwoch (18. Dezember) um 12 Uhr im Marienheim. Neuanmeldungen für den Mittagstisch sind jeweils bis zum vorherigen Montagabend möglich unter ✆  21 66 13 (Margret Falkenberg). Nicht nur Gäste, auch neue Helfer sind willkommen.

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Den ersten Mittagstisch im neuen Jahr gibt es dann am 8. Januar, ebenfalls ab 12 Uhr im Marienheim.

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